2. Lauf der Road Cycling League Austria

Nolde macht in Wels den Doppelpack perfekt

Von Arthur Lenné

Foto zu dem Text "Nolde macht in Wels den Doppelpack perfekt"
Souveräner Sprintsieg: Tobias Nolde (Vorarlberg) vollendet die Vorarbeit seiner Teamkollegen und gewinnt in Wels. | Foto: Reinhard Eisenbauer

27.04.2026  |  (rsn) – Tobias Nolde (Vorarlberg) hat am Sonntag das 64. Internationale Raiffeisenbank Kirschblütenrennen für sich entschieden. Der Deutsche setzte sich in Wels im Endspurt einer kleinen Spitzengruppe durch und verwies Paul Buschek (Schwingshandl - Intralogistics) sowie Christian Rush (Arbö - Kärnten - Feld am See) auf die Plätze zwei und drei. Damit baute der Kapitän der Vorarlberger Equipe seine Führung in der Road Cycling League Austria weiter aus.

Der Klassiker in Oberösterreich war von Beginn an von hoher Intensität geprägt. Früh im Wettbewerb löste sich eine fünfköpfige Fluchtgruppe vom Peloton. Mit dabei waren Adrian Stieger (Schwingshandl - Intralogistics), Jonas Holzknecht (Tirol - KTM), Thomas Tichler (WSA - KTM - Graz) sowie Gergö Grósz und Matic Žumer (beide Arbö - Kärnten - Feld am See). Das Quintett erarbeitete sich einen Vorsprung von bis zu zwei Minuten, ehe die großen Favoritenformationen die Nachfolgearbeit forcierten.

Vorarlberg sprengt das Feld in der dritten Runde

Besonders die Mannschaft aus dem Ländle übernahm früh die Verantwortung. „Wir haben anhand der Startliste gesehen, dass wir numerisch am stärksten vertreten waren. Als Team des Gesamtführenden war uns klar, dass wir das Geschehen kontrollieren müssen“, erklärte Paul Renger, der sportliche Leiter von Vorarlberg. In der dritten von vier großen Schleifen verschärfte seine Mannschaft das Tempo am Anstieg massiv, wodurch die Hauptgruppe auf etwa 25 Fahrer zusammenschrumpfte.

Nachdem die Ausreißer des Vormittags gestellt worden waren, entwickelte sich ein packendes Ausscheidungsfahren. Kurz vor dem Finale war es erneut Matic Žumer, der die Initiative ergriff und die verbliebenen Konkurrenten unter Druck setzte. Den finalen Vorstoß wagte schließlich Christian Rush. Er initiierte eine dreiköpfige Gruppe, die den Tagessieg unter sich ausmachte. Auf der Zielgeraden verfügte Nolde über die größten Reserven, auch dank der Unterstützung von Emanuel Zangerle, der in der Schlussphase noch zur Spitze aufgeschlossen hatte.

Selbstbewusst von der Spitze: Das Team Vorarlberg kontrollierte mit dem Führenden der Gesamtwertung das Geschehen im Peloton. | Foto: Reinhard Eisenbauer

Historisches Podium für Arbö - Kärnten - Feld am See

Während Nolde jubelte, freute sich auch Paul Buschek über einen starken zweiten Rang. Für Schwingshandl - Intralogistics war es bereits das zweite Mal in Folge, dass man sich auf dem Podest nur knapp geschlagen geben musste. "Es ist beinahe perfekt gelaufen für uns", resümierte Marvin Hammerschmid, der das Ziel auf Position acht erreichte. "Wir waren im Finale mit fünf Fahrern präsent und konnten so jede Attacke neutralisieren. Die Beine haben am Ende entschieden.“

Einen Meilenstein in der Vereinsgeschichte markierte die Formation Arbö - Kärnten - Feld am See. Mit Rang drei durch Rush und Platz fünf durch Žumer gelang der erste Podestplatz in der Historie der Bundesliga. "Nachdem wir den Auftakt in Leonding etwas verschlafen hatten, zeigten die Burschen diesmal, was in ihnen steckt“, so der sportliche Leiter David Pelzer. Auch Nachwuchshoffnung Ola Herheim wusste als 22. in seinem ersten U23-Jahr zu überzeugen.

Bestimmten die erste Rennhälfte: Die fünfköpfige Spitzengruppe um Stieger (Schwingshandl - Intralogistics) und Holzknecht (Tirol - KTM) beim Anstieg in Wels. | Foto: Reinhard Eisenbauer

U23-Erfolg für Tirol - KTM trotz dezimiertem Kader

Das Team Tirol - KTM reiste verletzungsbedingt nur mit vier Akteuren an, konnte aber dennoch Akzente setzen. Felix Rützler belegte den sechsten Gesamtrang und sicherte sich damit den Sieg in der U23-Wertung. "Für ihn war das ein enorm wichtiges Erfolgserlebnis, da er extrem akribisch arbeitet", lobte Martin Taschler seinen Schützling. Kollege Holzknecht sicherte sich zudem die Berg- und Sprintwertungen, nachdem er fast den gesamten Tag in der Offensive verbracht hatte.

Bei Hrinkow - Advarics kämpfte man hingegen mit den Nachwirkungen der Tour of the Alps. „Die schweren Etappen stecken uns noch in den Knochen“, gestand Florian Wiesenhofer. Dennoch reichte es für Loïc Bettendorff (7.) und Valentin Poschacher (10.) zu Top-Ten-Resultaten. Überschattet wurde der Renntag jedoch von der Nachricht über Jaka Primozic, der sich bei der RBB Tour erneut das Becken gebrochen hat und damit als vierter Langzeitverletzter ausfällt.

Die nächste Chance zur Revanche bietet sich dem Feld bereits beim kommenden Bundesliga-Lauf in Nenzing.

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