Slowene gewinnt souverän 6. Tour-Etappe

Pogacar in Longwy mit großer Show ins Gelbe Trikot

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Tadej Pogacar (UAE Team Emirates, li.) hat die 5. Etappe der Tour de France gewonnen. | Foto: Cor Vos

07.07.2022  |  (rsn) – Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) hat auf der 6. Etappe de France seinen ersten Tagessieg bei der 109. Ausgabe gefeiert. Der 23-jährige Slowene entschied den mit 220 Kilometern längsten Abschnitt dieser Frankreich-Rundfahrt von Binche nach Longwy im Sprint einer knapp 20-köpfigen Gruppe vor Michael Matthews (BikeExchange – Jayco) und David Gaudu (Groupama – FDJ) für sich. Dank der Zeitgutschrift eroberte er auch das Gelbe Trikot vom Belgier Wout Van Aert (Jumbo – Visma), der als letzter von ehemals drei Ausreißern elf Kilometer vor dem Ziel gestellt wurde.

“Heute war es von Anfang an ein harter Tag. Die ersten zwei Stunden waren verrückt und dann ging der stärkste Mann in die Fluchtgruppe, hinten mussten viele fahren, auch unser Team. Ich dachte, er schafft es bis ins Ziel. Aber das Feld war stärker. In den Anstiegen habe ich mich gut gefühlt, das Team hat einen unglaublich guten Job gemacht und mich sehr gut platziert. Ich bin einfach nur glücklich“, sagte Pogacar nachdem siebten Tour-Tagessieg seiner Karriere.

Im hügeligen Finale waren es dann die Klassementfahrer, die das Heft in die Hand nahmen. Der mit Abstand beste von ihnen, Pogacar, gewann den Bergaufsprint souverän vor Matthews, der als einziger der Sprinter dem Tempo hatte folgen können. “Pogacar fährt schon die ganze Woche unglaublich. Es ist beeindruckend, einen Fahrer mit so viel Talent zu sehen. Er hat jetzt zwei Mal die Tour gewonnen und könnte sich zurücklehnen. Aber er ist hier und zieht für die Fans eine riesige Show ab. Er macht es uns echt schwer, aber es wäre dann auch wirklich etwas Besonderes, wenn man ihn mal besiegt“, lobte der 31-jährige Matthews den souveränen Sieger.

Van Aert verliert Gelb, festigt aber Grün

Bester deutscher Profi war Lennard Kämna (Bora – hansgrohe), der 26 Sekunden hinter Pogacar auf Rang 33 landete. Sein Teamkollege Aleksandr Vlasov kämpfte sich nach einem Sturz auf den letzten neun Kilometern wieder an die Spitze zurück und verlor nur fünf Sekunden auf Pogacar.

Der liegt im Gesamtklassement nun vier Sekunden vor dem US-Amerikaner Neilson Powless (EF Education – EasyPost), neuer Dritter ist mit 31 Sekunden Rückstand Jonas Vingegaard (Jumbo – Visma), gefolgt vom britischen Trio Adam Yates, Thomas Pidcock und Geraint Thomas (alle Ineos Grenadiers).

In der Punktewertung hat Van Aert als Spitzenreiter nunmehr 61 Zähler Vorsprung auf Fabio Jakobsen (Quick-Step Alpha Vinyl). In der Bergwertung führt unverändert Magnus Cort (EF Education – EasyPost) und in der Nachwuchswertung baute Pogacar seinen Vorsprung aus. In der Teamwertung baute Ineos Grenadiers seinen Vorsprung auf nun über eine Minute aus.

So lief das Rennen:

Von Belgien aus ging die längste Etappe der diesjährigen Tour de France immer entlang der französisch-belgischen Grenze. Vom Beginn an war es der Träger des Maillot Jaune, der sich unbedingt unter die Ausreißer des Tages mischen wollte. In verschiedenen Konstellationen attackierte Van Aert und sorgte so für einen rasanten Auftakt in die Etappe. Aber erst nach rund 70 Kilometern konnte er sich dann gemeinsam mit Quinn Simmons (Trek – Segafredo) und Jakob Fuglsang (Israel – PremierTech) lösen und einen Vorsprung von rund vier Minuten erarbeiten.

Die erste von drei Bergwertungen des Tages sicherte sich Simmons vor Fuglsang, den Zwischensprint holte sich dann Van Aert, der somit seine Führung in der Sprintwertung ausbauen konnte. Danach gab es in der Gruppe einige Unstimmigkeiten zwischen Fuglsang und Van Aert, nachdem der Vorsprung zusammengeschrumpft war. 66 Kilometer vor dem Ziel ließ sich der Däne schließlich zurückfallen, nachdem sich immer mehr Teams schalteten in die Nachführarbeit eingeschaltet hatten.

Als 30 Kilometer vor dem Ziel der Vorsprung nur mehr eine Minute betrug, ließ Van Aert auch Simmons stehen und setze seine Flucht alleine fort. Der US-Amerikaner konnte nur den Kopf schütteln und wurde schnell vom Feld gestellt. Dasselbe Schicksal ereilte elf Kilometer vor dem Ende allerdings auch Van Aert.

Der Belgier verabschiedete sich nicht nur von der Spitze des Rennens, sondern auch von der Spitze des Gesamtklassements, nachdem er das Tempo des Feldes nicht mehr mitgehen konnte. Auf den letzten hektischen Kilometer kam es zu einigen Stürzen, wobei es auch Vlasov erwischte, der sich aber bis zum Ziel wieder an die anderen Favoriten herankämpfen konnte.

Am vorletzten Anstieg, der Cote de Pulventeux, griff dann Alexis Vuillermoz (TotalEnergies) an, der Franzose wurde dann aber 1,4 Kilometer vor dem eingeholt. Primoz Roglic (Jumbo – Visma) eröffnete dann früh den Sprint um den Tagessieg. Sein Landsmann Pogacar konterte sofort und wurde bis zur Ziellinie nicht mehr eingeholt.

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