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15.06.2026 | (rsn) – Glänzende Tage für die heimischen Kontinental-Teams bei der 64. Tour of Malopolska (UCI 2.2): Vorarlberg fuhr in Südpolen den Gesamtsieg, zwei Etappenerfolge und das Sprinttrikot ein, während Hrinkow - Advarics einen Etappensieg sowie einen Podestplatz im Gesamtklassement bejubeln durfte.
Die größte Geschichte schrieb Colin Stüssi: Der Schweizer gewann für Vorarlberg die Königsetappe mit der Bergankunft in Przehyba und sicherte sich damit zugleich den Gesamtsieg der viertägigen Rundfahrt – die Krönung einer nahezu perfekten Woche seiner Mannschaft.
Die vom 11. bis 14. Juni ausgetragene Tour of Malopolska wurde mit einem 1,4 Kilometer kurzen Prolog in Kraków eröffnet, ehe drei Straßenetappen folgten. Nach der 1. Etappe von Wieliczka nach Chelm (133,2 km) und der 2. Etappe von Wadowice nach Nowy Targ (134,3 km) entschied die 153,1 Kilometer lange Königsetappe von Rabka-Zdroj hinauf nach Przehyba über den Gesamtsieg.
Für Vorarlberg lief in Polen praktisch alles nach Plan. Am Ende stand Colin Stüssi ganz oben im Gesamtklassement, Philipp Hofbauer machte als Vierter (+58 Sekunden) das starke Mannschaftsergebnis komplett, Giacomo Ballabio landete auf Rang 8 (+1:33 Minuten). Dazu kamen zwei Etappensiege und das Sprinttrikot für Ballabio. "Wir hatten schon vor der Rundfahrt entschieden, voll auf Colin zu setzen. Dass Giacomo nach seiner Krankheit so stark zurückkam und gleich am ersten Tag am fünf Kilometer langen Schlussanstieg mitspringen konnte, war überragend", erklärte der Sportliche Leiter Paul Renger im Gespräch mit RSN.
Den Auftakt setzte das Team bereits auf der 1. Etappe. In Wieliczka hatte Stüssi im Prolog als Zweiter hinter dem Italiener Alberto Monti (ATT Investments) die erste Duftmarke gesetzt, ehe Vorarlberg den ersten Massensprint dominierte: Ballabio gewann vor seinem zeitgleich Teamkollegen Stüssi, Michael Boros (Kasper - crypto4me) folgte mit drei Sekunden Rückstand auf Rang 3. "Wir hatten mit dem Chaos vom Vorjahr gerechnet und schon vier Leute in die Gruppe gebracht, nur Giacomo und Colin hielten wir zurück", schilderte Renger.
"Tobias Nolde hat den ganzen Tag von vorne gearbeitet, wir sind als erstes Team in den Schlussanstieg gefahren. 700 Meter vor dem Ziel attackierte Colin, Giacomo konnte folgen – und unser Plan war, dass Giacomo sprintet, wenn eine kleine Gruppe ankommt. Genau so ging es auf." Über Dominik Röber holte sich Vorarlberg zudem am Zwischensprint bei Kilometer 20 eine Bonussekunde, um sie nicht der Konkurrenz von ATT Investments zu überlassen.
Auf der Königsetappe folgte dann der entscheidende Schlag. Eine Ausreißergruppe bekam nie mehr als rund eine Minute Vorsprung, ehe Nolde sie 17 Kilometer vor dem Ziel wieder einfing. "Wir hatten alles auf den letzten Berg ausgerichtet", gab Renger zu Protokoll. "Röber hat bis vier Kilometer vor Schluss das Tempo gemacht, dann ist Colin bei dreieinhalb Kilometern attackiert und wurde nicht mehr eingeholt." Stüssi gewann mit 21 Sekunden Vorsprung auf Riccardo Zoidl (Hrinkow - Advarics) und 25 Sekunden auf Monti, Hofbauer rundete den Tag als Vierter ab. Mit dem Etappensieg sicherte sich Stüssi auch das Gelbe Trikot, Ballabio brachte das Sprinttrikot ins Ziel. "Am Ende ist alles aufgegangen, wie wir es geplant hatten – wirklich ganz stark von allen", bilanzierte Renger.
Gesamtsieg im Gelben Trikot: Colin Stüssi (Mitte) gewann die Tour of Malopolska vor Alberto Monti
(ATT Investments, links) und Riccardo Zoidl (Hrinkow - Advarics, rechts). | Foto: Team Vorarlberg
Auch Hrinkow - Advarics reiste mit einer erfolgreichen Bilanz aus Polen ab. Den sportlichen Höhepunkt lieferte Filippo Fortin auf der 2. Etappe: Nach starker Mannschaftsleistung entschied der Italiener den Massensprint in Nowy Targ für sich und bescherte dem Team damit den ersten UCI-Sieg der Saison. Bereits im Prolog hatte Jaka Primozic mit Rang 10 ein erstes Ausrufezeichen gesetzt.
Auf der abschließenden Königsetappe zeigte sich David Paumann in der Ausreißergruppe des Tages aktiv, ehe im Finale Riccardo Zoidl überzeugte. Der Österreicher musste sich nur Etappen- und Gesamtsieger Stüssi geschlagen geben und wurde mit 21 Sekunden Rückstand Zweiter. "Vor allem auf den letzten 1000 Metern vor der Bergankunft habe ich noch einmal alles versucht, um meine Gegner abzuschütteln. Da musste ich richtig tief gehen – aber Colin konnte ich nicht mehr einholen", wurde Zoidl in einer Mitteilung des Teams zitiert. Primozic komplettierte das Tagesergebnis als Neunter.
Im Massensprint nicht zu schlagen: Filippo Fortin gewann für Hrinkow - Advarics die 2. Etappe der Tour of Malopolska in Nowy Targ und sorgte für den ersten UCI-Saisonsieg des Teams. | Foto: Mario Stiehl
Im Gesamtklassement schlug sich das für die Königsetappe aufgestellte Engagement nieder: Zoidl beendete die Tour of Malopolska auf Rang 3 (+47 Sekunden), Primozic wurde Zehnter, dazu kam Platz 3 in der Mannschaftswertung. "Die Rundfahrt war eine richtig gute Standortbestimmung für den Kader der Tour of Austria. Die Stimmung im Team ist gut, wir treten zufrieden die Heimreise an – dort warten zunächst die nationalen Meisterschaften im Heimatbundesland", blickte der Sportliche Leiter Uli Öhlböck in der Teammitteilung bereits voraus.
Für das deutsche Team Storck - MRW Bau war Henri Johannes Appelbaum der herausragende Mann der Woche. Der Routinier präsentierte sich über die gesamte Rundfahrt konstant: Im Prolog reihte er sich auf Rang 11 ein, auf der 1. Etappe nach Chelm fuhr er als Achter im Spitzenfeld mit, und auch auf der Königsetappe hielt er als Zwölfter den Anschluss an die Besten.
Im Gesamtklassement, das an Stüssi ging, bedeutete das für Appelbaum Rang 11 (+1:59 Minuten) – das beste Resultat der Mannschaft. Florian Hochuli sammelte auf der 1. Etappe als 31. weitere Renndistanz in einem stark besetzten internationalen Feld.