Vorschau auf Wevelgem-Wevelgem 2026

Schlägt Wiebes nach zwei Pleiten zurück?

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Schlägt Wiebes nach zwei Pleiten zurück?"
Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) gewann letztes Jahr vor Elisa Balsamo (Lidl - Trek) in Wevelgem. | Foto: Cor Vos

28.03.2026  |  (rsn) – Wenn das Profil auf der y-Achse nicht zu sehr nach oben ausschlägt, hört die Favoritin bei großen Frauenwettkämpfen seit Jahren fast immer auf den Namen Lorena Wiebes (SD Worx – Protime). So auch am Sonntag bei der 13. Ausgabe von Wevelgem-Wevelgem (1.WWT). 

Doch zuletzt, bei Mailand-Sanremo (1.WWT) und der Ronde van Brügge (1.WWT) wurde die 27-Jährige zweimal geschlagen. In Italien wurde Wiebes beim Sieg ihrer Teamkollegin Lotte Kopecky Sechste, in Westflandern musste sie sogar im von Carys Lloyd (Movistar) gewonnenen Massensprint mit Rang neun zufrieden sein.

Trotzdem ist Wiebes auch bei In Flanders Fields - In Wevelgem (1.WWT) wieder die Frau, auf die alle schauen werden. Unterstützt wird die Titelverteidigerin dabei aber nicht von der ersten Garnitur ihrer Mannschaft. Kopecky, Mischa Bredewold, Anna van den Breggen oder Kata Blana Vas sucht man auf der Startliste vergeblich. Das Aufgebot um Femke Gerritse, das die niederländische Equipe aufstellt, ist allerdings dennoch eines der besten im Feld.

Ebenfalls an einem Sprint interessiert sind nach Brügge zweifelsohne Movistar und Lloyd. Die 19-Jährige ist allerdings kräftiger gebaut als ihre Konkurrentinnen und der Kurs in Wevelgem ist wesentlich schwerer als jener bei ihrem Überraschungscoup. Es ist also zweifelhaft, dass die Britin die Passagen über den Kemmelberg übersteht und auf der Zielgerade noch dabei ist. So könnte ihre Landsfrau und Teamkollegin Cat Ferguson ins Rampenlicht rücken. Die 20-Jährige überzeugte in Spanien mit zwei Saisonsiegen und wurde Vierte beim Omloop. Ferguson wünscht sich sicherlich ein schwereres Rennen.

Wer Sprint sät, wird Sprint ernten

Der Blick auf die Startliste lässt aber vermuten, dass sie damit recht allein ist. Alle Teams haben ihre besten Sprinterinnen aufgeboten und das deutet darauf hin, welches Rennen sich die Sportlichen Leiter wünschen und erwarten. So sollte man den Namen von Elisa Balsamo (Lidl – Trek) dick rot unterstreichen. Die Vorjahreszweite war in der Vergangenheit oft die einzige Frau, die auf der Zielgerade in die Nähe von Wiebes kam. Außerdem muss auch sie sich – wie die Niederländerin - nicht vor den Anstiegen fürchten.

Die zweite Frau, die Wiebes in näherer Vergangenheit im Spurt besiegen konnte, ist Charlotte Kool (Fenix – Premier Tech). Die 26-Jährige ist aber nicht mehr so stark wie 2024, als sie die Nummer 2 im Sprint war. Dennoch ist Kool gut für ein Spitzenresultat. Das gilt auch für ihre vier Jahre jüngere Landsfrau Nienke Veenhoven (Visma – Lease a Bike), die in Brügge Dritte wurde und seit Ende der letzten Saison stabil auf die vorderen Plätze sprintet.

Die Sprintentdeckung des letzten Jahres war Lara Gillespie (UAE – ADQ) – und die Irin macht in dieser Saison dort weiter, wo sie 2025 aufgehört hatte. An neun Renntagen kam sie siebenmal unter die Top Ten, immerhin einen Sieg konnte sie dabei einfahren. Mit Karlijn Swinkels, die vor zwei Wochen die Trofeo Alfredo Bina (1.WWT) für sich entschied, und der Sanremo-Dritten Eleonora Gasparrini hat Gillespie das vielleicht stärkste Team an ihrer Seite.

Freie Fahrt für Koch

Da kann auch das deutsche Canyon – SRAM – zondacrypto nicht mithalten. Dort hofft die Brügge-Vierte Chiara Consonni auf einen Sprint, während Zoe Bäckstedt die schnellsten Frauen lieber unterwegs loswerden würde. Das gilt auch für die Aufsteigerin der Saison, Franziska Koch. Ihre Mannschaft FDJ – Suez kommt ohne waschechte Sprinterin und ohne Demi Vollering. Dafür wird die Deutsche Meisterin von einer starken Mannschaft um Strade-Siegerin Elise Chabbey begleitet.

Die deutschen Farben werden außerdem vertreten von Linda Riedmann und Lea Lin Teutenberg (beide Lotto – Intermarché). Die einzigen Österrecheicherinnen auf der vorläufigen Startliste sind Kathrin Schweinberger (Human Powered Health) und ihre Schwester Christina, die für Fenix – Premier Tech antritt. 

Mit Linda Zanetti (Uno-X Mobility) startet eine zweite Schweizerin, die Luxemburgerin Nina Berton trägt bei EF Education – Oatly die 1 auf dem Rücken.

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