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In Luckenwalde überlegen zum sechsten Cross-Titel

Nur an der Treppe brannten Brandaus Beine

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Nur an der Treppe brannten Brandaus Beine"
Elisabeth Brandau ist zum sechsten Mal Deutsche Cross-Meisterin geworden. | Foto: Kevin Kempf

08.01.2022  |  (rsn) – Eine Überraschung war es nicht, dass Elisabeth Brandau (EBE Racing) am Samstag zum fünften Mal in Folge die Deutsche Cross-Meisterschaft gewonnen. Die 36-Jährige aus Schönaich war in Luckenwalde 1:53 Minuten schneller als Lisa Heckmann. Dritte wurde Stefanie Paul.

Auf ihre Titelsammlung angesprochen, war sich Brandau allerdings gar nicht sicher. “Wenn ich richtig gezählt habe, habe ich jetzt 16 Deutsche Meistertitel. Ich habe ja auch in Mountainbike-Disziplinen Titel geholt und als Juniorin bin ich auf der Straße Meisterin geworden“, zählte sie gegenüber radsport-news.com auf. “Im Cross kann es gut sein, dass es sechs sind, vielleicht auch fünf in Folge. Ich bin schon alt“, lachte Brandau.

Die größten Konkurrentinnen im eigenen Land konnten Brandau dieses Mal nicht gefährlich werden. Mountainbikerin Ronja Eibl (Alpecin – Fenix), die beim Weltcup in Namur beste Deutsche war, trat wie geplant nicht an, Judith Krahl (Schamel – Kloster Kitchen) gewann das U23-Rennen und war zugleich Motivationsfaktor. “Die U23 war zwei Minuten vor uns auf den Kurs gegangen. Ich habe versucht, mich nach vorn zu orientieren, die U23-Fahrerinnen eine nach der anderen einzusammeln und den Abstand zur Führenden unter die zwei Minuten zu bringen. Das war mein Ziel und das habe ich, glaube ich, auch erreicht“, erzählte Brandau.

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Volle Konzentration erforderte auch der Parcours in der brandenburgischen Kreisstadt. “Das war nicht meine Lieblingsstrecke. Es gab superviele Kurven, wenig Anstiege, ich glaube meinen Maximalpuls habe ich nicht erreicht“, so die Siegerin. “Meine Beine brannten eigentlich nur an der Treppe. Ansonsten musste ich vor allem schnell um die Kurven kommen. Ich habe mich gut gefühlt, so hat die Strecke doch jede Runde mehr Spaß gemacht“, bilanzierte Brandau.

Origineller Vorschlag mit Blick auf die WM

Auch wenn die Strecke ihr nicht sonderlich zusagte, lobte die alte und neue Deutsche Meisterin die Organisatoren. “Sie haben sich enorm Mühe gegeben. So eine Deutsche Meisterschaft habe ich noch nicht gesehen. Es waren auch viele Zuschauer da und so war es von der Atmosphäre her ein tolles Rennen“, lobte sie.

Noch unklar, wo Brandau das neugewonnene Trikot in diesem Jahr noch zeigen wird. “Ob ich in Hoogerheide antrete, muss ich erst mit der Familie klären“, sagte die zweifache Mutter zum letzten Weltcup der Saison, der am 23. Januar stattfindet. Auch über einen Start bei der Weltmeisterschaft in Fayetteville in der USA eine Woche später ist Brandau sich weiterhin unsicher.

“Ich muss erstmal mit dem Bundestrainer reden was der BDR überhaupt vorhat bei der WM. Das ist natürlich auch eine finanzielle Frage, gerade für mich“, erläuterte Brandau, um direkt eine ungewöhnliche Idee zu präsentieren: “Wenn noch ein paar jüngere Fahrerinnen starten wollen und noch Betreuung bräuchten und ich könnte mein Rennen fahren, dann würde ich die Betreuung übernehmen, wenn der BDR meine Kosten zahlt“, schlug sie vor. Die frischgebackene U23-Meisterin Krahl soll Interesse an einem WM-Start angekündigt haben.

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