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31.01.2026 | (rsn) – Am Samstag um 13:10 Uhr starten in Hulst die U23-Männer ihr WM-Rennen. Mit vier Fahrern schickt German Cycling sein größtes Aufgebot in den Wettbewerb. Bei seiner Streckenbesichtigung am Freitag vor der Team Relay sprach RSN mit Silas Kuschla, der zum vierten und letzten Mal bei einer Weltmeisterschaft in dieser Kategorie antreten darf. Mit Platz 27 in Hoogerheide und Rang 26 sowohl in Tabor als auch in Liévin war er bei den Welttitelkämpfen äußerst stabil unterwegs, aber die Latte liegt in Hulst höher.
“Ich will einen guten Tag erwischen, ein gutes Rennen fahren und Top 20 ist immer so das Ziel bei einer WM. Das habe ich die letzten Jahre nicht geschafft. Aber das ist das, was ich anpeile“, nannte der Hannoveraner seine Marschrichtung. Dass das nicht einfach wird, stellte er allerdings auch gleich selbst fest. “Der Start wird sehr wichtig sein. Ich weiß nicht, wo ich stehe, aber nicht sehr weit vorn. Die letzten Wochen liefen nicht mehr so gut bei mir. Ich habe hier und da Probleme gehabt und die letzten Meisterschaften haben mir von der Strecke her immer ein bisschen mehr gelegen“, gab Kuschla zu.
Die Strecke ist vor jeder WM im Fahrerfeld und in dessen Dunstkreis ein riesiger Diskussionspunkt. Das ist in Hulst nicht anders, da der vom Weltcup gewohnte Parcours teilweise umgedreht und teilweise komplett verändert wurde. “Es ist schon relativ schnell und auch technischer, als ich dachte. Es gibt ein paar Drückerstücke, aber insgesamt ist es etwas dynamischer als die letzten Jahre“, befand Kuschla bei Sonnenschein und Kälte in seiner zweiten Runde.
Neben Streckenanalysen gibt es bei Cross-WMs ein weiteres Hobby, dem sich jeder Querfeldeinfahrer, -journalist und -fan leidenschaftlich hingibt: synoptische Meteorologie. Wetterberichte werden studiert und verglichen. Auf persönlichen Erfahrungen gestützte Analysen werden getätigt. Alles um mental perfekt auf den Wettkampf des Jahres vorbereitet zu sein. Kuschla bildet da keine Ausnahme: “Mal gucken, ob es heute Nacht noch etwas regnet. Es würde mir entgegenkommen, wenn es oberflächlich etwas schlammiger wird. Insgesamt würde das aber nicht so viel verändern, auch wenn die Abfahrten etwas technischer werden würden. Es sind auch viele schnelle Kurven dabei, wo man schon Grip braucht“, meinte er.
Wetter und Parcours haben immensen Einfluss auf die Reifenwahl, die auf einigen Kursen ebenfalls ein großes WM-Thema ist. Auch in Hulst haben viele Athleten noch Fragezeichen im Kopf. “Im Moment bin ich mir noch nicht sicher. Selbst wenn es so bleibt, ist ein Grifo vielleicht zu wenig. Aber es ist schon ein schneller Kurs. Ich hoffe, dass es regnet und langsamer wird. Es ist ein bisschen Regen vorhergesagt, aber ich glaube nicht, dass das reicht. Es müsste schon im Rennen regnen, wenn die Leute rüberfahren, damit hier etwas passiert.“
Neben Kuschla vertreten Hannes Degenkolb, Max Heiner Oertzen und der Deutsche U23-Meister Eike Behrens die Farben von German Cycling. Das Quartett ist meist auf einem ähnlichen Niveau unterwegs und auch Kuschla tat sich schwer, einen Fahrer hervorzuheben. “Ich sehe mich aktuell von der Form bei uns Vieren an hinterster Position. Bei den anderen kommt es wirklich auf die Tagesform an“, urteilte er, bevor er dann doch Degenkolb nannte. “Die Runde ist auf jeden Fall etwas für Hannes. Auf den muss man aus deutscher Sicht setzen. Bei den letzten Rennen hat er immer wieder Pech gehabt. Wenn bei dem alles klappt, kann er Top 15 und an einem richtig guten Tag vielleicht um die Top Ten mitfahren.“
Die Schlüsselstelle wollte Silas Kuschla am Freitag noch nicht gelingen. | Foto: Kevin Kempf
Die Top 20 traute der 21-Jährige auch Oertzen und Behrens zu. Dazu müssen aber alle die technisch schwierigen Stellen unbeschadet überstehen. “In den Abfahrten kann man das Rennen nicht gewinnen, da kann man es nur verlieren. Da werde ich so wenig Risiko wie möglich nehmen und gucken, dass ich da jede Runde heil runterkomme“, verriet Kuschla, der auch eine Schlüsselstelle hervorhob, die schon beim Training viele Zuschauer und Fotografen anzog.
Was sonst die steilste Abfahrt war, wird bei der WM bergauf absolviert. “Da sollte man schon gucken, dass man hochfährt im Rennen. Das wäre ein großer Vorteil, weil die Runde aktuell schnell ist und man wenig Vorsprung herausholen kann, denn überall ist ein Tempolimit drauf. Man kann die Kurven nicht schneller fahren als schnell“, erklärte Kuschla, der es selbst an der Schlüsselstelle noch nicht nach ganz oben geschafft hatte. “Ich bin fast hochgekommen. Wenn man unten richtig antritt und die richtige Linie erwischt, dann geht das schon.“ Und ob das wirklich geht, werden die Zuschauer am Samstag ab 13:00 Uhr bei Discovery + im Stream sehen können.
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