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31.01.2026 | (rsn) – Die Top 20 traute Silas Kuschla sich und seinen drei Teamkollegen beim U23-Rennen der Cross-WM in Hulst zu. Geklappt hat es mit diesem Ergebnis immerhin für einen aus dem Quartett. Das war aber nicht der von Kuschla getippte Hannes Degenkolb, sondern Max Heiner Oertzen, der vom Start weg der beste des German-Cycling-Teams war und beim Überraschungssieg des Belgiers Aaron Dockx letztendlich als 19. ins Ziel kam.
Das Fazit der Vier fiel direkt nach dem Rennen am Mikrofon von RSN gemischt aus. Am glücklichsten war natürlich Oertzen, der bei seiner ersten U23-WM in Liévin noch 31. geworden war und dieses Ergebnis beim zweiten Anlauf deutlich verbessern konnte. “Ich hatte für meine Verhältnisse einen guten Start und ein ziemlich fehlerfreies Rennen. Ich kann zufrieden sein“, meinte der gerade 20 Jahre alt gewordene Fahrer von Radsport Nagel.
Max Heiner Oertzen schnitt von den Deutschen am besten ab. | Foto: Kevin Kempf
Über den veränderten Parcours äußerte er sich sehr positiv. Auf der alten Strecke war er im Dezember 2024 noch 32. geworden. “Der Kurs lag mir gut, das ist eine der geilsten Runden des Jahres. Es war deutlich verbessert im Vergleich zum letzten Jahr. Es hat super Spaß gemacht“, urteilte Oertzen, bevor er erklärte, was ihm besser gefallen habe: “Man hat zwar mehr Höhenmeter, aber die sind leichter als letztes Jahr, weil man mehr Schwung für die Anstiege hat. Dadurch ist eine coole Abfahrt mehr dazu gekommen und alles ist nicht ganz so verwinkelt.“
Im Gegensatz zu Oertzen kamen seine Teamkollegen nicht gut ins Rennen. “Gerade der Start war sehr entscheidend und den habe ich ein bisschen verpasst“, ärgerte sich Degenkolb. “Ich hatte einfach Pech mit meiner Position. Ich bin erst mal zurückgefallen. Dann ist es sehr schwer, sich hier nach vorn zu arbeiten, weil es ein extrem schnelles Rennen ist“, so der Heizomat-Fahrer weiter.
Am Ende der 1. Runde fand er sich auf Position 31 wieder. Dann begann die Aufholjagd. “Es hat sehr viel Spaß gemacht, aber ich hatte nicht die Beine, um noch weiter vorzufahren. Stückweise ging es schon immer weiter nach vorn, ich habe das ganze Rennen ein paar Leute überholt, aber es war zu wenig heute, um noch weiter vor zu fahren“, so der 21-Jährige, der sich mit sehr stabilen Rundenzeiten am Ende bis auf Platz 22 vorgearbeitet hatte.
Hannes Degenkolb hatte gute Beine. | Foto: Kevin Kempf
Die anvisierte Platzierung unter den besten 20 hatte Degenkolb damit aber verfehlt. “Das ist schade, weil ich mich eigentlich nicht schlecht gefühlt hatte. Aber ich muss es jetzt nehmen, wie es ist. Trotzdem war es, glaube ich, meine beste WM bis jetzt, was irgendwie verrückt ist“, befand der zweimalige DM-Dritte bei der Elite. Bei seiner WM-Premiere in Hoogerheide wurde Degenkolb noch 33., in Tabor reichte es nur zu Rang 49 und in Liévin erreichte er das Ziel auf Platz 30.
Mit dieser Gewissheit will Degenkolb seine Saison noch etwas fortsetzen. “Das nehme ich jetzt mit in die letzten Rennen. Meine Form ist immer noch ansteigend nach der Pause im Dezember. Ich fahre noch Maldegem, Middelkerke und Lille. Und dann mache ich Schluss", kündigte er an.
Pech hatte U23-Meister Eike Behrens. “Bei der ersten Startrampe wurde vor mir gestürzt. Da war es sehr eng und ich habe locker zehn Sekunden verloren. Es ist im Feld so hektisch, dass es immer einen Sturz gibt. Danach muss man erst mal wieder in den Modus kommen“, sagte der Stevens-Fahrer. Den Modus musste er fast in letzter Position des Feldes suchen. Die erste Zielpassage durchfuhr er auf Rang 35, danach ging es schrittweise nach vorn.
Eike Behrens musste in dem Modus kommen. | Foto: Kevin Kempf
“Bis auf den Start war alles gut. Meine Beine waren sogar richtig gut“, befand Behrens. Seine beste Rundenzeit sparte er sich fürs Finale auf. “Weil die Strecke so hart war, sind einige hinten raus eingebrochen. Und weil ich keinen guten Start hatte, konnte ich zum Ende noch etwas Druck machen“, erläuterte er. Alpecin-Profi Senna Remijn konnte er noch erreichen, auf der Zielgerade war der Niederländer aber schneller als der Deutsche, der ein deutliches Fazit zog: “Es hätte besser laufen können, aber mit dem 25. Platz bin ich zufrieden.“
Traurig schaute Kuschla im Ziel drein. Seine Befürchtungen vom Vortag, dass er die schlechteste Form des deutschen Quartetts haben könnte, bestätigte sich. “Bei mir lief es nicht so gut. Ich habe mich von Anfang an ziemlich schlecht gefühlt. Ich habe irgendwie ein paar Probleme mit den Beinen. Irgendwie schläft immer alles ein oder so. Daran hat es gelegen, dass alles blockiert hat“, fasste er sein körperliches Befinden zusammen.
Silas Kuschla fehlte es an Spritzigkeit. | Foto: Kevin Kempf
Kuschla überquerte den Zielstrich als 32 und erzielte damit im vierten und letzten U23-Jahr sein schlechtestes WM-Ergebnis. “Der Start war schon ziemlich schlecht und dann bin ich nicht so richtig ins Rennen gekommen. Ich bin eigentlich die ganze Zeit hinter einem Dänen hergefahren und hatte nicht das Gefühl, dass ich schneller fahren kann. Das war auch ziemlich deprimierend“, haderte er. Trotz aller Probleme wurde Kuschla in der zweiten Hälfte des Wettkampfs immer schneller.
Auch er hob sich das Beste für den Schluss auf. “Meine letzte Runde ging dann noch mal ganz gut, da habe ich noch ein paar Leute überholt. Ansonsten aber ist das auch vom Ergebnis ziemlich schlecht von mir heute“, war er deutlich. Vom 39. Platz nach der 1. Runde hatte er auf der Strecke immerhin sieben Positionen gutgemacht.
Doch fröhlich stimmte ihn das nicht. “Eigentlich wollte ich noch zwei Wochen in Belgien fahren. Jetzt muss ich allerdings gucken, wie es die nächsten Tage bei mir ist und ob ich das noch mache.“
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