RSNplusSchweizer Youngster zeigt in Kigali auf

Einzelkämpfer Huber: Ohne Team zu Platz 17 bei der U23-WM

Von Felix Mattis aus Kigali

Foto zu dem Text "Einzelkämpfer Huber: Ohne Team zu Platz 17 bei der U23-WM"
Jan Huber fuhr im WM-Zeitfahren der U23 auf den 17. Platz. | Foto: Cor Vos

22.09.2025  |  (rsn) – WorldTour-Profis oder Fahrer aus ProTeams sind bei den Weltmeisterschaften der U23-Männer seit diesem Jahr nicht mehr zugelassen. Trotzdem standen in den Top 15 des Einzelzeitfahrens von Kigali am Montag fast nur Namen, die man bereits mit WorldTeams in Verbindung bringt – aus einem simplen Grund: Sie fahren für deren Development-Teams und genießen entsprechend schon die Unterstützung aus der Struktur der Top-Rennställe.

Ausnahmen gab es in den Top 15 nur zwei: Der Kanadier Jonas Walton auf Rang sechs und der Pole Mateusz Gajdulewicz, der lange auf dem Hot Seat des Zeitschnellsten saß und am Ende Siebter wurde. Beide stehen bei eigenständigen Continental-Teams unter Vertrag.

Ein noch größerer 'Ausreißer' aus der Norm aber war der Schweizer Jan Huber auf dem 17. Platz. Er nämlich schlug sich bislang völlig ohne UCI-Team durch. Trotzdem machte er bei nationalen Schweizer Rennen so sehr auf sich aufmerksam – inklusive zweier Bronze-Medaillen bei den Schweizer U23-Meisterschaften im Zeitfahren und Straßenrennen – dass Swiss Cycling ihn schließlich für die Weltmeisterschaften in Ruanda nominierte. Dort landete er nun direkt hinter dem deutschen Duo Louis Leidert und Paul Fietzke auf Rang 17, 3:08 Minuten langsamer als der neue U23-Weltmeister Jakob Söderqvist. ___STEADY_PAYWALL___

"Ich bin wirklich zufrieden. Das ist meine erste Zeitfahr-Weltmeisterschaft und da kann ich mich nicht beklagen", sagte Huber nach dem Rennen zu radsport-news.com. "Ich wusste nicht, was auf mich hier zukommt. Ich bin noch nie gegen diese Leute hier gefahren. Deshalb bin ich wirklich zufrieden mit dem Ergebnis."

Huber, der in seiner Jugend auch schon viel auf dem Mountainbike unterwegs war, ohne dort aber zum Nationalkader zu gehören, mag es schwer und bergig. Deshalb kam ihm der Zeitfahrparcours von Kigali entgegen – wie natürlich auch das Straßenrennen am kommenden Freitag.

"Es war extrem hart mit den vielen Höhenmetern und der Höhe allgemein. Es war schwer, da richtig zu pacen, um am Schluss nicht zu sehr einzugehen. Aber ich glaube es ist mir gut gelungen", blickte er auf seinen Kampf gegen die Uhr zurück und auch schon gerne in die nähere Zukunft voraus.

Ab 2026 bei Development-Team unter Vertrag

Mit welcher taktischen Ausrichtung das Schweizer U23-Team, zu dem neben Huber auch Robin Donzé (Tudor U23) und Nils Aebersold (Lidl – Trek Future Racing) gehören werden, am Freitag antreten werden, das habe man zwar noch nicht besprochen, meinte Huber. Aber: "Ich freue mich schon drauf!"

Und Vorfreude verspürt der 20-Jährige auch mit dem Blick in die fernere Zukunft. Denn wenn er im kommenden Jahr wieder bei der WM in Montreal am Start stehen sollte, dann gehört er auch zu dem Kreis an Fahrern, die bereits Profiteam-Unterstützung genießen.

"Diese Saison habe ich eigentlich alles selber gemacht, weil ich kein Team hatte. In den nächsten zwei Jahren geht es darum, einiges zu optimieren und dann läuft es hoffentlich nächstes Jahr nochmal besser. Ich denke es gibt noch viel Potential, das ich herausholen kann. Daher freue ich mich auf die nächsten zwei Jahre", deutete Huber gegenüber RSN an und bestätigte dann auch: "Ich habe einen Vertrag unterschrieben." Wo genau, das dürfe er allerdings noch nicht verraten – nur so viel: Es wird ein Development-Team sein.

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