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02.11.2022 | (rsn) - Zum Saisonende nehmen wir nochmals die Neuzugänge der 18 WorldTeams vom Jahresanfang in den Blick. Welcher Fahrer hat sich als Top-Verpflichtung und wer als ein Transfer-Flop herausgestellt?
Quick-Step Alpha Vinyl
Während mit Sam Bennett und Joao Almeida zwei Hochkaräter das "Wolfpack" zu Jahresbeginn verließen, hielt sich Manager Patrick Lefevere beim Einkaufen zur Saison 2022 auffallend zurück. Das belgische Spitzenteam verpflichtete lediglich fünf Fahrer, von denen damals nur einer älter als 22 Jahre war: Louis Vervaeke.
Dazu kamen im Sommer der erst 19-jährige Slowake Martin Svrcek sowie zu Saisonbeginn der damals erst 21-jährige Brite Ethan Vernon und die jeweils 22-jährigen Stan Van Tricht aus Belgien und Mauro Schmid aus der Schweiz. Auch wenn letzterer sogar bereits einen Giro-Etappensieg als Empfehlung mitbrachte, durfte man 2022 von keinem der Neuzugänge große Wunder erwarten. Trotzdem schlugen zwei von ihnen richtig ein - und keiner enttäuschte. Lefevere durfte sich am Saisonende daher auf die Schulter klopfen: Falsch gemacht hatte er 2021 auf dem Transfermarkt wenig.
Der Top-Transfer: Mauro Schmid
Auch wenn er seinen größten Erfolg des Vorjahres, den Tagessieg auf der Schotteretappe des Giro d'Italia 2021 nach Montalcino, 2022 nicht toppen konnte, so hat sich der Schweizer bei Quick-Step Alpha Vinyl prächtig weiterentwickelt. Schmid wurde allen Erwartungen gerecht und übertraf sie teilweise sogar – am deutlichsten wird das daran, dass er hinter Remco Evenepoel und Fabio Jakobsen der Quick-Step-Profi mit den meisten Weltranglistenpunkten in diesem Jahr war.
Schon früh im Jahr wurde Schmid Gesamtzehnter der Oman-Rundfahrt und Zehnter der dortigen Bergankunft am Jabal Al Akhdhar, übrigens mit Kapitän Fausto Masnada am Hinterrad. Im März gewann er die Auftaktetappe der Settimana Coppi e Bartali in Italien. Über eine starke Tour de Romandie ging es zum Giro, wo er beide Zeitfahren in den Top 10 abschloss und einen Etappensieg bei der Bergankunft am Santuario di Castelmonte auf der 19. Etappe nur knapp verpasste - als Koen Bouwman (Jumbo - Visma) ihm im letzten Linksknick den Weg abschnitt und ihn beinahe in die Bande befördert hätte.
Wenig happy: Mauro Schmid (Quick-Step Alpha Vinyl, hinten) beschwert sich beim Giro d'Italia über die Fahrweise von Etappensieger Koen Bouwman (Jumbo - Visma). | Foto: Cor Vos
Im Juni feierte Schmid bei der Baloise Belgium Tour seinen ersten Rundfahrtsieg und auch im Sommer ging es stark weiter – mit Spitzenplatzierungen bei den Landesrundfahrten in Polen und Dänemark sowie Platz sechs beim GP Montréal, wo Schmud nur Tadej Pogacar, Wout Van Aert, Adam Yates, David Gaudu und Teamkollege Andrea Bagioli den Vortritt lassen musste.
Damit gelang ihm eine noch bessere erste Quick-Step-Saison als Neoprofi Ethan Vernon, der aber seinerseits ebenfalls als Top-Transfer zu bezeichnen wäre: Immerhin wurde der Brite bei der Katalonien-Rundfahrt prompt WorldTour-Etappensieger, als er in Vilanova i la Geltrú Phil Bauhaus im Sprint bezwang - wenn auch mit arg fragwürdiger Fahrweise im Schlussspurt und großem Glück, dass die Jury ihn nicht distanzierte.
Ethan Vernon (Quick-Step Alpha Vinyl) bejubelt seinen Etappensieg bei der Katalonien-Rundfahrt. | Foto: Cor Vos
Der Transfer-Flop: Fehlanzeige
Schmid und Vernon feierten persönliche Erfolge, doch auch die anderen beiden Youngster Van Tricht und Svrcek waren alles andere als Enttäuschungen. Svrcek fuhr bis zum Sommer noch für das italienische Kontinental-Team Biesse – Carrera und konnte bei seiner ersten Rundfahrt mit der Quick-Step-Mannschaft in der Slowakei prompt Rang neun im Prolog von Bratislava belegen. Van Tricht kam oft bei Rundfahrten zum Einsatz, schaffte sein bestes Ergebnis aber beim Eintagesrennen Dwars door het Hageland (1.Pro) in Belgien mit Rang vier. Flops waren beide also definitiv nicht.
Und auch Vervaeke kam zwar als Bergkönig der Deutschland Tour und galt zu Beginn seiner Karriere als großes Rundfahrttalent. Bei seinem Wechsel zu Quick-Step aber war von vorneherein klar, dass er klassischer Helfer sein würde. Ihn an seinen Resultaten zu messen, wäre falsch. Dafür aber wurde Vervaeke zu einem wichtigen Domestiken für Remco Evenepoel. Vervaeke war im Februar schon dabei, als der die Algarve-Rundfahrt gewann und gehörte auch im September zum Team, als Evenepoel die Vueta für sich entschied.
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