“Ich musste was probieren“

Clever und stark: Roglic nach Katalonien bereit für den Giro

Von Christoph Matt

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Primoz Roglic (Red Bull - Bora - hansgrohe) hat die 104. Katalonien-Rundfahrt gewonnen. | Foto: Cor Vos

30.03.2025  |  (rsn) - Primoz Roglic (Red Bull - Bora - hansgrohe) hat mit seinem Gesamtsieg bei der Katalonien-Rundfahrt eindrucksvoll bewiesen, dass er in bestechender Form ist. Der 35-jährige Slowene zeigte nicht nur hervorragende Beine, sondern auf der letzten Etappe auch taktische Cleverness. Schon 2023 hatte Roglic die Katalonien-Rundfahrt und später dann den Giro gewonnen. Den Schlusstag in Katalonien dürfte er also als gutes Omen werten.

Auch Red Bull – Bora – hansgrohe zeigte mannschaftliche Geschlossenheit und positionierte seinen Kapitän geschickt. So wurde im Kampf um das Weiß-Grüne Trikot Juan Ayuso (UAE Team - Emirates) früh unter Druck gesetzt. Auch wenn nachdem Gewinn des ersten Bonussprints sich Roglic beim zweiten dem Spanier geschlagen geben musste, hatte er noch eine Antwort parat, wie Teamkollege Jan Tratnik im Ziel erklärte.

“Wir hatten so etwa fünf verschiedene Pläne. Der erste Plan war, den Bonussprint zu gewinnen, das hat geklappt und wir waren da eine Sekunde vor Ayuso. Dann hat UAE übernommen und am zweiten Sprint hat sich das Blatt wieder gedreht. Dann lag es an Primoz”, sagte der Slowene zur Attacke seines Landsmanns der schließlich 21 Kilometer vor dem Ziel am Montjuic zur vorentscheidenden Attacke antrat , um schließlich den Tagesieg und den Gesamtsieg zu holen.

“Primoz ist diese Saison etwas anders angegangen. Er hat sich nicht unter Druck gesetzt, hier gewinnen zu müssen, aber er wollte sich nach drei Wochen am Teide selbst testen – er hat ja nicht für nichts trainiert", sagte Tratnik.

Entspannt und locker wirkende Roglic zog ein positives Fazit von seiner zweiten Rundfahrt des Jahres: “Am Ende hatte ich die Beine und ich habe es bei diesem schönen Wetter und mit der großartigen Unterstützung der Zuschauer sehr genossen. Und nach dem zweiten Bonussprint hatte ich ja keine Wahl, wenn ich gewinnen wollte, musste ich was tun", erklärte er.

Der letztlich deutlich geschlagene Ayuso zog den Hut vor seinem Kontrahenten Roglic: “Er war heute der stärkste Fahrer – Chapeau an ihn.” Gleichzeitig nahm der junge Katalane wertvolle Lehren aus dem Rennen mit: “Ich habe daraus viel gelernt. Beim nächsten Mal weiß ich, dass ich keinen anderen Fahrer, wenn ich der Gesamtführende bin, an sein Hinterrad lassen darf. Egan (Bernal) ließ 20 Meter vor dem Gipfel eine Lücke aufgehen und diese zwei Meter, die mirdann  gefehlt haben, konnte ich nicht mehr schließen.”

Für beide Fahrer wird der Giro d'Italia der nächste Renneinsatz sein, wo es dann wieder zu einem spannenden Duell der beiden kommen könnte. Roglic selbst blickte nach seinem Katalonien-Auftritt Sieg zuversichtlich auf den weiteren Saisonverlauf: "Jetzt mache ich ein bisschen Urlaub und dann beginnt die Giro-Vorbereitung", sagte der Slowene, der zuversichtlich gestimmt sein kann: Die Form stimmt, das Team funktioniert, und taktisch präsentiert er sich auf höchstem Niveau. 

Beste Voraussetzungen für seine vierte Teilnahme am Giro d'Italia, den er – genau wie 2023 – als großes Saisonziel anpeilt.

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