Vor Down-Under-Finale in sehr guter Ausgangslage

Rüegg verpasst den Sieg, aber nimmt wichtige Sekunden mit

Von Felix Mattis

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Noemi Rüegg (EF Education - Oatly / links) belegte auf Etappe 2 der Tour Down Under Women 2026 den zweiten Platz hinter Sprint-Ass Ally Wollaston (FDJ United - Suez / rechts). | Foto: Cor Vos

18.01.2026  |  (rsn) – Auf der 1. Etappe verpasste sie die Bonifikationen am Zwischensprint und im Finale in Willunga noch knapp, auf der 2. Etappe nahm Noemi Rüegg (EF Education – Oatly) nun sieben Sekunden für die Gesamtwertung und ihren Kampf um die Titelverteidigung bei der Tour Down Under Women mit.

Die Schweizerin liegt daher vor der schweren Schlussetappe mit zwei Passagen über die steile Rampe der Corkscrew Road (2,4 km bei 9,7%) in komfortabler Position: Als Gesamtdritte hat sie zwar 17 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiterin Ally Wollaston (FDJ United – Suez) und drei auf die Britin Josie Nelson (Picnic – PostNL), doch alle anderen Kontrahentinnen gehen mit Rückstand auf Rüegg ins Finale am Montag – wenn auch nicht viel.

Sollte die Sprinterin Wollaston, wovon die Neuseeländerin wohl sogar selbst ausgeht, wenn man ihr am Wochenende nach ihren Siegen über 'Corkscrew' sprechen hörte, abgehängt werden, könnten in Campbelltown 26 Frauen noch allein durch die Bonifikations-Sekunden für den finalen Etappensieg den Gesamtsieg davontragen.

"Ich erwarte morgen einen sehr schweren Tag. Das GC ist immer noch ziemlich offen, also erwarte ich ein richtiges Feuerwerk beim zweiten Corkscrew-Anstieg", sagte Rüegg nach der 2. Etappe in Paracombe, die für sie bereits deutlich glücklicher verlaufen war, als das erste Teilstück am Samstag in Willunga. Zum ganz großen Glück, dem Tagessieg, fehlten am Ende im Bergaufsprint aber ein paar Körner.

"Es war ein harter Tag, besonders mit der Hitze heute und es ging ständig auf und ab. Ich muss einen großen Dank an meine Teamkolleginnen richten. Sie haben sich den ganzen Tag um mich gekümmert, mich kühl gehalten, alle Attacken abgewehrt und ich konnte so viel Energie wie möglich sparen und mich aufs Finale fokussieren", fasste Rüegg zusammen, die auf Nachfrage auch konkret auf die Vorarbeit durch Weltmeisterin Magdeleine Vallieres einging:

"Wenn die Weltmeisterin für Dich die Ausreißerinnen zurückholt und am Ende so einen tollen Leadout für Dich fährt, das ist wirklich etwas Besonderes. Das motiviert mich umso mehr und es zeigt, was für ein Champion Mags ist – auf und neben dem Rad. Ich bin einfach glücklich, ihre Teamkollegin zu sein", sagte sie, nachdem das EF-Team eine gefährliche fünfköpfige Spitzengruppe um Chloe Dygert (Canyon – SRAM – zondacrypto) auf den leicht ansteigenden drei Schlusskilometern von Paracombe mit starker Tempoarbeit zurückgeholt und schließlich Vallieres als letzte Anfahrerin Rüeggs Sprint vorbereitet hatte.

"Ich hatte einen tollen Leadout und Sprint, aber Ally war stärker"

Die Schweizerin hatte dann um die letzte Rechtskurve herum auf die knapp 200 Meter lange und mit rund sechs Prozent ansteigende Zielgerade die beste Position: Vom Hinterrad von ihrer Teamkollegin im Regenbogentrikot konnte die Schweizerin den Sprint auf der Ideallinie eröffnen und übernahm auch die Führung. Außen herum aber arbeitete sich auch Wollaston nach vorne und die neuseeländische Sprinterin hatte dann doch noch den besten Punch, um auf den letzten 50 Metern an Rüegg vorbei zum Sieg zu spurten.

"Ich hatte einen tollen Leadout und auch einen tollen Sprint, aber Ally war heute stärker, also Glückwunsch an sie", zog Rüegg ihren Hut vor der Konkurrentin. "Trotzdem: Wir sind happy mit der Leistung heute."

Das konnte man bei EF tatsächlich auch sein, denn die Ausgangsposition vor dem Finale am Montag ist für Rüegg sehr gut. Spannend dabei: Ihre Teamkolleginnen haben sich am Sonntag in Paracombe so sehr aufgeopfert, dass sie am Ende alle Zeit verloren – selbst Anfahrerin Vallieres büßte zehn Sekunden ein. Für die Gesamtwertung ist damit wohl klar: Man setzt voll und ganz auf die Titelverteidigerin aus der Schweiz.

Das Streckenprofil der Schlussetappe über die Corkscrew Road. | Grafik: Tour Down Under

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