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24.06.2026 | (rsn) - Ende Juni stehen traditionell die Nationalen Meisterschaften an. In Deutschland entwickelten sich die Männer-Disziplinen in den letzten Jahren meist zu einer Angelegenheit für Bora - hansgrohe. Das bis zu dieser Saison einzige deutsche Profiteam trat dominant auf und machte etwa im Straßenrennen der Männer auch schon mal das komplette Podium unter sich aus. Deutlich mehr Abwechslung war dagegen bei den Frauen zu verzeichnen.
Wir blicken auf die letzten zehn Jahre der Deutschen Straßenmeisterschaften der Frauen und Männer zurück.
In Erfurt gelang André Greipel (Lotto - Soudal) der dritte Titelgewinn binnen vier Jahren. Nach 215,6 Kilometern des Straßenrennens war der Rostocker im Sprint schneller als Max Walscheid (Giant - Alpecin) und Marcel Kittel (Etixx - Quick-Step). Seinen sechsten Titel sicherte sich Tony Martin (Etixx - Quick-Step) im 41 Kilometer langen Einzelzeitfahren von Streufdorf. Dabei lag er 1:39 Minuten vor Jasha Sütterlin (Movistar) und 2:23 Minuten vor Nils Politt (Katusha).
Nach ihrem Zeitfahrsieg im Vorjahr sicherte sich Mieke Kröger (Canyon – SRAM) diesmal auch im Straßenrennen der Frauen den Titel. Nach 108 Kilometern setzte sie sich als Solistin mit zehn Sekunden Vorsprung auf das Feld durch, aus dem heraus ihre Teamkollegin Lisa Brennauer Platz die Silbermedaille holte. Rang drei ging an Jenny Hofmann. Im 26,2 Kilometer langen Einzelzeitfahren siegte Trixi Worrack (Canyon – SRAM) mit 22 Sekunden Vorsprung auf Stephanie Gaumnitz (Cervelo – Bigla) und 50 Sekunden auf Brennauer.
Im Straßenrennen von Chemnitz war Marcus Burghardt der Mann des Tages. In seiner früheren Heimat holte er sich nach 213 Kilometern den Meistertitel vor seinem zeitgleichen Teamkollegen Emanuel Buchmann. Das Podium komplettierte John Degenkolb (Trek - Segafredo), der mit 43 Sekunden Rückstand Dritter wurde. Im Einzelzeitfahren ging es diesmal deutlich knapper zu als in der Vergangenheit, am Ausgang änderte sich allerdings nichts. Nach 48 Kilometern siegte Tony Martin (Katusha - Alpecin) 15 Sekunden vor Jasha Sütterlin (Movistar), mit 1:17 Minuten Rückstand wurde Nils Politt (Katusha - Alpecin) wie im Jahr zuvor Dritter.
Bei den Frauen sicherte sich Lisa Klein (Cervelo – Bigla) ihren ersten Titel. Sie verwies in Chemnitz nach 116 Kilometern im Sprint einer 13 Fahrerinnen starken Spitzengruppe Lisa Brennauer (Canyon – SRAM) und Charlotte Becker (Hitec Products) auf die Plätze. Im Einzelzeitfahren gelang Trixi Worrack (Canyon – SRAM) nach 31,2 Kilometern die Titelverteidigung mit zwei Sekunden Vorsprung auf Teamkollegin Brennauer, die Vorjahreszweite Stephanie Gaumnitz (Cervelo – Bigla) belegte mit zwölf Sekunden Rückstand den dritten Platz.
Im Straßenrennen von Einhausen gab kam es wieder zu einer Sprintentscheidung, in der nach 228 Kilometern Pascal Ackermann (Bora - hansgrohe) die Nase vorn hatte. Der Südpfälzer ließ im Sprint John Degenkolb (Trek - Segafredo) und Max Walscheid (Sunweb) hinter sich.
Im Zeitfahrwettbewerb war Tony Martin (Katusha - Alpecin) zum achten Mal erfolgreich. Nach 45 Kilometern ließ er wie in den Jahren zuvor Jasha Sütterlin (Movistar) hinter sich. Diesmal trennten die beiden 1:02 Minuten. Rang drei ging mit 1:31 Minuten Rückstand an Nikias Arndt (Sunweb).
Im Frauenrennen feierte Liane Lippert (Sunweb) ihren ersten Titelgewinn. Nach 132 Kilometern setzte sich die Friedrichshafenerin im Sprint einer sieben Fahrer starken Spitzengruppe vor Christa Riffel (Canyon – SRAM) und Corinna Lechner (BTC City Ljubljana) durch. Im Kampf gegen die Uhr konnte Lisa Brennauer (Wiggle High5) erstmals seit 2014 wieder jubeln. Nach 30 Kilometern war die Allgäuerin um 18 Sekunden schneller als Trixi Worrack (Canyon – SRAM). Deren Teamkollegin Lisa Klein wurde mit 48 Sekunden Rückstand Dritte.
