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Rückblick auf den Monat Juli

Cavendish, Dumoulin und Jakobsen mit gelungenen Comebacks

Foto zu dem Text "Cavendish, Dumoulin und Jakobsen mit gelungenen Comebacks"
Mark Cavendish und seine Kinder auf dem Podium in Paris. | Foto: Cor Vos

01.08.2021  |  (rsn) - Am Ende des Monats ziehen wir Bilanz: Wie lief es in den vergangenen Wochen für Teams und Fahrer? Wer hatte Grund zum Jubel, bei wem lief es nicht nach Wunsch?

Rund lief es bei:

Tadej Pogacar
Der Slowene wiederholte souverän seinen Vorjahressieg bei der Tour de France und gewann wie 2020 zudem noch die Nachwuchs- und die Bergwertung. Dazu kamen drei Etappensiege - ebenfalls genauso viele wie im vergangenen September. Dazu holte sich Pogacar noch im Olympischen Straßenrennen die Bronzemedaille und rundete seinen perfekten Monat ab.

Richard Carapaz
Bei der Tour de France hatte sich der Ecuadorianer wohl etwas mehr als Rang drei erhofft. Dennoch zeigte der Giro-Sieger von 2019 in Frankreich eine nahezu fehlerfreie Leistung. Ein Etappensieg blieb Carapaz zwar verwehrt, dafür lief es bei den Olympischen Spielen umso besser, wo er nach überragenden Vorstellung im Straßenrennen als Solist die Goldmedaille holte.

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Jonas Vingegaard
Als ursprünglicher Helfer von Primoz Roglic entwickelte sich der Tour-Debütant nach dem Sturz-Aus seines Kapitäns zur großen Überraschung der Frankreich-Rundfahrt. In den Bergen bewegte sich Vingegaard fast auf Augenhöhe mit Tadej Pogacar und landete im Schlussklassement in Paris sensationell auf dem zweiten Platz. Auch bei der Clasica San Sebastian überzeugte der Däne und belegte Rang acht.

Primoz Roglic
Nachdem er sich 2020 in einem dramatischen Finale noch seinem Landsmann Tadej Pogacar geschlagen geben musste, wollte sich der Slowene in diesem Jahr das Gelbe Trikot holen. Doch ein schwerer Sturz schon auf der 3. Etappe machte alle Hoffnungen zunichte, Roglic musste schließlich noch vor Halbzeit die Tour aufgeben. Der nächste Tiefschlag folgte im Straßenrennen der Olympischen Spiele, wo der 31-Jährige im Finale nicht mit den Besten mithalten konnte. Doch wie im vergangenen Jahr ließ sich Roglic nicht hängen und schlug im Olympischen Einzelzeitfahren zurück. Mit mehr als einer Minute Vorsprung holte sich Roglic die Goldmedaille und sorgte so für ein versöhnliches Monatsende.

Wout Van Aert
Der Belgier unterstrich bei der Frankreich-Rundfahrt seine unglaubliche Stärke und Vielseitigkeit. Seine drei Etappensiege holte Van Aert auf ganz unterschiedlichem Terrain: den ersten auf der schweren Bergetappe über den Mont Ventoux, den zweiten im Einzelzeitfahren auf einem Rollerkurs und den dritten schließlich im Sprint Royal auf den Champs Élysées. Bei den Olympischen Spielen holte sich der 26-Jährige zudem im Straßenrennen hinter Richard Carapaz die Silbermedaille. Mit einer kleinen Enttäuschung endete nur das Olympische Einzelzeitfahren, in dem Van Aert Rang sechs belegte.

Mark Cavendish
Das Comeback des Briten war eine der großen Geschichten bei der Tour de France. Fünf Jahre nach seinem letzten Tour-Etappensieg kehrte Cavendish wieder in die Erfolgsspur zurück und feierte nicht weniger als vier Etappensiege. Damit zog er in der ewigen Bestenliste mit Eddy Merckx gleich, der wie Cavendish nun auch 34 Etappensiege feierte. Zudem gewann der 36-jährige Sprinter zum zweiten Mal in seiner Karriere das Grüne Trikot der Tour. Einzige Enttäuschung dürfte die Schlussetappe gewesen sein. Auf den Champs Elysées verpasste es Cavendish, sich mit einem fünften Tagessieg zum alleinigen Rekordhalter aufzuschwingen.

