RSNplusPlatz 96 – 104 der RSN-Jahresrangliste 2025

Bock, Koch und ein multidisziplinäres Schweizer Talent

Von Felix Mattis und Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Bock, Koch und ein multidisziplinäres Schweizer Talent"
Max Bock im Trikot von German Cycling. | Foto: Cor Vos

07.11.2025  |  (rsn) – 139 Fahrer haben sich mit unserem neuen Punktesystem für die Radsport-News-Jahresrangliste 2025 qualifiziert.

Nicht alle können wir in den letzten zwei Monaten des Jahres auch mit komplett eigenen Texten vorstellen, zumindest aber einige Worte sollen jedem gewidmet werden. Die zweite Hälfte des Tableaus wird daher in der ersten November-Woche in mehreren Blöcken zusammengefasst. ___STEADY_PAYWALL___

Die Plätze 96 – 104 der RSN-Jahresrangliste 2025:

96. Max Bock (Groupama – FDJ Continentale), 4,5 Punkte
Nachdem er als Junior bereits für das Team Auto Eder unterwegs gewesen war, schloss sich Max Bock beim Sprung in die U23 der Development-Mannschaft von Groupama – FDJ in Frankreich an. Dort entwickelte sich der Mainzer stark weiter und fuhr nun im zweiten Jahr auf den fünften Gesamtrang der Alpes Isère Tour (2.2). Bei den Deutschen Elite-Meisterschaften wurde Bock Zwölfter und bei der U23-DM Vierter. Seine stärksten Auftritte aber hatte der 20-Jährige im Trikot der Nationalmannschaft: Im August wurde er Achter der Tour de L'Avenir und anschließend ging es bei der WM auf Rang elf sowie der EM auf Rang neun. Vielleicht wären sogar noch mehr gute Ergebnisse drin gewesen, aber beispielsweise zum Giro Next Gen nahm ihn Groupama gar nicht mit. So endet für Bock der Ausflug nach Frankreich nun auch. Ab 2026 fährt er für die Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies.

Max Bock bei der U23-WM in Kigali | Foto: Cor Vos

96. Benjamin Eckerstorfer (Tirol – KTM), 4,5 Punkte
Der gebürtige Linzer hat sein erstes U23-Jahr im Development-Team von Soudal – Quick-Step verbracht und ist von dort zur Saison 2024 zu Tirol – KTM gewechselt. Beim österreichischen Kontinental-Team bestritt Eckerstorfer auch die Saison 2025. Er durfte zwar keinen Sieg bejubeln, stand aber bei den Österreichischen Meisterschaften der U23 sowohl nach dem Zeitfahren als auch dem Straßenrennen als Dritter auf dem Podium. Bei der Oberösterreich-Rundfahrt (2.2) einen Monat zuvor wurde der 21-Jährige Zweiter der Bergwertung, doch sein stärkstes Ergebnis 2025 war wohl ganz klar sein letztes: Platz 7 bei der U23-Variante von Il Lombardia im letzten Saisonrennen.

98. Cedric Abt (Lotto – Kern-Haus – PSD Bank), 4 Punkte
In seinem vierten Jahr beim selben Team hat Cedric Abt den bislang vielleicht größten Schritt nach vorn gemacht. Der 22-Jährige begann seine Saison auf Rhodos mit den dortigen März-Rennen und wurde beim Bundesliga-Auftakt in Schweigen prompt Zweiter. In einem vollen Frühjahr kam er Ende April mit bereits 16 Renntagen zur Tour de Bretagne (2.2) und holte sich da als Ausreißer auf der 1. Etappe nicht nur den dritten Tagesrang, sondern auch das Bergtrikot, um das er dann die ganze Woche hart kämpfte, um es schließlich auch zu gewinnen. Um Bergpunkte drehte es sich für Abt auch bei der Nations-Cup-Rundfahrt Course de la Paix in Tschechien, wo er Zweiter der Sonderwertung wurde. Es folgten ein schwerer Giro Next Gen sowie Platz 6 bei der Deutschen U23-Zeitfahrmeisterschaft, bevor in der zweiten Saisonhälfte dann überwiegend nationale Rennen anstanden.

98. Loic Bettendorff (Hrinkow Advarics), 4 Punkte
Eine ganze Reihe Spitzenresultate hat Loic Bettendorff in dieser Saison für sich verbucht. Die meisten davon aber fuhr der 24-jährige Luxemburger nicht bei UCI-Rennen ein, sondern auf nationaler Ebene: Er gewann in Steyr und Graz zwei österreichische Kriterien, wurde Zweiter beim GP Husting & Reiser in Luxemburg und Fünfter bei einem in Andorra ausgetragenen Rennen nur für Teilnehmer aus "den kleinen Ländern Europas", wie eben Andorra, Luxemburg, Liechtenstein, Monaco, San Marino, Zypern, Malta oder Island. Doch auch auf UCI-Level kam etwas zusammen. Bettendorff wurde im März Elfter und Neutner beim GP Istria und GP Brda-Collio (je 1.2) in Slowenien, fuhr einen fünften und einen zweiten Etappenrang bei der Tour of Malopolska (2.2) im Juni in Polen ein, zeigte sich bei der Czech Tour (2.1) im August als aktiver Ausreißer und fuhr beim GP Kranj (1.2) in Slowenien auf den siebten Platz.

