KT-Fahrer lässt WorldTour-Profis hinter sich

Biesterbos überrascht bei der Gravel-WM

Von Christoph Matt

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Friets Biesterbros (BEAT Cycling) hielt sich den ganzen Tag an der Spitze des Rennens| Foto: Cor Vos

12.10.2025  |  (rsn) - Nicht zum ersten Mal in dieser Saison bringt ein Fahrer eines Teams außerhalb der WorldTour die Profis der Topliga des Radsports beim Kampf um einen Meistertitel ins Schwitzen. Nachdem in Italien Filippo Conca vom Viertligisten Swatt Club nationaler Meister wurde, in Österreich Tim Wafler (KTM - Tirol) triumphierte, Anton Schiffer (Bike Aid) bei einer schweren Deutschen Meisterschaft auf dem Podium landete und der Däne Niklas Larsen (BHS - PL Beton - Bornholm) Zeitfahr-Bronze bei der EM holte, sorgte bei der Gravel-WM in Süd-Limburg ein Niederländer für Aufsehen. Frits Biesterbos (BEAT Cycling) wurde Zweiter.

Der 23-Jährige hielt sich den ganzen Tag in der Spitzengruppe auf. Aus dem anfänglichen Quartett mit Nils Politt, den Belgiern Florian Vermeersch und Floris van Tricht fiel zuerst der Deutsche und dann van Tricht zurück. Schließlich konnte Biesterbos dem späteren Sieger Vermeersch nicht mehr folgen, war aber stark genug, um die Verfolger um den Briten Tom Pidcock in Schach zu halten. "Ich habe mich 180 Kilometer am Hinterrad von Florian gequält und probiert, so lange wie möglich dranzubleiben. Das letzte Stück war ich komplett leer. Ich wusste, dass sie hinter mir auch nicht stillstehen. Ich musste weiter treten. Ein zweiter Platz ist für mich wirklich toll“, resümierte Biesterbos gegenüber dem niederländischen Fernsehsender NOS.

Biesterbos werden für die Gravel-Weltmeisterschaft nur Insider auf der Rechnung gehabt haben. Auch seine Fluchtkollegen aus der WorldTour wussten wahrscheinlich kaum, wer der Fahrer ist, der da mit ihnen unterwegs war. Erst im Herbst 2024 heuerte er als Stagiaire beim kontinentalen Team BEAT Cycling an und wechselte vom Mountainbike auf die Straße. Seitdem stellten sich aber einige Erfolge ein: Zweite Plätze beim GP Slovenian Istria (1.2) und beim GP Adria Mobil (1.2) sowie Rang 13 in der stark besetzten Volta NXT Classic (1.1). Kurz vor der Gravel-WM krönte er sich zudem zum niederländischen Gravel-Meister und ließ dabei Fahrer wie Tibor Del Grosso (Alpecin - Deceuninck), Joren Bloem (Unibet - Tietema Rockets) und Mike Teunissen (XDS - Astana) hinter sich.

"Ich bin stark genug, um diesen Jungs das Leben schwer zu machen. Ich kann auf diesem Niveau mitfahren. Scheinbar liegt mein Niveau höher", meinte er mit Blick auf seine Anstellung in der 3. Liga des Radsports. "Das ist für mich auch neu. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt“, so Biesterbos.

Sein Teammanager Thijs Zonneveld erklärte in seinem Podcast und in einem früheren Pressebericht, dass mehrere Profi-Teams die Leistungen von Biesterbos aufmerksam beobachten. Galt Gravelsport in seiner Anfangszeit vor allem als Spielwiese für ehemalige WorldTour-Profis am Karriereende, zeigt die Disziplin inzwischen, dass es sogar andersherum geht. Nach ihrem Sieg beim Unbound Gravel wurde Rosa Klöser von Canyon/SRAM - zondacrypto unter Vertrag genommen und bestritt 2025 auch Straßenrennen. Gravel kann also durchaus ein Sprungbrett in die WorldTour sein.

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