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31.01.2026 | (rsn) – Ally Wollaston (FDJ United – Suez) hat zum zweiten Mal in Folge das Cadel Evans Great Ocean Road Race (1.WWT) im australischen Geelong gewonnen. Die Neuseeländerin setzte sich bei der 9. Auflage des ersten WorldTour-Eintagesrennens der Saison im Sprint einer zwölfköpfigen Spitzengruppe vor der Britin Josie Nelson (Picnic – PostNL) und der Spanierin Mireia Benito (AG Insurance – Soudal) durch, nachdem sie zuvor an den letzten beiden Steigungen des Tages in Challambra und der Melville Avenue jeweils bereits abgehängt war.
Die Schweizerin Noemi Rüegg (EF Education – Oatly), die vor knapp zwei Wochen ihren Titel bei der Tour Down Under (2.WWT) erfolgreich verteidigt hatte und in Geelong im Vorjahr Dritte geworden war, kam diesmal auf den siebten Platz. Vor ihr landeten noch die Australische Meisterin Mackenzie Coupland (Liv – AlUla – Jayco), die polnische Tour-de-France-Vierte Dominika Wlodarczyk (UAE Team ADQ) und die vom Bahnradsport kommende Kanadierin Sarah van Dam (Visma – Lease a Bike).
Justyna Czapla (Canyon – SRAM – zondacrypto) und Carina Schrempf (Fenix – Premier Tech) erreichten das Ziel als beste Deutsche beziehungsweise beste Österreicherin mit 25 Sekunden Rückstand im zweiten Fahrerfeld auf den Plätzen 18 und 20. Die zweite deutsche Starterin, Ricarda Bauernfeind (Lidl – Trek), wurde mit 48 Sekunden Rückstand als 39. gewertet.
"Es ist großartig! Ich habe den Mädels bei der ersten Passage des Challambra-Anstiegs gesagt, dass ich mich nicht wirklich toll fühle. Ich habe wirklich gelitten und man konnte es ja sicher im TV-Bild sehen: Ich war beide Male nicht wirklich ganz vorne dabei. Ich verdanke das hier also wirklich meinen Teamkolleginnen, die für mich gearbeitet und das hier ermöglicht haben", sagte Wollaston im Sieger-Interview zur Vorarbeit ihres FDJ-Teams, das im Finale das Rennen kontrolliert hatte.
"Ich wusste, dass ich im Sprint gute Karten haben würde. Aber da musste ich erstmal hinkommen. Ich bin nach dem Challambra wieder vorgekommen, aber dann haben mich wieder einige angegriffen und versucht, mich abzuschütteln. Das Frauen-Peloton wird einfach immer stärker", so Wollaston, die auch bei der Tour Down Under bereits zwei der drei Etappen gewonnen hatte.
Bei wechselhaftem Wetter und 29 Grad setzte sich das Peloton in Geelong in Bewegung, um die große Anfangsschleife entlang der Küste und durchs Hinterland in Angriff zu nehmen. Gleich nach dem Start setzte sich mit der Schweizerin Petra Stiasny (Human Powered Health) eine Fahrerin ab und auch wenn es kurzzeitig noch ein paar Folgeattacken gab, kehrte schnell Ruhe im Peloton ein.
Stiasny hatte bei Kilometer 40 maximal acht Minuten Vorsprung herausgefahren. Trotzdem aber schien ihr Vorhaben nahezu hoffnungslos und im Hauptfeld kontrollierten die Teams der Favoritinnen das Rennen relativ problemlos. So standen 65 Kilometer vor dem Ziel noch drei Minuten auf der Uhr und in der rasanten Abfahrt nach Geelong wurde Stiasny 35 Kilometer vor dem Ziel nach 105 Kilometern allein an der Spitze wieder gestellt.
Das Streckenprofil von Geelong. | Grafik: Cadel Evans Great Ocean Road Race
In der direkten Anfahrt zur ersten Passage des Challambra-Anstiegs (1,1 km bei 8,6 %) kam es zum Sturz von vier Fahrerinnen – darunter Gaia Realini (Lidl – Trek). In der Challambra-Rampe drückte dann UAE zunächst mit Paula Blasi aufs Tempo, ehe Mavi Garcia attackierte. Magdeleine Vallieres (EF Education – Oatly) sprang aber sofort ans Hinterrad der Spanierin und hielt die Gruppe beisammen.
Trotzdem schrumpfte die bis zur Kuppe 30 Kilometer vor Schluss auf 15 Frauen zusammen, wobei Wollaston gerade noch so den Kontakt halten konnte. Die Gruppe rauschte geschlossen die Abfahrt hinunter und nahm die kurze Gegensteigung in der Melville Avenue in Angriff. Dort blieb es aber ruhig und so schloss eine zweite, etwas größere Gruppe auf dem folgenden Flachstück in Richtung Ziel auf.
Mit gut 45 Fahrerinnen im ersten Feld ging es über den Zielstrich und auf die 20 Kilometer lange Schlussrunde. Dort bestimmte das FDJ-Team das Tempo im Feld, hauptsächlich mit Marie Le Net, und es blieb ruhig bis zum Fuß der zweiten Challambra-Passage, so dass weitere Fahrerinnen von hinten aufschließen konnten.
Am Berg dann war es diesmal dann Vallieres, die früh attackierte und wiederum Garcia, die den Vorstoß der Weltmeisterin abwehrte und an ihr Hinterrad sprang. Die Spanierin setzte 9,5 Kilometer vor dem Ziel noch einen drüber und erhöhte das Tempo weiter, so dass nun nur noch neun Frauen an die Kuppe kamen – und in dieser Runde auch Wollaston abgehängt war. In der Abfahrt aber kam die Titelverteidigerin wieder heran und ihr Team übernahm sofort die Verantwortung für die Führungsarbeit mit Amber Kraak und Lauren Dickson.
In der kurzen, aber sehr steilen Rampe in der Melville Avenue attackierten nacheinander Ella Wyllie (Liv – AlUla – Jayco) und die Siegeirn von 2024, Rosita Reijnhout (Visma – Lease a Bike). So entstand knapp sechs Kilometer vor Schluss eine fünfköpfige Spitzengruppe mit diesen beiden sowie Wlodarczyk, Coupland und Nelson. Dahinter aber gaben Dickson und Kraak für Wollaston alles und schlossen das Loch zwei Kilometer später wieder.
Das FDJ-Duo hielt das Tempo bei Nieselregen anschließend hoch und niemand wagte mehr eine Attacke. Es ging zu zwölft auf den Schlusskilometer, wo Coupland den Sprint 250 Meter vor dem Ziel eröffnete, dann aber nichts mehr entgegen setzen konnte, als Wollaston kurz nach der 200-Meter-Marke loslegte und aus der Mitte der Gruppe heraus überlegen zum Sieg spurtete.
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