P&S Metalltechnik
Nach enttäuschenden Wochen kehrte die Mannschaft von Lars Wackernagel im Juli in die Erfolgsspur zurück. Bei der Bulgarien-Rundfahrt feierte Immanuel Stark einen Etappensieg und gewann zudem die Gesamtwertung. Teamkollege Michel Aschenbrenner gelang in Bulgarien ebenfalls ein Tagessieg. Zu überzeugen wusste auch Tobias Nolde, der bei der Dookola Mazowsza einen zweiten Etappenrang einfuhr und auch Zweiter im Gesamtklassement der polnischen Rundfahrt wurde. Belohnt wurden die Auftritte des Thüringer Kontinental-Teams mit einer nachträglichen Wildcard für die Deutschland Tour.

Nils Politt
Mit seinem famos herausgefahrenen Solosieg bei der Tour de France stieß der Hürther endgültig in die Weltspitze vor. Auch nach seinem Triumph auf der 12. Etappe zeigte sich Politt sehr aktiv und kämpfte auch auf dem drittletzten Teilstück um den Sieg. Am Ende langte es zu Rang fünf.

Patrick Konrad
Der Österreichische Meister sorgte bei der Tour de France für den zweiten Etappensieg von Bora – hansgrohe. Wie Nils Politt vier Tage zuvor fuhr sich Konrad den größten Sieg seiner Karriere als Solist heraus. Drei Tage vor seinem Coup war Konrad bereits Etappenzweiter geworden, hatte da aber zu spät in den Offensivmodus geschalten. Bei seinem Sieg in Saint Gaudens drehte er den Spieß um, attackierte frühzeitig und hielt alle Konkurrenten souverän auf Distanz.

Ben O`Connor
Mit seinem Ausreißersieg in Tignes gewann schob sich der Australier urplötzlich in der Gesamtwertung der Tour de France nach vorne. Zwischenzeitlich belegte O’Connor sogar den zweiten Rang. Den Podiumsplatz konnte der Kletterspezialist zwar nicht verteidigen, doch mit Rang vier im Schlussklassement bewies der 25-Jährige, dass der Etappensieg keine Eintagsfliege gewesen war.

Matej Mohoric
Mit gleich zwei Etappensiegen gehörte der Slowenische Meister zu den erfolgreichsten Startern der Frankreich-Rundfahrt. Beide Siege fuhr Mohoric nach Attacken aus Spitzengruppen als Solist mit jeweils deutlichem Vorsprung ein. Einen dritten bedeutenden Sieg verpasste er nur knapp bei der Clasica San Sebastian, wo er sich im Sprint Neilson Powless (EF Education - Nippo) geschlagen geben musste.

Fabio Jakobsen
Fast ein Jahr nach seinem schweren Sturz bei der Polen-Rundfahrt, bei dem er sich lebensbedrohende Verletzungen zugezogen hatte, ist der Niederländer wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Bei der Tour de Wallonie feierte Jakobsen seine ersten beiden Saisonsiege.

Tom Dumoulin
Aus einer freiwillig gewählten Rennpause kehrte der Niederländer zur Tour de Suisse wieder zurück und bewies mit seiner Silbermedaille im Zeitfahren der Olympischen Spiele, dass er nichts von seiner Klasse eingebüßt hat.

Pascal Ackermann
Die Enttäuschung über die erneut verpasste Tour de France war groß. Doch Ackermann ließ sich nicht hängen und kehrte im Juli in die Erfolgsspur zurück. Bei der Sibiu Tou und der Settimana Ciclistica Italiana auf Sardinien holte der Sprinter gleich fünf Siege. Auch wenn die Konkurrenz beide Male nicht sehr stark war, so dürften die Erfolge Ackermann für die zweite Saisonhälfte einen Schub geben.

