RSNplusWorldTeams 2026: Uno-X Mobility

Keine Angst vor neuen Herausforderungen

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Keine Angst vor neuen Herausforderungen"
Uno-X Mobility steht 2026 vor neuen Herausforderungen. | Foto: Cor Vos

29.01.2026  |  (rsn) – Vor Uno-X Mobility liegt ein ganz besonderes Jahr. Im Teamsprech ist es das “anspruchvollste und zeitgleich ambitionierteste“ in der Geschichte der Mannschaft überhaupt. Die Norweger, die einst als Kontinental-Team angefangen haben, schafften mit Ablauf der abgelaufenen Saison den ersehnten Sprung in die WorldTour. 

Der bringt aber auch Verpflichtungen mit sich. “Es ist ein großer Schritt für uns, alle drei Grand Tours zu fahren“, sagte Gabriel Rasch, Head of Sports. “Aber das bedeutet nicht, dass wir nicht auch Ziele haben.“

Und die haben es durchaus in sich. Mit Tobias Halland Johannessen, der im vergangenen Jahr schon Sechster der Tour de France war, will das Team dem Podium noch näherkommen als 2025. Zusätzlich soll Johannes Kulset die Top 10 beim Giro ins Visier nehmen. Der 21-Jährige ist zwar schon mal die Tour gefahren, hat ansonsten aber von den WorldTour-Rundfahrten lediglich einmal Paris-Nizza und Katalonien in den Beinen. 

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Dieser Umstand zeigt aber umso mehr, dass Uno-X dem Youngster vertraut. Der Name Kulset, der auch noch auf der Liste der Sportlichen Leiter auftaucht, war zwar in der Vergangenheit auch schon mit Vetternwirtschaft in Verbindung gebracht worden – Kulsets Vater Vegar ist CEO beim Hauptsponsor der Teams. Doch machte sich das Team im Winter mehr oder weniger davon frei, als dass ein weiterer Kulset, Johannes` Bruder Magnus, keinen neuen Vertrag bekam. Er war vor zwei Jahren Auslöser der Vorwürfe, als das Team seinen Vertrag verlängerte, ihm von außen aber die Profitauglichkeit mehr oder weniger abgesprochen wurde. 

Mit Tobias Halland Johannessen will Uno-X im kommenden Sommer bei der Tour de France wieder vorne angreifen. | Foto: Cor Vos

In Andreas Leknessund hätte Uno-X noch einen bereits erprobten Klassement-Fahrer im Kader. Der 26-Jährige beendete den Giro 2026 als Achter, trug auch schon ein paar Tage Rosa. Er könnte der Mann für die dritte Grand Tour werden – oder aber in den Ardennen Ergebnisse einfahren. Denn auch dort will sich Uno-X stärker zeigen als bisher. Erinnerungswürdig ist bisher lediglich die Teamperformance von der Schlechtwetter-Austragung 2024, die Johannessen immerhin als Sechster beenden konnte. Mit Magnus Cort und Andreas Kron stehen zwei weitere Profis im Kader, denen dieses Terrain liegt.

Gleichzeitig will Uno-X aber auch nicht bei den Kopfsteinpflasterklassikern nachlassen. In Sören Waerenskjold, dem aktuellen Omloop-Sieger, Rasmus Tiller und Jonas Abrahamsen bleiben Fahrer im Team, die sich auf Kopfsteinpflaster durchaus wohlfühlen. Ohnehin ist Alexander Kristoff, der ebenfalls noch in diese Liste gehört hätte, der einzige namhafte Abgang. Ohne den 98-Siege-Mann schrumpft jedoch die ohnehin schon dünne Sprinterfraktion weiter zusammen, sie besteht  nur noch aus Erlend Blirka und Stian Fredheim.

An Siegen will sich Uno-X derweil hingegen zumindest vorerst nicht mehr am erster Stelle messen lassen. Die 23 ersten Plätze aus dem Vorjahr - 2024 waren es sogar 26 - werden mit dem schwierigeren Rennprogramm kaum zu wiederholen sein. “Wir wissen, dass wir mit den vielen WorldTour-Rennen vor einer großen Herausforderung stehen“, so Rasch diesbezüglich.

Der Top-Transfer 2026: Anthon Charmig

Um den gewachsenen Anforderungen gerecht zu werden, hat Uno-X seinen Kader auf die maximale Größe von 30 Fahrern erweitert. Selbstverständlich stammen auch alle Neuzugänge ausschließlich aus Norwegen und Dänemark, den beiden Kernmärkten des Sponsors. Die sieben Neuen werden sich dabei in erster Linie in Helferrollen wiederfinden, verteilen sich über alle Altersgruppen und sind überwiegend auf bergigem Terrain zu Hause.

