Kolumbianer wieder regelmäßiger Top-10-Gast

Bernal im Aufwind, spürt aber “noch Luft nach oben“

Von Sebastian Lindner

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Egan Bernal ist wieder Stammgast in den Top 10 bei schweren Etappe. | Foto: Cor Vos

11.03.2024  |  (rsn) – Die Anzeichen verdichten sich. Und zwar darauf, dass Egan Bernal (Ineos Grenadiers) gut zwei Jahre nach seinem lebensbedrohlichen Trainingssturz tatsächlich wieder annähernd an seine früheren Leistungen anknüpfen könnte. Im Saisonverlauf, in dem für den Kolumbianer inklusive der nationalen Meisterschaften bisher fünf Wettkämpfe auf dem Programm standen, fuhr er bei allen Events in die Top 7 – nicht auf jeder Etappe, aber jeweils in der Endabrechnung.

Nach Rang 3 bei O Gran Camino (2.1) hinter Dominator Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) und Youngster Lenny Martinez (Groupama – FDJ) beendete Bernal Paris-Nizza (2.UWT) am Sonntag nun als Gesamtsiebenter, vier Minuten hinter Überraschungssieger Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike).

"Es war eine lustige Woche. Es war sehr hart, aber das ist es immer bei Paris-Nizza", sagte der 27-Jährige in den Teammedien. "Das Team hat sehr gut gearbeitet. Ich denke, wir waren eines der besten Teams des Rennens. Wir können stolz auf unsere Leistung sein. Ich selbst habe mich auch gut gefühlt."

Sobald es bergauf ging, zählte Bernal zu den Protagonisten, scheute auch nicht davor zurück, gegen Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step) um Bonussekunden an Zwischensprints zu kämpfen oder Führungsarbeit zu übernehmen. Die topografisch schwerste Etappe der Rundfahrt, hinauf zum Mont Brouilly, beendete er als Fünfter – bereits sein siebentes Top-10-Resultat auf einer Etappe in diesem Jahr. 2023 waren einstellige Platzierungen noch eher die Ausnahme als die Regel. Jetzt kommt auch die Konstanz zurück. "Das gibt Zuversicht für die Zukunft. Es ist erst der Anfang der Saison. Wir müssen weiterkämpfen“, sagte er.

Bernal noch nicht wieder bereit für eine Kapitänsrolle bei einer Grand Tour

Weiterkämpfen bedeutet für Bernal aktuell, weitere Rennkilometer zu sammeln und sie mit guten Ergebnissen zu paaren, vor allem bei einwöchigen Rundfahrten. Im Plan stehen für ihn in den kommenden Wochen deshalb die kaum mit Höhenmetern geizenden spanischen WorldTour-Rundfahrten durch Katalonien (ab 18. März) und das Baskenland (ab 1. April) sowie im Anschluss die Tour de Romandie (ab 23. April) in der Schweiz.

Bereit, sein Ineos-Team bei einer dreiwöchigen Landesrundfahrt anzuführen, fühlt sich Bernal aber "noch nicht, um ehrlich zu sein", wie er cyclingpro.net am Rande von Paris-Nizza verriet: "Es gibt noch einiges zu verbessern. Ich habe ein paar gute Trainings hinter mir, aber es ist immer noch Luft nach oben."

Nachdem er Tour und Vuelta bereits in der vergangenen Saison wieder fuhr, da aber noch nicht wirklich konkurrenzfähig war, bleibt in diesem Jahr noch ein bisschen Zeit, bevor die nächste große Landesrundfahrt auf dem Plan steht. Ende August will Bernal wieder zur Spanien-Rundfahrt antreten. Kämpferisch zeigte er sich dabei schon Ende des letzten Jahres. "Die fehlt mir noch", sagte der Tour-Sieger von 2019 und Giro-Gewinner von 2021 damals.

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