Auch im dritten Jahr in Folge ging der Meistertitel im Straßenrennen an Bora – hansgrohe. Auf dem Sachsenring überquerte Maximilian Schachmann nach 178 Kilometern als erster den Zielstrich, unmittelbar gefolgt von seinen beiden Teamkollegen Marcus Burghardt und Andreas Schillinger. Nils Politt (Katusha - Alpecin) als erster Verfolger hatte bereits 1:32 Minuten Rückstand auf das Bora-Trio.
Die Zeitfahrmeisterschaften von Spremberg entschied Tony Martin (Jumbo - Visma) für sich. Bei seinem neunten Titelgewinn verwies er Nils Politt (Katusha - Alpecin) um 17 Sekunden auf Platz zwei, Jasha Sütterlin (Movistar) wurde mit 59 Sekunden Rückstand Dritter.
Erstmals seit 2014 konnte sich Lisa Brennauer (WNT Rotor) wieder über einen Sieg im Straßenrennen freuen. Nach 100 Kilometern verwies sie auf dem Sachsenring im Sprint einer kleinen Spitzengruppe Lisa Klein (Canyon – SRAM) und Titelverteidigerin Liane Lippert (Sunweb) auf die Plätze. Klein sicherte sich dafür im 30 Kilometer langen Einzelzeitfahren das Meistertrikot. Das Podium komplettierten Mieke Kröger (Virtu Cycling (+0:06) und Brennauer (+0:27).
Bei den wegen der Corona-Pandemie in den August verlegten Straßenmeisterschaften landete Marcel Meisen (Alpecin - Fenix) einen Überraschungscoup. Der Cross-Spezialist ließ nach 168 Kilometern in Oberlungwitz im Sprint Pascal Ackermann (Bora - hansgrohe) und seinem Teamkollegen Alexander Krieger hinter sich.
Im Straßenrennen der Frauen siegte erneut Lisa Brennauer, die nach 98 Kilometern im Sprint Charlotte Becker und Tanja Erath schlug.
Auf die Austragung von Zeitfahrmeisterschaften wurde sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen verzichtet.
In Stuttgart jubelte im Straßenrennen wie vor zwei Jahren Maximilian Schachmann (Bora - hansgrohe). Der gebürtige Berliner siegte nach 180 Kilometern als Solist mit 1:06 Minuten Vorsprung auf Jonas Koch (Intermarché - Wanty - Gobert), dessen Teamkollege Georg Zimmermann komplettierte mit 2:01 Minuten Rückstand das Podium.
Bei den Frauen konnte Lisa Brennauer (Cerazitit WNT) ihren Titel verteidigen. Nach 99,4 Kilometern setzte sie sich im Zweiersprint gegen Liane Lippert (DSM) durch. Bronze gewann Ricarda Bauernfeind, die mit neun Sekunden Rückstand den Sprint der ersten Verfolgergruppe für sich entschied. Auch im 30,5 Kilometer langen Zeitfahren von Öschelbronn war Brennauer nicht zu schlagen. Lisa Klein und Hanna Ludwig (beide Canyon – SRAM) hatten auf den Plätzen zwei und drei 31 Sekunden respektive 1:01 Minuten Rückstand.
Auch diesmal sicherte sich ein Fahrer von Bora - hansgrohe das Meistertrikot. Auf der schweren Runde im Sauerland mit Ziel in Winterberg kam Nils Politt nach 210 Kilometern als Solist mit 47 Sekunden Vorsprung auf Nikias Arndt (DSM) ins Ziel. Simon Geschke (Cofidis) wies als Dritter bereits 2:45 Minuten Rückstand auf. Bei den Zeitfahrmeisterschaften von Marsberg trat Lennard Kämna (Bora - hansgrohe) die Nachfolge des zurückgetretenen Tony Martin an. Das Podium komplettierten Jannik Steimle (Quick-Step Alpha Vinyl) und Nils Politt (Bora - hansgrohe).
Im Frauenrennen war Liane Lippert (DSM) nach 122 Kilometern die Stärkste. In Winterberg ließ die Friedrichshafenerin aus einer vierköpfigen Spitzengruppe heraus Ricarda Bauernfeind (Canyon - SRAM) und Nadine Gill (Sopela) hinter sich. Im Zeitfahren krönte Lisa Brennauer (Cerazitit - WNT) ihre Abschiedsvorstellung mit dem fünften Titelgewinn. Die Allgäuerin verwies Lisa Klein (Canyon - SRAM) und Hannah Ludwig (Uno-X) auf die Plätze.
