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08.02.2026 | (rsn) – Ab jetzt zählt es für Tudor. 2029 will die Mannschaft aus der Schweiz die WorldTour-Lizenz lösen. Und neben infrastrukturellen Kriterien, die das Team zweifelsohne auch jetzt schon erfüllen würde, muss eben auch das Sportliche stimmen. In den nächsten drei Jahren muss Tudor anhand von UCI-Punkten beweisen, zu den 18 besten Mannschaften zu gehören, um den Sprung in die Eliteliga des Radsports zu schaffen.
Das Potenzial dafür besitzt der 30-köpfige Kader auf jeden Fall. Und er hat nun auch die Chance, dies regelmäßig bei großen Rennen – wo die fetten Punkte verteilt werden – zu zeigen. Durch den Platz unter den besten zwei ProTeams der abgelaufenen Saison bekommt Tudor automatisch Startberechtigungen für alle WorldTour-Rennen und damit “vor allem Sicherheit und Klarheit bei der Planung“, wie Teambesitzer Fabian Cancellara im Januar beim Medientag sagte.
“Wir können im Voraus handeln, Ressourcen reservieren und Personal zuweisen. Und mit den Profis können wir den kompletten Kalender von Beginn der Saison an festlegen. Letztes Jahr wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie die zweite Jahreshälfte aussehen würde und welche Rennen im April stattfinden würden. Das hat zu großer Unsicherheit geführt. Jetzt ist der Kalender klar und das gibt uns Sicherheit", erklärte der Schweizer. ___STEADY_PAYWALL___
Nicht Marc Hirschi und auch nicht Julian Alaphilippe: Michael Storer war 2025 der wichtigste Punktesammler für Tudor. Wenig spricht dagegen, dass es im neuen Jahr anders aussieht. | Foto: Cor Vos
Die ersten Ergebnisse dieser Sicherheit: Tudor wird an allen drei Grand Tours teilnehmen und somit auch bei der Vuelta debütieren. Für Giro und Tour stehen die entscheidenden Personalien auch bereits fest. In Italien starten sollen Marc Hirschi, der 2025 deutlich hinter den Erwartungen zurück blieb, und Michael Storer.
Der Australier war in der abgelaufenen Saison mit Abstand bester Punktesammler des Teams. Er soll auch bei der Tour de France das Gesamtklassement ins Auge fassen und von Julian Alaphilippe unterstützt werden. An den Grand Tours will Cancellara natürlich nicht nur teilnehmen. Ein Etappensieg soll her. “Wir waren in den letzten zwei sehr nach dran.“ 2026 soll es endlich klappen.
15 Siege hat Tudor im Jahr 2025 eingefahren. Durchaus eine stolze Bilanz, die auch nicht ohne Weiteres zu verbessern sein wird. Gerade nicht bei einem Rennprogramm, das durch die zwar nicht verpflichtenden, aber doch gewollten WorldTour-Rennen nicht einfacher wird. Was aber fehlt, war ein großer Klassiker im Frühjahr.
Auch wenn Altmeister Matteo Trentin im vergangenen Jahr Paris-Tours abschießen konnte: Das Traditionsrennen zum Saisonende hat nicht mehr die überragende sportliche Bedeutung von einst, auch wenn es nach wie vor zur ProSeries gehört. So wie Tudor alle Grand Tours fahren will, steht 2026 auch eine vollständige Klassiker-Kampagne auf dem Plan.
Eine große Rolle dabei wird Stefan Küng spielen. Im 32 Jahre alten Schweizer hat das Team ein weiteres heimisches Aushängeschild verpflichtet, das zudem auch noch eine Lücke im Kaderprofil ausfüllt: die des erprobten Klassikerjägers. Und auch wenn Küng dem ersehnten Sieg bei Paris-Roubaix oder der Flandern-Rundfahrt noch hinterherfährt – sowie ganz allgemein einem Sieg auf Kopfsteinpflaster – ist er doch ein großes Versprechen auf Top-Platzierungen in Flandern und dem Norden Frankreichs. Darüber hinaus soll Küng sein Team bei der Tour de France durchs Teamzeitfahren führen, um Storer eine gute Ausgangsposition im Klassement zu sichern.
