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23.02.2024 | (rsn) - Zum Start der 5. Etappe konnten wir wieder ein paar Kilometer mit dem Rad hinfahren, allerdings sollten wir wegen einer Zeremonie schon über eine Stunde vorher dort sein. Der Start lag vor einem großen Platz mit Denkmal und es spielte eine Blaskapelle und ein Reiter mit Schwert, der den südamerikanischen Unabhängigkeitskämpfer San Martin darstellte, hielt eine patriotische Rede. Anschließend stellten sich alle 140 Fahrer mit ihren Rädern zu einem Gruppenbild auf.
Nach dem Start fuhren wir ein paar Kilometer zu einem sechs Kilometer langen Rundkurs, auf dem wir neun Runden fahren sollten. Die Straße war ziemlich schlecht und bestand aus Betonplatten mit einer gefährlichen Rille in der Mitte der Fahrbahn, in die man auf keinen Fall geraten durfte. Es war also ein ständiger Tanz im Feld rechts und links um die Rille herum. Wir fuhren drei Kilometer mit Gegenwind, wendeten um 180 Grad und fuhren wieder drei Kilometer mit Rückenwind zurück. Aus den neun Runden wurden irgendwie elf, wahrscheinlich als Kompensation weil wir gestern eine Runde weniger gefahren sind.
Als das schnelle Rundstreckenrennen nach 70 km absolviert war, ging es auf eine ewig lange Gerade Richtung Berge und die Straße blieb schlecht. Es rollte auf den Betonplatten nicht gut und ich dachte ständig, dass ich einen Platten hätte. Bevor der Schlussanstieg richtig begann, holte ich noch Flaschen am Auto und schaffte es nur gerade so wieder an die Spitze des Feldes zu meinen Teamkollegen, denn es ging auf die Windkante und das Feld zerfiel schon. Nachdem ich die Flaschen abgeliefert hatte, ließ ich abreißen und fuhr mit einer Gruppe dem Ziel entgegen.
Die Straße wurde schmaler und schlechter und wir fuhren ein kleines Stück in die Anden hinein, allerdings nur bis auf 1800 m Höhe. Die letzten 500 m zum Ziel waren auf Schotter, aber noch gut zu fahren. Es war stark bewölkt und etwas frisch, weshalb ich mich für den Rücktransfer komplett umzog. Was hier im Rennen an der Spitze passiert, bekomme ich kaum mit und interessiert mich auch nicht, denn mit meiner ausbaufähigen Form kann ich sowieso nichts ausrichten.
Am Hotel angekommen hieß es wie immer Radklamotten waschen und zum Abendessen laufen. Die 6. Etappe ist wieder flach und führt über 170 km und wir fahren wie üblich irgendwo einen Rundkurs.
Gez. Sportfreund Radbert
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