98. Josef Dirnbauer (Schwingshandl), 4 Punkte
Nachdem er drei Jahre dem Team Felbermayr angehörte, dass sich aber nach der Saison 2024 auflösen musste, hat sich Josef Dirnbauer für dieses Jahr keinem KT-Rennstall mehr angeschlossen, sondern dem ambitionierten Elite-Team Schwingshandl. Das bot dem 27-Jährigen aber ebenfalls ein internationales Rennprogramm, beginnend im März auf Rhodos und endend mit der Tour of Sout Bohemia (2.2) im September in Tschechien. Seine besten Ergebnisse fuhr Dirnbauer aber in Estland ein: Bei der Baltic Chain Tour (2.2) wurde er im August nach Platz vier im Teamzeitfahren zum Auftakt und Rang sechs auf Etappe 2 schließlich Gesamtsiebter. Dazu kam Ende Mai der Gewinn des Bergtrikots bei der Oberösterreich-Rundfahrt (2.2).

98. Nicolas Halter (Thömus – WindowMaster), 4 Punkte
Als Schweizer Junioren-Meister auf der Straße, auf dem Mountainbike und im Cyclocross sowie Vize-Meister im Einzelzeitfahren kam Nicolas Halter aus der U19 heraus und schloss sich für sein erstes U23-Jahr dem multidisziplinären Elite-Team Thömus – WindowMaster an. Dort war er auch 2025 auf jedem Terrain unterwegs und erfolgreich. Mit dem Mountainbike fuhr er unter anderem drei Weltcup-Podestplätze ein. Auf dem MTB liegt bislang auch Halters größter Fokus, trotzdem aber machte der 19-Jährige auch bei seinen wenigen Straßeneinsätzen 2025 auf sich aufmerksam: Der Appenzeller wurde Gesamtsiebter der Istrian Spring Tour (2.2) im März und fuhr im Mai beim von WorldTour-Profi Stefan Bissegger gewonnenen Radsportfest Märwil (1.2) als Fünfter ins Ziel. Klar zu erkennen: Da wächst ein großes Talent in der Schweiz heran.

Jonas Koch (Red Bull - Bora - hansgrohe, links) beim letzten Rennen seiner Karriere, der Tour of Holland (2.1), mit John Degenkolb (Picnic - PostNL) | Foto: Cor Vos

98. Jonas Koch (Red Bull – Bora – hansgrohe), 4 Punkte
Nach zehn Profijahren, sieben davon in der WorldTour, hängt mit Jonas Koch ein in der deutschen Szene sehr beliebter Fahrer sein Rad an den Nagel. Der 32-Jährige, der vor zehn Jahren eine Etappe der Tour de l'Avenir gewonnen hatte und 2021 hinter Teamkollege Max Schachmann Deutscher Vizemeister wurde, zeichnete sich in seiner Karriere meist als loyaler Helfer aus. So konnte er auch diese Saison nicht mehr weit vorn in die Ergebnislisten fahren. Sein bestes Saisonresultat, das ihm auch 25 Weltranglisten- sowie die vier RSN-Rankingpunkte bescherte, war ein zwölfter Rang beim Brussels Cycling Classic (1.Pro). Das gilt allerdings nur für die Straße, denn bei seinen beiden Starts in der UCI Gravel World Series, in Hegau und beim 3Rides, wurde er jeweils Zweiter.

98. Niklas Märkl (Picnic – PostNL), 4 Punkte
Nachdem Niklas Märkl ergebnistechnisch 2024 das wohl beste Jahr seiner Karriere hatte, musste er diese Saison bei den persönlichen Erfolgen kleinere Brötchen backen. Der 26-Jährige stellte sich komplett in den Dienst seiner Mannschaft und war vor allem als Anfahrer unverzichtbarer Teil der Züge von Casper van Uden, Pavel Bittner, Tobias Lund Andresen und Fabio Jakobsen. In dieser Rolle durfte er, nachdem er 2023 seine bis dato einzige GT absolviert hatte, dieses Jahr auch zum Giro d’Italia und zur Tour de France fahren, die er beide zu Ende gefahren ist. Dort holte er mit je einer Top-15-Etappenplatzierung auch seine RSN-Ranglistenpunkte. Mit 80 Renntagen war Märkl darüber hinaus der aktivste Radprofi Deutschlands im Jahr 2025.

98. Maximilian Schmidbauer (WSA – KTM – Graz), 4 Punkte
Nach vielen Erfolgen auf der Bahn, Maximilian Schmidbauer wurde unter anderem zweimal U23-Europameister, hat der 23-Jährige 2025 seinen ersten UCI-Sieg auf der Straße gefeiert. Im September war er im Massensprint beim Auftakt zur Turul Romaniei (2.2) der Schnellste. Bei der Bahn-WM in Chile konnte er seine Klasse kaum unter Beweis stellen, dafür gelangen Schmidbauer bei der nationalen Meisterschaft drei Titel; die im Scratch, Omnium und Punktefahren.

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