Stefan Küng wird erstmals in seiner Karriere für ein Team aus der Schweiz starten. Der 32-Jährige wird vor allem für die Frühjahrsklassiker gebraucht und dort die Kapitänsrolle übernehmen. | Foto: Tudor Pro Cycling Team
Neben Küng hat Tudor in Luca Mozzato einen weiteren Mann für den Frühling verpflichtet. Dazu kommt in Will Barta ein Routinier für den Rundfahrt-Support, mit Robin Donzé schafft zudem ein Fahrer aus dem eigenen Nachwuchs den Sprung ins Profiteam. Einen Ersatz für Sprinter Alberto Dainese gibt es nicht, wodurch Arvid de Kleijn der letzte im Team verbliebene Sprinter ist.
Mit Alexander Krieger, der beim Devo-Team als Sportlicher Leiter einsteigt und Mika Heming, der künftig sein Glück in der Kontinental-Tour sucht, haben zwar auch zwei Deutsche das Team verlassen. Dennoch bilden Marco Brenner, Florian Stork und Marius Mayrhofer weiterhin eine starke deutsche Fraktion.
Vor allem Brenner gilt dabei noch immer als großer Hoffnungsträger. Im vergangenen Jahr wurde sein Aufschwung durch einen fürchterlichen Sturz beim Giro jäh ausgebremst. Doch bereits der Auftakt in das Jahr 2026 hat gezeigt, dass der Augsburger davon stärker zurückzukommen scheint. Mit Platz vier in der Gesamtwertung der Tour Down Under (2.UWT) hat er das beste Rundfahrtergebnis seiner Karriere eingefahren. Kann der 23-Jährige eine sorgenfreie Saison absolvieren, muss aber auch das noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.
Marco Brenner ist bei der Tour Down Under als Gesamtvierter stark in die neue Saison gestartet. | Foto: Cor Vos
Das Aufgebot:
Julian Alaphilippe (Frankreich / 33 Jahre), Will Barta (USA / 30), Marco Brenner (Deutschland / 23), Arvid de Kleijn (Niederlande / 31), Robin Donzé (Schweiz / 22 Jahre), Jacob Eriksson (Schweden / 26), Robin Froideveaux (Schweiz / 27), Marco Haller (Österreich / 34), Marc Hirschi (Schweiz / 27), Petr Kelemen (Tschechien / 25), Arthur Kluckers (Luxemburg / 25), Sebastian Kolze Changizi (Dänemark / 25), Stefan Küng (Schweiz / 32), Fabian Lienhard (Schweiz / 32), Marius Mayrhofer (Deutschland / 25), Aivaras Mikutis (Litauen / 23), Luca Mozzato (Italien / 27), Rick Pluimers (Niederlande / 25), Mathys Rondel (Frankreich / 22), Michael Storer (Australien / 28), Florian Stork (Deutschland / 28), Joel Suter (Schweiz / 27), Roland Thalmann (Schweiz / 32), Matteo Trentin (Italien / 36), Yannis Voisard (Schweiz / 27), Larry Warbasse (USA / 35), Fabian Weiss ( Schweiz / 23), Hannes Wilksch (Deutschland / 24), Luc Wirtgen (Luxemburg / 27), Maikel Zijlaard (Niederlande / 26)
Davon Neuzugänge:
Stefan Küng (Groupama – FDJ), Luca Mozzato (Arkéa – B&B Hotels), Will Barta (Movistar), Robin Donzé (Tudor U23)
Teamleitung:
Manager: Raphael Meyer
Sportdirektor: Ricardo Scheidecker
Sportliche Leiter: Sylvain Blanquefort, Claudio Cozzi, Sebastian Deckert, Addy Engels, Daniel Hirs, Morgan Lamoisson, Bart Leysen, Marcel Sieberg, Matteo Tosatto, Boris Zimine
Material:
Rahmenhersteller: BMC
Gruppe: SRAM
Laufräder: DT Swiss
Reifen: Schwalbe
Trikot: Sportful
Helm: Oakley