RSNplusGiro: Bora will weiter offensiv fahren

Kämna: “Wir haben noch alle Chancen auf den Gesamtsieg“

Von Joachim Logisch aus Salo

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Jai Hindley sitzt Richard Carapaz vor der letzten Giro-Woche im Nacken. | Foto: Cor Vos

24.05.2022  |  (rsn) - Nach dem schweren Frühjahr mit vielen Kranken und Verletzten könnte die Stimmung bei Bora – hansgrohe kaum besser sein. In den ersten zwei Wochen des 105. Giro d'Italia lief alles nach Wunsch, auch wenn mit Wilco Kelderman einer der drei Kapitäne früh zurückfiel. Nun geht die Raublinger Truppe voller Tatendrang in die letzte Woche. "Wir sind topmotiviert und wollen uns einen Podiumsplatz sichern", sagte Lennard Kämna im Interview am zweiten Ruhetag in Salo am Gardasee.

Lennard Kämna wird weiter um seinen zweiten Etappensieg kämpfen und dabei ideralerweise seine Kapitäne Hindley und Buchmann unterstützen. | Foto: Cor Vos

Nur sieben Sekunden liegt sein Teamkollege Jai Hindley in der Gesamtwertung hinter Spitzenreiter Richard Carapaz (Ineos Grenadiers) und ist damit Zweiter, 1:58 Rückstand weist Emanuel Buchmann auf Rang sieben auf. "Wir haben noch alle Möglichkeiten auf den Gesamtsieg, denn niemand ist unschlagbar. Alle Fahrer, die jetzt noch innerhalb einer Minute liegen, muss man auf dem Schirm haben", meinte Kämna mit Blick auf das Klassement, in dem allerdings nur noch der vierplatzierte Mikel Landa (Bahrain Victorious (+0:59) innerhalb dieser Grenze liegt.

Dabei will Bora - hansgrohe auch weiterhin den Spagat zwischen Etappenjagd und dem Giro-Podium wagen. "Wir müssen die Möglichkeiten zur Attacke nutzen, wenn sie sich bieten. Und nach hinten werden wir natürlich auch blicken", kündigte Kämna an.

___STEADY_PAYWALL___ Damit meinte der Bremer vor dem ersten Hammertag in den Alpen von Salo nach Aprica mit drei schweren Anstiegen vor allem Joao Almeida (UAE Team Emirates / +0:30), Landa und Domenico Pozzovivo (Intermarché -Wanty – Gobert +1:01).

Auch Wilco Kelderman fällt im Kampf um den Girosieg eine wichtige Rolle zu. | Foto: Cor Vos

Als As im Ärmel könnte sich Buchmann erweisen, der weiterhin nicht ins Helferschema gepresst wird. "Ich glaube, dass wir einen offensiveren Fahrstil haben. Darum ist Emu (Buchmann, d. Red.) in keiner Rolle gefangen. Wir haben kein Interesse, ihn irgendwo zu verbrennen. Taktisch ist es sicher hilfreich, einen zweiten Kapitän zu haben", bekräftigte Kämna, der ebenfalls eine Rolle im Kampf um den Giro-Sieg spielen könnte.

Der Gewinner der 4. Etappe wird wieder versuchen, in eine Gruppe zu gehen, um einerseits um den zweiten Tagessieg kämpfen zu können, aber auch, um als sogenannte Relais-Station zu dienen, falls Hindley oder Buchmann attackieren sollten.

Für viele beginnt der Kampf um den Gesamtsieg beim 105. Giro d'Italia erst mit der 16. Etappe. Und Bora – hansgrohe mischt ganz vorne mit!

Schafft es Emanuel Buchmann vielleicht sogar, seinen Rückstand auf Carapaz zu verkürzen? | Foto: Cor Vos

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