Vingegaard steht vor Gesamtsieg

“Nicht in Bestform“: Nys sprintet dennoch zum Polen-Hattrick

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Thibau Nys (Lidl – Trek) feiert im Bukovina-Resort seinen dritten Etappensieg bei der Polen-Rundfahrt | Foto: Cor Vos

17.08.2024  |  (rsn) – An den beiden letzten Tagen musste er den Sprintern den Vortritt lassen, doch auf der Königsetappe der 81. Tour de Pologne (2.UWT) hat sich Thibau Nys (Lidl – Trek) die Chance nicht nehmen lassen und im Bergaufsprint souverän seinen dritten Tageserfolg eingefahren.

Der 21-jährige Belgier ließ auf der 6. Etappe über 183,2 Kilometer von Wadowice zum Bukovina Ski-Resort zum zweiten Mal im Verlauf dieser Rundfahrt den Italiener Diego Ulissi (UAE Team Emirates) hinter sich und feierte den bereits elften Sieg in seiner noch jungen Karriere.

“Ich entschuldige mich bei allen Fahrern, denen ich gesagt habe, dass es mir heute nicht gut geht, aber es stimmte wirklich“, sagte Nys im Ziel und fügte erklärend an: “Ich war heute wirklich nicht in Bestform und hatte Glück, im Finale noch nach vorn zu kommen. In den Anstiegen hatte ich große Probleme und ich glaube, beim letzten steilen Anstieg war ich in der dritten Gruppe. Aber wir kamen trotzdem zurück, weil andere Teams Verantwortung übernahmen.“

Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) verteidigte als zeitgleicher Vierter hinter dem Briten Oscar Onley (dsm-firmenich – PostNL) sein Gelbes Trikot und nimmt mit 13 Sekunden Vorsprung gegenüber Ulissi die morgige Schlussetappe nach Krakau in Angriff. Sein Teamkollege Wilco Kelderman wurde Tagesfünfter und behauptete Rang drei (+0:20) in der Gesamtwertung. Der Schweizer Yannis Voisard (Tudor / +0:49) folgt auf Rang neun.

Ulissi behauptete seine Führung in der Punktewertung, der polnische Nationalfahrer Michal Paluta muss nur noch in Krakau das Ziel erreichen, um das Bergtrikot mit nach Hause zu nehmen.

So lief die 6. Etappe der Polen-Rundfahrt:

Gemeinsam mit den beiden Italienern Davide Formolo (Movistar) und Samuele Battistella (Astana Qazaqstan) bildete der Schweizer Silvan Dillier (Alpecin – Deceuninck) die prominent besetzte Ausreißergruppe des Tages, die sich auf bergigem Terrain einen Maximalvorsprung von mehr als drei Minuten auf das von Vingegaards Team angeführte Feld erarbeiten konnte.

Zwischenzeitlich versuchte der frühere Zeitfahrweltmeister Tobias Foss (Ineos Grenadiers) die Lücke zum Spitzentrio zu schließen. Erst gemeinsam mit Archie Ryan (EF Education – EasyPost), Mick van Dijke (Visma – Lease a Bike) und Jan Christen (UAE Team Emirates) gelang dies dem Norweger 45 Kilometer vor dem Ziel auch.

Kurz zuvor hatte Dillier die erste der drei Bergwertungen gewonnen, an der zweiten – ebenfalls eine der 1. Kategorie – musste er Formolo den Vortritt lassen. Lange konnte sich die neue Spitzengruppe aber nicht ihres Vorsprungs erfreuen, denn im Feld zog nun Decathlon – AG2R La Mondiale das Tempo an und stellte so 15 Kilometer vor dem Ziel den Anschluss wieder her. Lediglich Ryan konnte sich noch vorne behaupten.

Das Streckenprofil der 6. Etappe der Polen-Rundfahrt | Foto: Veranstalter

Doch dem jungen Iren saß die Favoritengruppe Gruppe mit Vingegaard, Kelderman, Magnus Sheffield (Ineos Grenadiers), Onley, dessen Teamkollegen sowie dem UAE-Trio Rafal Majka, Christen und Ulissi im Nacken. Kurz nach der Bergwertung, die Ryan rund 20 Sekunden vor den Verfolgern gewann, schlossen auch noch Nys und Titelverteidiger Matej Mohoric (Bahrain Victorious) sowie weitere Fahrer auf, so dass die Verfolgergruppe aus schließlich rund 25 Fahrern bestand.

Im unteren Teil des drei Kilometer langen und bis zu zehn Prozent steilen Schlussanstiegs war Ryan dank Bardets Tempoarbeit wieder eingefangen. Danach übernahm Kelderman die Spitze und dünnte die Spitzengruppe weiter aus. Nach einer vergeblichen Attacke von Vingegaard versuchte es Voisard auf den letzten 1,5 Kilometern, doch der Schweizer wurde von UAE 300 Meter vor dem Ziel eingeholt.

Kelderman lancierte als Erster den Sprint, in dem sich dann aber Nys wie schon auf der 3. Etappe vor Ulissi durchsetzte. Onley sicherte sich Rang drei, Vingegaard ging als Vierter im Kampf um die letzten Bonussekunden leer aus, konnte sein Gelbes Trikot aber behaupten und steht nun vor dem Gesamtsieg.

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