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18.03.2026 | (rsn) - Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) hat gleich bei seinem Debüt das älteste Eintagesrennen der Welt gewonnen. Der 26-jährige Brite sicherte sich die 106. Ausgabe des vor 150 Jahren erstmals ausgetragenen Mailand-Turin (1.Pro) über 174 Kilometer vom Mailänder Vorort Rho zur Superga-Wallfahrtskiche oberhalb von Turin als Solist und zeigte mit seinem zweiten Saisonsieg, dass er bereit ist für den am Samstag anstehenden Frühjahrsklassier Mailand-Sanremo (1.UWT).
Pidock löste sich auf den letzten 600 Metern des rund fünf Kilometer langen und gut neun Prozent steilen Superga-Anstieg und erreichte das Ziel an der berühmten Basilika vier Sekunden vor dem Norweger Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility), der im Vorjahr bereits Dritter geworden war.
Eine Sekunde dahinter wurde der Slowene Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) Dritter und verpasste damit nach einer starken Vorstellung nur knapp seinen zweiten Mailand-Turin-Sieg. Mit elf Sekunden Rückstand belegte sein italienischer Teamkollege Giulio Pellizzari den vierten Platz vor dem ebenfalls beeindruckenden Belgier Cian Uijtdebroeks (Movistar), der in seinem ersten Rennen nach sechswöchiger Verletzungspause Fünfter wurde, nachdem er im Schlussanstieg mehrmals vergeblich attackiert hatte.
In Abwesenheit von Vorjahressieger Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) kam dessen schweizerischer Teamkollege Jan Christen auf Rang elf (+0:44), als bester deutscher belegte Jannis Peter (Unibet – Rose Rockets / +1:05) nach überzeugender Leistung Platz 25.
“Das war ein komischer Tag heute, es hat sich fast wie das erste Rennen der Saison angefühlt mit all den Attacken, Anfangs hatte ich schwere Beine, aber zum Glück hatte ich dann den Kick und konnte sie auch Distanz halten“, sagte Pidcock im Flash-Interview. “Primoz ist immer schwer zu lesen, er bleibt immer im Sattel. Ich habe ihn da aber stark erwartet. Er hat dann ja auch attackiert, aber an einem Punkt wusste ich, dass ich antreten musste. Ein Sieg ist ein Sieg und nie einfach zu holen – schön, dass ich ihn habe“, fügte er an.
Patrick Konrad (Lidl – Trek) war einer von sechs Ausreißern, die sich auf flachem Terrain nach rund 40 Kilometern aus dem Feld lösen und sich einen Maximalvorsprung von rund zwei Minuten herausfuhren. Das Feld hielt die Gruppe an der kurzen Leine und hatte den Rückstand bis zur ersten Superga-Überquerung 24 Kilometer vor dem Ziel fast wettgemacht.
Schon früh im Anstieg übernahm Red Bull - Bora - hansgrohe die Spitze des schnell kleiner werdenden Feldes, das mit Andrea Pietrobon (Polti - VisitMalta) den letzten der Ausreißer knapp zwei Kilometer vor dem Gipfel einfing. Nachdem Red-Bull-Neoprofi Luke Tuckwell seine Arbeit erledigt hatte, übernahm Teamkollege Finn Fisher-Black mit Roglic an seinem Hinterrad. Der attackierte 20 Kilometer vor dem Ziel, Jefferson Alexander Cepeda (EF Education – EasyPost) konnte folgen, ehe kurz darauf auch noch Pidcock und Uijtdebroeks der Anschluss gelang.
In der Abfahrt schlossen weitere Fahrer inklusive Christen, Pellizzari und Adrien Boichis auf, so dass Red Bull mit drei Fahrern in den nunmehr zwölfköpfigen Spitzengruppe vertreten war. Alex Baudin verstärkte zudem die EF-Farben an der Spitze. Red Bull spielte noch in der Abfahr seine numerische Überlegenheit aus und schickte Neoprofi Boichis in die Offensive.
Das Streckenprofil des 106. Mailand-Turin | Foto: Veranstalter
Der 23-jährige Franzose fuhrt sich schnell rund 20 Sekunden Vorsprung heraus, während seine beiden Teamkollegen vor allem die Konter von Christen neutralisierten. So kam in der Flachpassage das von Uno-X angeführte Feld wieder an die Verfolgergruppe heran und stellte auch Boichis am Fuß des Schlussanstiegs, wo dann Pinarello und Movistar die Spitze übernahmen.
Roglic hielt sich zunächst an achter Position, dahinter verlor Christen wie Pellizzari überraschend kurzzeitig den Anschluss. Movistar übernahm mit drei Mann vorne die Kontrolle, dennoch wuchs die Gruppe auf wieder zwölf Fahrer an, ehe Uijtdebroeks drei Kilometer vor dem Ziel beschleunigte. Danach belauerten sich die Favoriten, ehe der Movistar-Neuzugang in einer steilen Passage nochmals attackierte und gemeinsam mit Cepeda eine fünfköpfige Gruppe initiierte.
Roglic erhöhte dann auf den letzten 1,2 Kilometern den Druck, 500 Meter später ging Uijtdebroeks ein drittes Mal und wurde eingefangen. 600 Meter vor dem Ziel löste sich Pidcock, der bis dahin nur reagiert hatte, mit seiner ersten Attacke und baute seinen Vorsprung bis ins Ziel auf vier Sekunden aus, um seinen ersten Saisonsieg vor Johannessen sowie Roglic und Pellizzari zu feiern.
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