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17.04.2026 | (rsn) – In Abwesenheit der ganz großen Namen hat Anders Foldager (Jayco – AlUla) die sich bietende Chance genutzt und den 66. Brabantse Pijl (1.Pro) für sich entschieden. Der 24-jährige Däne setzte sich über 162,6 Kilometer von Beersel nach Overijse in einem wilden Sprint überraschend vor dem Belgier Quinten Hermans (Pinarello – Q36.5) durch und feierte den bisher größten Erfolg seiner Profikarriere.
Das Podium komplettierte der Franzose Benoit Cosnefroy (UAE – Emirates – XRG), Gewinner der Ausgabe von 2024, vor dem Franzosen Romain Grégoire (Groupama – FDJ United), und dem Spanier Eduard Prades (Caja Rural – Seguros RGA), der den Sprint eröffnet hatte. Als bester Deutscher belegte Maximilian Schachmann (Soudal – Quick-Step) zeitgleich den 13. Platz.
“Ich wusste, dass ich das in mir habe. Das war heute das perfekte Rennen für mich. Es ist mein mit Abstand größter Sieg und deswegen überrasche ich mich tatsächlich auch ein wenig selbst“, kommentierte Foldager seinen Coup im Ziel-Interview. “Es war sehr schwer und punchy, aber nicht zu schwer. Hügelankünfte wie diese liegen mir auch sehr gut.“
Dabei sah es zu Beginn des Schlussanstiegs in Overijse nicht nach einem Sieg des Dänen aus. “Ich war da vielleicht etwas zu weit hinten. Mauro Schmid hat uns dann perfekt an die Gruppe herangefahren“, lobte Foldager seinen Schweizer Teamkollegen. “Ich musste schon früh alle Register ziehen, denn gleich unten wurde schon richtig schnell gefahren. Als ich an der Spitze ankam, konnte ich nur noch eines tun: Den Kopf runternehmen und sprinten.“ Das tat er so gut, dass niemand mehr an ihm vorbeiziehen konnte, auch nicht der erfahrenen Hermans.
”Ich bin ziemlich zufrieden. Ich habe mich nicht so gut gefühlt und so gut es ging Kräfte gespart. So konnte ich mich am Ende auf den Sprint konzentrieren. Wir haben das hier in der Vergangenheit oft gesehen – es kommt immer wieder zusammen. Und heute war es nicht anders“, sagte der Zweitplatzierte zu Eurosport. “Der Sprint war so schwer. Ich hatte Angst, dass sie von hinten noch an mir vorbeikommen. Aber alle waren wohl etwas tot. Es war kaum noch ein echter Sprint“, fügte er an.
Bei der 66. Ausgabe des Pfeil von Brabant konnte sich keine Gruppe längere Zeit vor dem aufmerksamen Feld behaupten. Kurz vor dem Ende der zweiten von drei Zielrunden waren auch Fran Miholjevic (Bahrain Victorious) und Sam Maisonobe (Cofidis) gestellt, die es kurz zuvor versucht hatten.
Mit hohem Tempo jagte das Feld danach zum Kopfsteinpflasteranstieg der Moskesstraat, wo Gregoire 30 Kilometer vor dem Ziel nach einer kurzen Vorbereitung seines Teamkollegen Kevin Geniets attackierte und sich gemeinsam mit dem Belgier Ramses Debruyne (Alpecin - Premier Tech) absetzte.
Hinter der Spitzengruppe, zu der auch noch Cosnefroy hatte aufschließen können, zerfiel das Feld in mehrere Teile, ehe am Ende der Runde Debruynes Teamkollege del Grosso, Anthon Charmig (Uno-X Mobility) und Milan Lanhove (Flanders – Baloise) den Anschluss schafften.
Das Streckenprofil des 66. Brabantse Pijl | Foto: Veranstalter
Als die Glocke die letzten 20 Kilometer einläutete, hatte das nun von EF Education – EasyPost angeführte Feld die Ausreißer dann aber in Sichtweite vor sich. Doch zunächst schaffte nur Jelle Johannink (Unibet - Rose Rockets) den Anschluss. Bis zur letzten Überquerung der maximal 14 Prozent steilen Moskesstraat baute das Septett seinen Vorsprung sogar wieder auf gut 20 Sekunden aus, obwohl NSN an der Spitze des Feldes für Tempo sorgte.
In dem Kopfsteinpflaster-Anstieg fiel Johannink wieder aus der Gruppe heraus, Lanhove dagegen hielt sich als einziger ProTeam-Fahrer problemlos mit an der Spitze, deren Vorsprung nur unwesentlich abnahm, obwohl vor allem NSN und EF sich nach allen Kräften mühten, die kleine Lücke zu schließen. Die Anstrengungen wurden schließlich doch belohnt: Kurz vor dem Beginn des 1,3 Kilometer langen Schlussanstiegs waren die Ausreißer gestellt.
Mathieu Burgaudeau (TotalEnergies) eröffnete früh das Finale, wurde aber 300 Meter vor dem Ziel eingefangen, ehe Prades antrat. Foldager sprang an sein Hinterrad und holte sich in einem unsortierten Sprint den Sieg beim Ardennenklassiker.