Anthon Charmig hat bei der Tour Down Under schon unter Beweis gestellt, dass er Uno-X bei kleineren Rennen auch anführen kann. | Foto: Cor Vos

Das gilt auch für Anthon Charmig, der durchaus aber auch für die eine oder andere Führungsrolle in Frage kommt. In Australien hat der 26-Jährige das bereits unter Beweis gestellt, die Tour Down Under als Siebter beendet. Zumindest für kleinere Rundfahrten ist er eine Option. Aber auch beim Grand Prix von Québec hat Charming im Vorjahr als Siebenter gewisse Stärken präsentiert. Die letzten zwei Jahre fuhr der Däne für Astana. Davor aber war er schon mal Teil von Uno-X und ist damit, wie auch Torstein Traeen, ein Rückkehrer, der die Strukturen im Team bereits kennt.

Im Fokus: Fredrik Dversnes

Was bei Uno-X schon immer großgeschrieben wird, ist eine offensive Fahrweise. Die will sich das Team auch in der WorldTour unbedingt behalten. Einen Namen hat sich damit vor allem Abrahamsen gemacht, als er im vergangenen Jahr unter anderem eine Etappe bei der Tour abschoss und seinem Team damit den bis dahin größten Erfolg sicherte. 

Was die Waghalsigkeit angeht, steht dem Norweger Landsmann Fredrik Dversnes aber in Nichts nach. Der 28-Jährige ist ebenfalls immer wieder als Ausreißer aktiv. Der Zweite der AlUla-Tour des Vorjahres hat in der Saison 2025 reichlich Kilometer vor dem Feld verbracht. 204 etwa waren es auf der 205 Kilometer langen 5. Etappe von Tirreno-Adriatico. Dversnes hielt das Feld in Schach und gewann damals sieben Sekunden vor Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck). Bei drei Grand Tours wird auch ihm eine zufallen, auf der er sich und sein Können auf ganz großer Bühne zeigen kann.

Fredrik Dversnes überzeugte im vergangenen Jahr vor allem mit Ausreißerqualitäten und gewann so auch eine Etappe bei Tirreno-Adriatico ab. | Foto: Cor Vos

Das Aufgebot:
Jonas Abrahamsen (Norwegen / 30 Jahre), Cark Frederik Bévort (Dänemark / 22), Erlend Blirka (Norwegen / 29), William Blume Levy (Dänemark / 25), Sven Erik Byström (Norwegen / 33), Anthon Charmig (Dänemark / 27), Magnus Cort (Dänemark / 33), Simon Dalby (Dänemark / 22), Frederik Dversnes (Norwegen / 28), Stian Fredheim (Norwegen / 22), Markus Hoelgaard (Norwegen / 31), Adne Holter (Norwegen / 25), Jonas Hem Hvideberg (Norwegen / 26), Storm Ingebrigtsen (Norwegen / 20), Anders Halland Johannessen (Norwegen / 26), Tobias Halland Johannessen (Norwegen / 26), Alexander Kamp (Dänemark / 32), Andreas Kron (Dänemark / 27), Johannes Kulset (Norwegen / 21), Andreas Leknessund (Norwegen / 26), Sakarias Koller Loland (Norwegen / 24), Erik Nordsaeter Resell (Norwegen / 29), Anders Skaarseth ( Norwegen / 30), Tobias Svarre (Dänemark / 21), Rasmus Tiller (Norwegen / 29), Martin Tjötta (Norwegen / 24), Torstein Traeen (Norwegen / 30), Martin Urianstad Bugge (Norwegen / 26), Sören Waerenskjold (Norwegen / 25)

Davon Neuzugänge:
Sven Erik Byström (Groupama – FDJ), Alexander Kamp (Intermarché – Wanty), Torstein Traeen (Bahrain Victorious), Anthon Charmig (XDS – Astana), Martin Tjötta (Arkéa – B&B Hotels), Storm Ingebrigtsen (Coop – Repsol), Tobias Svarre (Coloquick)

Teamleitung:
Manager: Thor Hushovd
Sportdirektor: Gabriel Rasch
Sportliche Leiter: Asbjørn Kragh Andersen, Christian Andersen, Michael Blaudzun, Arne Ensrud, Max Emil Körner, Stig Kristiansen, Kristian Kulset, Gino Van Oudenhove, Leonard Snoeks, Emil Mielke Vinjebo

Material:
Rahmenhersteller: Ridley
Gruppe: SRAM
Laufräder: DT Swiss
Reifen: Continental
Trikot: Fusion
Helm: Sweet Protection

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