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07.02.2026 | (rsn) - Nachdem er auf Mallorca als Gastfahrer sein Debüt für Tudor gegeben hatte, ist Lennart Jasch auch im Oman schon wieder für die Profimannschaft im Einsatz. Am Freitag startete der Deutsche bei der Muscat Classic (1.Pro), ab Samstag nimmt er an der fünftägigen Tour of Oman (2.Pro) teil. RSN begleitet den 25-Jährigen an den sechs Renntagen auf der Arabischen Halbinsel.
Die 1. Etappe der Tour of Oman wurde wie erwartet zu einer Beute für die Sprinter. Die einzige Bergwertung begann direkt nach dem scharfen Start ungefähr auf Meereshöhe und endete 3,6 Kilometer später auf 366 Metern über Normalnull. “Am Anfang waren alle nervös, was am ersten Berg passiert. Dann ist aber relativ schnell klar gewesen, dass es ruhig bleibt“, berichtete Jasch nach dem Zieleinlauf.
___STEADY_PAYWALL___Und so passierte, was auf Sprinteretappen so häufig passiert: fast nichts. Alex Diaz (Caja Rural – Seguros RGA), Gastfahrer Patryk Goszczurny (Visma – Lease a Bike) und José Luis Faura (Burgos – Burpellet – BH) setzten sich ab und wurden vom Peloton auf ungefähr 2:30 Minuten Vorsprung eingestellt. “Dann war das Langweilige, dass den ganzen Tag Gegenwind war, bis auf die letzten 20 Kilometer. Die, die vorn waren, haben ganz schön geackert. Aber im Peloton hat man gefühlt nicht getreten. Das war nicht sonderlich hart oder spannend“, urteilte Jasch.
Lennart Jasch (Tudor) vor dem Start zur 1. Etappe der Tour of Oman | Foto: Kevin Kempf
Doch wenn sich das Feld den ganzen Tag ausruhen kann, ist das Feld am Ende des Tages ausgeruht. Und das sorgt immer für Stress. “Die letzten 25 Kilometer wollte jeder als Erster auf die ‘Zielgerade‘ fahren, auch wenn die 20 Kilometer lang war“, so Jasch. Die letzten gut 40 Kilometer der Etappe wurden an der Küste entlang gefahren, erst in Richtung Südosten, dann nach Kehrtwende auf der Gegenfahrbahn zurück.
“Davor die Zeit war eher Trainingsfahrt, ab da war es dann richtig schnell“, meinte der Tudor-Gastfahrer. Jasch hat als ehemaliger Eisschnellläufer und erst eineinhalb Jahren im Rennsattel deutlich weniger Erfahrung als die die meisten - wenn nicht sogar alle - seiner Kollegen. Das war im Finale am Bimmah Sink Hole aber kein Problem für ihn. “Ich würde sagen, ich komme schon relativ gut durch, aber richtig mögen tun das vermutlich die wenigsten Bergfahrer.“
Hektische Finals auf flachen Straßen sind im Normalfall Fachgebiet der großen, schweren Athleten. Jasch zählt nicht zu dieser Kategorie. “Ich habe einige mit meiner Statur gesehen und die waren alle so: ‘Ahhhhhh! Bitte, lass nichts allzu Schlimmes passieren.‘ Zum Glück sind aber wohl alle gut durchgekommen und das ist das Wichtigste, dass es egal für wen, keine Stürze gibt“, befand der Bayer. Dass er sich trotz seines Körperbaus und fehlender Erfahrung so gut im Feld bewegen kann, schrieb er vor allem einem zu: “Ich würde sagen, ich habe ein relativ gutes Gespür dafür.“
Jasch eingangs der letzten 40 flachen Kilometer an der Küste entlang. | Foto: Kevin Kempf
Doch auch Gespür lässt sich noch weiter verbessern. “Mit Sicherheit lernt man es aber auch, wenn man es übt. Fahrer wie Larry (Warbasse), die das schon seit 15 Jahren oder so machen, die fahren dann schon noch mal anders und wissen noch mehr, was passiert. Wenn man aber schon grob das Gefühl hat, sollte man da schon ganz gut durchkommen“, sagte Jasch.
Und so konnte der Nachwuchsfahrer seiner Mannschaft auch im ungeliebten flachen Terrain im Finale unterstützen. “Die letzten 20 Kilometer sind Robin (Donzé) und ich bei Will (Barta), unserem Klassementfahrer, geblieben. Wir haben geschaut, dass er gut ins Ziel kommt und nicht irgendwas mit einem Defekt oder so ist“, erzählte Jasch. Das klappte gut, denn das Bergtrio kam auf den Plätzen 32 bis 34 ins Ziel, während die anderen Vier sich um Sprinter Rick Pluimers kümmerten, der Sechster wurde.
Letztendlich blieb am Bimmah Sink Hole, einem der großen touristischen Highlights im Oman, nur noch eine Frage. Konnte Jasch bei der langweiligen Fahrt wenigstens die Zeit mit der atemberaubenden Landschaft und der Aussicht auf die Berge vertreiben? “Auf so einer Etappe wie heute hat man die Zeit. Normalerweise ist man so fokussiert, dass man nichts mitkriegt. Heute konnte man aber tatsächlich mal das schöne Panorama genießen“, schloss er ab.
Am Sonntag rückt das Panorama wieder etwas heran, dann endet das Teilstück auf den Ytti Hills.