Kletterspezialist gewinnt Giro dell’Appennino

Meintjes düpiert die Konkurrenz im Flachen, Zimmermann Dritter

Von Kevin Kempf

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Louis Meintjes (Intermarché – Wanty – Gobert) hat den 83. Giro dell’Appennino gewonnen. | Foto: Cor Vos

02.06.2022  |  (rsn) – Mit einem sieben Kilometer langen Solo hat Louis Meintjes (Intermarché – Wanty – Gobert) den 83. Giro dell’Appennino (1.1) für sich entschieden. Der Südafrikaner setzte sich nach 191 Kilometern in Genua durch, aus der sechsköpfigen Verfolgergruppe heraus verwies mit 1:37 Minuten Rückstand der Eritreer Natnael Tesfatsion (Drone Hopper – Androni Giocattoli) im Sprint den Augsburger Georg Zimmermann (Intermarché – Wanty – Gobert) auf Rang drei. Vierter wurde der Australier Simon Clarke (Israel – Premier Tech) vor Alessandro Verre (Arkéa - Samsic), dem besten Italiener.

Der 49-jährige Davide Rebellin (Work Service Vitalcare Vega) kam in seinem ersten Rennen nach fast neunmonatiger Pause mit 4:46 Minuten Rückstand als Neunzehnter ins Ziel.

Die entscheidende Attacke setzte der 58 Kilo leichte Meintjes im flachen Finale des Rennens, nachdem er zuvor auch am Berg mit Alessandro Verre (Arkea - Samsic) ders tärkste Fahrer war. Für den 30-Jährigen war der erste Sieg seit mehr als sieben Jahren. 2015 entschied Meintjes die Gesamtwertung der Settimana Coppi e Bartali (2.1) mit einem Etappensieg für sich.

"Eigentlich war geplant, alles für Quinten Hermans zusammenzuhalten, aber er hatte nicht die besten Beine. Da habe ich meine Chance genutzt“,erklärte Meintjes gegenüber Cycling Pro Net.

Der 24-jährige Zimmermann, der am 1. Juli zur Tour de France antreten wird, feierte das beste Ergebnis dieser Saison und scheint sich somit zum Saisonhöhepunkt seiner Topform zu nähern. Bevor er in Frankreich an den Start geht, stehen noch die Nationalen Meisterschaften und die Tour de Suisse in seinem Programm.

So lief das Rennen:

Die Vorentscheidung fiel am letzten Anstieg des Tages, der Madonna della Guardia. Zimmermann schloss hier  29 Kilometer vor dem Ziel zu Alessandro Verre, Michel Ries (beide Arkea - Samsic), Tesfatsion und seinem Teamkollegen Meintjes auf. Nur einen Kilometer später attackierte Verre, Zimmermann sprang sofort an dessen Hinterrad, das er aber nur wenige Meter halten konnte. Stattdessen schaffte Meintjes allerdings einige Sekunden später den Anschluss an den Italiener.

Zimmermann dagegen fiel zu Ries und Tesfatsion zurück. Der Deutsche probierte sich zwei Kilometer später erneut nach vorn abzusetzen. Dieser Versuch wurde von seinen beiden Widersachern allerdings nach wenigen hundert Metern vereitelt. Kurz darauf musste Zimmermann mit Schaltungsproblemen vom Rad. So fehlte er, als sich am höchsten Punkt des Anstiegs 23 Kilometer vor dem Ziel das Spitzenquartett bildete. Auch in der Verfolgergruppe, die 40 Sekunden später folgte, war Zimmermann nicht zu sehen.

Nach der technisch anspruchsvollen Abfahrt schafften Clarke und Alessio Martinelli (Bardiani – CSF – Faizane) bei 14 noch zu fahrenden Kilometern den Anschluss an die Spitze fanden. Zimmermann befand sich zu diesem Zeitpunkt mit Ivan Moreno (Kern – Pharma) und Paul Double (Mg.K vis – Color for Peace) nur noch zwölf Sekunden hinter dem Sextett, es dauerte bis zehn Kilometer vor dem Ziel, bevor auch dieses Trio nach vorn fuhr. Zimmermann setzte sofort zu einer erfolglosen Attacke ein.

Während er sich danach für den Sprint zu schonen schien, setzte sein Mannschaftskamerad nun Nadelstiche. Sieben Kilometer vor dem Ziel löste Meintjes sich dann von seinen Begleitern, von denen nur Verre im Wind fahren wollte, wodurch der Südafrikaner seinen Vorsprung schnell ausbaute und ungefährdet zum Sieg fuhr.

 

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