Acht Jahre nach seinem Coup von Einhausen eroberte Emanuel Buchmann (Bora - hansgrohe) in Bad Dürrheim zum zweiten Mal in seiner Karriere das Meistertrikot. Wie bereits 2019 machte sein Team das Podium unter sich aus. Mit je 1:03 Minuten Rückstand landeten Nico Denz und Maximilian Schachmann auf den Plätzen zwei und drei. Auch im Zeitfahren ging der Titel an Bora - hansgrohe. Hier verwies Nils Politt bei seinem ersten Titelgewinn Miguel Heidemann (Leopard) und Schachmann auf die Plätze .
Bei den Frauen gelang Liane Lippert (Movistar) im Straßenrennen mit einem ungefährdeten Solosieg die Titelverteidigung. Nach 135 Kilometern lag sie 1:07 Minuten vor Kathrin Hammes (EF Education - Tibco - SVB) und 1:14 Minuten vor Romy Kasper (AG Insurance - Soudal Quick-Step). Im Kampf gegen die Uhr war Mieke Kröger (Human Powered Health) eine Sekunde schneller als Katharina Fox (Maxx-Solar - Rose), Clara Koppenburg (Cofidis) auf Position drei wies 18 Sekunden Rückstand auf.
Wie im Vorjahr fand die Straßen-DM in Bad Dürrheim statt, allerdings auf einem modifizierten und etwas leichteren Kurs. Im Straßenrennen der Männer musste nach 201 Kilometern das favorisierte Team von Bora - hansgrohe eine Niederlage einstecken. Der Raublinger Rennstall belegte mit Florian Lipowitz und Ben Zwiehoff die Plätze zwei und vier, hatte aber gegen Marco Brenner (Tudor), der als Solist imt 56 Sekunden Vorsprung auf Lipowitz Gold gewann, überraschend das Nachsehen. Platz drei ging an Kim Heiduk (Ineos Grenadiers), der sich im Sprint um den letzten freien Podiumsplatz gegen Zwiehoff durchsetzte.
Auch im Einzelzeitfahren musste sich Bora - hanserohe mit der Silbermedaille zufrieden geben, die an Maximilian Schachmann ging. Er war 17 Sekunden langsamer als Nils Politt (UAE Team Emirates), dem die Titelverteidgung gelang. Bronze holte sich nach 30,6 Kilometern der gerade erst von einem Ellenbogenbruch genesene Miguel Heidemann (Felt - Felbermayr).
Bei den Frauen sicherte sich in Bad Dürrheim Franziska Koch (DSM - Firmenich - PostNL) erstmals das Trikot mit den schwarz-rot-goldenen Brustringen. Sie setzte sich nach 134 Kilometern im Zweiersprint gegen Titelverteidigerin Liane Lippert (Movistar) durch. Mit vier Sekunden Rückstand wurde Antonia Niedermaier (Canyon - SRAM) Dritte. Im Kampf gegen die Uhr war Mieke Kröger nicht zu schlagen. Sie verwies Niedermeier um 17 Sekunden auf Platz zwei, Lisa Klein (Lidl - Trek) komplettierte mit 41 Sekunden Rückstand das Podium.
Bei den nationalen Titelkämpfen von Linden war bei den Männern erstmals Georg Zimmermann (Intermarché - Wanty) erfolgreich. Er setzte sich nach anspruchsvollen 198 Kilometern im Sprint einer vierköpfigen Spitzengruppe vor Felix Engelhardt (Jayco - AlUla) und Anton Schiffer (Bike Aid) durch, Platz vier ging an Lennard Kämna (Lidl - Trek).
Im Kampf gegen die Uhr in Ramstein hatte Maximilian Schachmann (Soudal - Quick-Step) über 22,5 Kilometer das beste Ende für sich. Er verwies Miguel Heidemann (Rembe - rad-net) um 17 Sekunden auf Platz zwei. Den letzten freien Podiumsplatz sicherte sich Kämna, der 25 Sekunden Rückstand aufwies. Titelverteidiger Nils Politt (UAE Team Emirates) verpasste als Vierter das Podium.
Bei den Frauen verteidigte Franziska Koch (Picnic - PostNL) ihren Titel. Nach 118 Kilometern siegte sie als Solistin mit 14 Sekunden Vorsprung auf Antonia Niedermaier (Canyon - SRAM), deren Teamkollegin Rosa Klöster folgte knapp 30 Sekunden dahinter auf Platz drei.
Im Einzelzeitfahren über 22,5 Kilometer war Niedermaier dagegen eine Klasse für sich. Mit deutlichen 1:12 Minuten Vorsprung verwies sie Franziska Brausse (Cerazitit) auf den Silberrang, weitere 30 Sekunden dahinter sicherte sich die dreimalige Titelgewinnerin Liane Lippert (Movistar) diesmal die Bronzemedaille.
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