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06.02.2026 | (rsn) – Als Wunderknabe mit beeindruckenden körperlichen Voraussetzungen galt Andrew August schon lange. Jetzt hat der 20 Jahre alte US-Amerikaner zum Start in sein drittes Profijahr bei Ineos Grenadiers auch seinen ersten Sieg feiern können.
August gewann die 3. Etappe der Valencia-Rundfahrt (2.Pro) im Sprint aus einer vierköpfigen Ausreißergruppe heraus, die sich in der Abfahrt des einzigen Berges des Tages gebildet hatte. Zweiter wurde der Norweger Adne Holter (Uno-X Mobility) vor den Belgiern Jonathan Vervenne (Soudal – Quick-Step) und Florian Vermeersch (UAE – Emirates – XRG).
Im Verfolgerfeld hatte lediglich NSN für Auftaktsieger Biniam Girmay die Nachführarbeit gemacht. Doch auf der fast bis auf den letzten Kilometer leicht abschüssigen Strecke waren die rund 15 bis 20 Sekunden, die die Gruppe zehn Kilometer vor dem Ziel noch hatte, nicht wettzumachen.
Vier Sekunden hinter August sprintete Girmay dann an der Spitze des Feldes als Fünfter über die Ziellinie und konnte seine Führung in der Gesamt- und auch der Punktewertung damit verteidigen. Holter liegt jetzt allerdings zeitgleich auf Rang zwei hinter ihm. Dritter ist mit zwei Sekunden Rückstand Vermeersch.
August ging relativ frisch ins Finale, denn an der Tempoarbeit in der Gruppe hatte er sich überhaupt nicht beteiligt. “Ich habe viel Energie gespart, weil wir hinten in der Gruppe ja auch Ben (Turner) hatten“, sagte er im Siegerinterview. “Eigentlich hatte das Team 50 Kilometer vor dem Ziel gesagt: Geh nach vorne und hol` die Ausreißer zurück.“ In der Abfahrt hatte sich August dann aber ans Hinterrad von Vermeersch geklemmt und sukzessive ein paar Sekunden Abstand herausgeholt, weil im Feld zunächst nicht reagiert wurde.
“Ich habe das so überhaupt nicht erwartet. Und es ist auch nicht die Art und Weise, wie ich meinen ersten Sieg feiern wollte. Die Jungs in der Gruppe haben echt stark gearbeitet und ich bin dann bloß noch von hinten vorbeigesprintet. Dennoch: Es ist ein großartiges Gefühl.“ Für Ineos war es bereits der vierte Sieg der Saison, eingefahren durch ebenso viele Fahrer.
Bei der rasanten Jagd auf die Ausreißer bildeten sich im Feld auf den letzten Metern zudem noch kleine Lücken. Wach war dabei vor allem das Red-Bull-Duo Remco Evenepoel und Aleksandr Vlasov, das so im Gesamtklassement weitere drei Sekunden auf Joao Almeida (UAE – Emirates – XRG) rausholen konnte. Ob das von Bedeutung ist, werden die kommenden beiden Tage zeigen.
Dream start! ????
— Cycling on TNT Sports (@cyclingontnt) February 4, 2026
Biniam Girmay wins the opening stage of the Volta a la Comunitat Valenciana — his first victory since 2024 and his first as an NSN rider ???? pic.twitter.com/qDcVk2A17M
Es dauerte lange, bis die Etappe von Orihuela nach San Vicente del Raspeig über 158 Kilometer so richtig Fahrt aufnahm. Auf den ersten 30 Kilometern blieb das Feld weitgehend zusammen, erst danach konnten sich erste Fahrer in mehreren Wellen lösen. Letztlich bildete sich eine acht Mann starke Gruppe um Bergkönig Danny von van der Tuuk (Euskaltel – Euskadi), der die Führung in jener Wertung verteidigen sollte, und Raul Garcia Pierna (Movistar). Gut drei Minuten fuhren sie sich heraus. Doch als es dann nach 100 Kilometern nach kaum Höhenmetern zu Beginn langsam bergauf ging, schrumpfte der Abstand.
Am Berg übernahm dann Red Bull das Tempo und sortierte im Feld aus, konnte aber weder alle Sprinter abschütteln und erst recht keine klassementrelevanten Abstände erwirken. Die Ausreißer schafften es auch noch vorm Feld über die Bergwertung der 2. Kategorie, Raul Garcia Pierna war dort vor van der Tuuk am Wertungsstrich.
Das Streckenprofil der 3. Etappe der Valencia-Rundfahrt | Foto: Veranstalter
In der Gegensteigung wurde es aber noch mal spannend. Die verbliebenen Ausreißer wurden gestellt. Kurz darauf attackierte Brandon McNulty (UAE – Emirates – XRG), Evenepoel reagierte, auch Almeida & Co. waren dabei. Das dehnte das Hauptfeld, kleine Lücken entstanden. Doch die wurden in der Abfahrt wieder zugefahren. Ein Quartett löste sich dann aber doch: Vermeersch, August, Holter und Vervenne. Es sollte die vorentscheidende Situation im Rennen sein.
Zehn Kilometer vor dem Ziel lag der Abstand bei etwa 15 Sekunden, doch auf weiterhin leicht abschüssigem Terrain schrumpfte die Lücke nur langsam. Erst dann spannte Girmay drei Teamkollegen ein, bis dato hatte es keine geordnete Nachführarbeit gegeben. Doch NSN-Aktion sollte zu spät kommen, die Ausreißer retteten sich bis ins Ziel und machten den Sieg unter sich aus.
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