Georg Steinhauser
Der 19-Jährige kann auf einen erfolgreichen Monat zurückblicken. Zunächst fuhr Steinhauser bei der Bulgarien-Rundfahrt einen zweiten Etappenrang heraus und beendete die Rundfahrt hinter Landsmann Immanuel Stark auf Rang zwei. Beim nachfolgenden Giro della Valle d`Aosta, einer der wichtigsten U23-Rundfahrten, stürmte Steinhauser nach einem beeindruckenden Solo bei der Bergankunft in Covne zum ersten Sieg in einem UCI-Rennen. Bei der Tour de l`Ain schließlich mischte er auch bei den Profis vorne mit. Am Ende standen ein sechster Etappenrang sowie Platz neun im Gesamtklassement zu Buche. So stellte Steinhauser die Weichen in Richtung eines Profivertrags.

Neilson Powless
In seiner vierten Profisaison gelang dem US-Amerikaner der erste Sieg – und auf WorldTour-Niveau das bei der schweren Clasica San Sebastian. Dabei konnte er im Sprint sogar den schneller eingeschätzten Matej Mohoric schlagen. Der Sieg war auch für sein Team EF Education – Nippo wichtig, da die Tour de France nicht nach Wunsch verlaufen war.

Michael Storer
Der Australier kann gut mit Powless verglichen werden. Beide sind 24-Jahre alt, in ihrer vierten WorldTour-Saison und beide feierten beide am letzten Tag des Monats ihren ersten Profisieg. Storer gewann souverän die Königsetappe der Tour de l`Ain (2.1) und sicherte sich zudem den Gesamtsieg. Außerdem rettete Storer auch die Monatsbilanz seines Teams, das bisher deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben war.

Georg Zimmermann
Auch wenn es bei der Tour de l`Ain am Ende nichts mit dem Gesamtsieg wurde, so kann der Augsburger auf einen gelungenen Monat zurückblicken. Zimmermann kämpfte sich durch seine erste Tour de France mit einem Kahnbeinbruch, den er sich schon am ersten Tag zugezogen hatte. In der dritten Tour-Woche nutzte der 23-Jährige die letzte Chance für Ausreißer und wurde Achter der 1. Etappe. Seine starken Auftritte bestätigte er bei der Tour de l`Ain, wo er auf der 2. Etappe seinen ersten Profisieg feierte und das Gelbe Trikot übernahm. Das konnte er auf der abschließenden Königsetappe zwar nicht verteidigen, aber am Ende sprang immerhin noch Rang sieben heraus.

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Es lief nicht rund bei:

Patrick Moster
Mit den beleidigenden Worten “Hol die Kameltreiber“ feuerte der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer im Olympischen Zeitfahren Nikias Arndt an und meinte damit zwei vor dem Kölner fahrende Sportler aus Afrika. In Wegen dieser rassistischen Äußerung wurde Moster vom Deutschen Olympischen Sportbund DOSB – allerdings mit Verzögerung – nach Hause geschickt und vom Radsportweltverband UCI vorläufig suspendiert. Der BDR dagegen will zunächst ein Gespräch mit dem 54-Jährigen führen, ehe er eine mögliche Sanktion beschließt.

Simon Geschke
Als die sinnloseste Reise seines Lebens bezeichnete der Freiburger seinen Trip zu den Olympischen Spielen. Denn am Tag vor dem Straßenrennen wurde Geschke positiv auf Corona getestet und fand sich statt auf der Rennstrecke im Quarantäne-Hotel wieder, das er erst nach einer Woche verlassen konnte. Nach einem negativen PCR-Test darf Geschke nun die Heimreise antreten - und angesteckt hat er wohl auch niemanden.

Cofidis
Die Bilanz der französischen Equipe fiel im Juli äußerst bescheiden aus. Lediglich ein zweiter Etappenrang von Christophe Laporte bei der Tour de France stand als bestes Ergebnis nach 31 Tagen zu Buche. Nur der achte Gesamtrang von Guillaume Martin bei der Tour de France verschönert die traurige die Bilanz etwas.

