Robert Müllers Ghana-Tagebuch

Nach Platz 1 und 3 im Prolog gibt´s schon den ersten Ruhetag

Von Robert Müller und Arthur Lenné

Foto zu dem Text "Nach Platz 1 und 3 im Prolog gibt´s schon den ersten Ruhetag"
Müllers Teamkollege Phillip Bachl gewinnt den Prolog der Tour du Ghana | Foto: Robert Müller

17.11.2025  |  (rsn) - Robert Müller ist wieder auf Achse. Wer seine Berichte aus den unterschiedlichsten Ecken der Radsport-Welt – von Südamerika bis Asien – kennt, weiß: Wenn "Radbert" unterwegs ist, wird es selten langweilig. Diesmal hat es ihn nach Westafrika zur Tour du Ghana verschlagen. In seinem Tagebuch lässt Müller die RSN-Leserinnen und -Leser an seiner Reise teilhaben.

Hier ist sein Bericht vom Auftakt, der deutlich anders lief als geplant.

Hallo aus Ghana,

der erste Tag der Tour du Ghana stand an und begann, nun ja, "afrikanisch". Beim Frühstück im Hotel wurde schnell klar, dass Organisation hier anders definiert wird: Es mangelte an Tischen, an Besteck und vor allem an Brot für alle Fahrer. Keine optimalen Bedingungen, aber wir sind ja flexibel.

Pünktlich um 9 Uhr sollte die Teampräsentation im Startbereich stattfinden, der glücklicherweise nur 1,5 Kilometer entfernt war. Wir rollten also entspannt hin, nur um festzustellen, dass es a) keine Teampräsentation gab und b) der Prolog definitiv nicht wie geplant um 10 Uhr starten würde.

Es war noch gar nichts aufgebaut. Damit begann das, was man in Afrika schnell lernt: Rumsitzen und warten, ohne zu wissen, wann (oder ob) etwas passiert. Wir vertrieben uns die Zeit, indem wir Wetten abschlossen – 13 Uhr war der heißeste Tipp für den Start. Immerhin bekamen wir etwas Unterhaltung geboten, als ein paar BMX-Fahrer vorbeikamen und uns mit ihren Tricks eine kleine Show lieferten.

Irgendwann wurde eine Startreihenfolge verlesen, wobei wir schnell merkten, dass es schlicht nach den Startnummern ging. Mit satten zweieinhalb Stunden Verspätung erfolgte dann tatsächlich der erste Start zum Prolog. Die Strecke: Geradeaus, zweieinhalb Kilometer parallel zur Küste. Das Zuschauerinteresse hielt sich leider in Grenzen, auch wenn die Strecke relativ vernünftig abgesperrt war. Die Zeiten wurden übrigens per Hand mit einem Smartphone gestoppt – die Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse kann sich jeder selbst ausmalen.

Trotz des Chaos' war es am Ende ein super Auftakt für uns: Mein Teamkollege, der ehemalige Profi-Langläufer Philipp Bachl, holte sich den Sieg! Obendrauf sicherte sich mein Teamkollege Aaron Wehde den dritten Platz. Ein grandioser Teamerfolg.

Nach dem Prolog ging es zurück ins Hotel, wo uns das altbekannte Essen erwartete: Reis mit Hühnchen. Kurz darauf bewahrheitete sich ein Gerücht. Die morgige 1. Etappe wurde aus unerfindlichen Gründen abgesagt. Somit steht der erste Ruhetag schon vor der ersten richtigen Etappe auf dem Plan. Ein offizielles Ergebnis vom Prolog gab es bis zum nächsten Tag übrigens auch nicht.

Mein Fazit zum Auftakt: So etwas habe ich auch noch nicht erlebt, aber das ist eben Afrika. Man muss es mit Humor nehmen, flexibel bleiben und das Beste aus der Situation machen – was uns mit Platz 1 und 3 ja eindrucksvoll gelungen ist. Jetzt heißt es, den "Ruhetag" zu nutzen und auf den verspäteten Start der Rundfahrt zu hoffen.

Bis bald
Gez. Sportfreund Radbert

Weitere Radsportnachrichten

26.09.2026“Slowakei nominiert Masseur für WM-Rennen“

(rsn) – Wie das slowakische Sportportal sportnet meldet, wird der slowakische Radsportbund am Sonntag einen Masseur ins WM-Rennen der Männer schicken. Man hat das Recht, bis zu vier Fahrer aufzuste

26.09.2026Radsport live im Stream, TV und Ticker: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker?In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wicht

25.09.2026Deutschlands Jüngste glänzen in Montreal: 16-Jährige Bieberle WM-6.

(rsn) – Die deutschen Juniorinnen haben im Straßenrennen bei den Weltmeisterschaften von Montreal in Kanada zwar keine Medaille gewonnen, mit ihrem Abschneiden aber trotzdem überzeugt. Die Plät

25.09.2026Deutsche U23 selbstkritisch: “Weit unter unseren Möglichkeiten“

(rsn) – Die Enttäuschung war den drei bestplatzierten deutschen Fahrern im U23-Straßenrennen der Männer bei den Weltmeisterschaften von Montreal anzumerken. Moritz Mauss, Paul Fietzke und Max Boc

25.09.2026Neira besorgt Spanien den nächsten U19-Titel, Grossmann holt Bronze

(rsn) – Alejandra Neira hat die spanische Siegesserie bei U19-Weltmeisterschaften fortgesetzt. Ein Jahr nach dem Triumph von Paula Ostiz bei den Juniorinnen in Kigali sowie einen Tag nach dem Sieg v

25.09.2026Barry fährt am Geburtstag in der Gruppe des Tages zum Titel

(rsn) – Noch bevor bei der Podiumszeremonie “The Star-Spangled Banner“ erklang, stimmte das Publikum “Happy Birthday to you“ an. Denn an seinem 19. Geburtstag hat sich Ashlin Barry den Tit

25.09.2026WM-Raser kommt nicht ungestraft davon

(rsn) – Der spanische Teammanager, der beim WM-Juniorenrennen der Männer mit dem Teamauto über die Strecke gerast ist, kommt nicht ungestraft davon. Eleuterio Anguita wird vom Rest der Straßen-We

25.09.2026Martinez profitiert beim CRO Race von De Gendts Pech

(rsn) – Nach zweieinhalb Jahren ohne Sieg hat Daniel Felipe Martínez (Red Bull – Bora – hansgrohe) die 4. Etappe des CRO Race (2.Pro) für sich entschieden. Der Kolumbianer war der Schnellste i

25.09.2026Walscheid beendet seine Karriere

(rsn) - Nach elf Jahren als Berufsradfahrer wird Maximilian Walscheid (Lidl – Trek) seine Karriere am Ende der Saison beenden und in eine neue Rolle in Lidls Leistungszentrum in Bad Wimpfen an der S

25.09.2026Cobo schafft den Sprung in die WorldTour

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

25.09.2026Wer kann Vallieres den Titel beim Heimspiel entreißen?

(rsn) – Am Samstag möchte Magdeleine Vallieres in Montreal, 130 Kilometer von ihrer Geburtsstadt Sherbrook entfernt, ihren in Kigali errungenen Sensationstitel verteidigen. Einfach wird das Heimspi

25.09.2026Winter wollte schlau fahren, hatte aber “fast keine Ahnung, wie´s geht“

(rsn) - Obwohl sie im Straßenrennen nur knapp eine Medaille verpasste, stellte sich Mara Winter nach dem harten Rennen der U23-Fahrerinnen, das sie über zehn Runden auf dem schweren Straßenkurs in

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Grand Prix Cerami (1.2, BEL)