Groupama – FDJ
Ähnlich desaströs fällt die Bilanz einer weiteren französischen WorldTour-Equipe aus. Erst am letzten Tag des Monats konnte Groupama – FDJ ein Podiumsergebnis melden. Der Schweizer Matteo Badilatti schloss die Tour de l`Ain auf dem dritten Platz ab und sorgte so für das erste und einzige Podiumsresultat seiner Mannschaft. Sein Landsmann Sebastien Reichenbach wurde zwar auch Zweiter bei der Tour Alsace, allerdings bestritt er die Rundfahrt für das Groupama-Development-Team. Klassementfahrer David Gaudu bei der Tour de France den Sprung in die Top Ten des Gesamtklassements, Sprinter Arnaud Demare musste die Frankreich-Rundfahrt nach einem Sturz ohne Spitzenergebnis vorzeitig verlassen.

Israel Start-Up Nation
Trotz großer Namen im Aufgebot ging das Team aus Israel bei der Tour leer aus. Chris Froome spielte bei seiner Rückkehr zur Frankreich-Rundfahrt keine Rolle, die beiden Klassementhoffnungen Daniel Martin und Michael Woods stürzten früh und blieben hinter den Erwartungen zurück. André Greipel, der in den Sprints nur auf Rick Zabel bauen konnte, war meist ohne Fortune, belegte aber zum Abschluss in Paris Rang fünf auf den Champs Élysées. Dazu kamen bei seiner letzten Tour de France drei weitere Top-Ten-Platzierungen. Woods zeigte sich auf einigen Bergetappen vorn und trug für einen Tag das Bergtrikot. Für den einzigen Sieg im Juli sorgte der Israeli Omar Goldstein, der das 1.2-Rennen GP Polski gewann – dort war er allerdings für das Kontinental-Team im Einsatz. Bei der Tour de Wallonie konnte Hugo Hofstetter zumindest noch einen zweiten Etappenrang ergattern, Alexis Reynard schloss die Rundfahrt auf Rang drei ab.

Lotto Soudal
Dank eines guten Monatsabschlusses konnten die Belgier die bis dahin desaströse Bilanz noch aufhübschen. Harm Vanhoucke wurde Zweiter der Tour de l`Ain und Stefano Oldani schloss die als Eintagesrennen ausgetragene Vuelta a Castilla y Leon auf Rang zwei ab. Zuvor war Harry Sweeny bei der Tour in Nimes beim Etappensieg von Nils Politt Dritter geworden. Allerdings war Lotto Soudal vom Sturzpech heimgesucht. Nach dem frühen Aus von Caleb Ewan stürzte später auch sein Anfahrer Roger Kluge. Brent Van Moer und Jasper De Buyst müssen nach Trainingsunfällen länger pausieren.

Movistar
Mit großen Ambitionen zur Tour de France gereist, spielte Miguel Angel Lopez nach Stürzen in der Gesamtwertung keine Rolle. Teamkollege Enric Mas wurde zwar Sechster, doch die Teamleitung hatte sicherlich mehr erwartet. So blieben zwei zweite Etappenränge bei der Frankreich-Rundfahrt durch die Oldies Alejandro Valverde und Imanol Erviti die einzigen Podiumsplatzierungen des Monats.

BikeExchange
Noch schlechter fällt die Bilanz des australischen WorldTeams aus. Im Juli gelang kein einziger Sieg, nur Barnabas Peak als Etappenzweiter bei der Sardinien-Rundfahrt und Michael Matthews als Etappendritter bei der Tour de France schafften den Sprung aufs Podium.

Qhubeka - NextHash
Auch das südafrikanische Team blieb im Juli sieglos. Immerhin konnte Qhubeka - NextHash bei kleineren Rennen vier Podiumsplatzierungen erzielen. Fabio Aru wurde dank zweier guter Leistungen am Berg Gesamtzweiter der Sibiu-Tour, Giacomo Nizzolo sprintete auf einer Etappe der Tour de Wallonie ebenfalls auf Rang zwei. Die Tour de France war für die Mannschaft aber in diesem Jahr eine Nummer zu groß.

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