RSNplusRSN fuhr die 27,3 km lange Runde ab

Wie schwer ist die Strecke der Deutschen Meisterschaften?

Von Paul Grosch und Joachim Logisch aus Bad Liebenstein

Foto zu dem Text "Wie schwer ist die Strecke der Deutschen Meisterschaften?"
Das Logo der Deutschen Meisterschaften 2026 in Streufdorf und Bad Liebenstein-Brotterode | Foto: Thüringer Radsportverband / German Cycling

28.06.2026  |  (rsn) – Rund 4000 Höhenmeter müssen die Männer bei den Deutschen Meisterschaften im Straßenrennen von Bad Liebenstein bis ins Ziel überwinden. Pro 27,3-Kilometer-Runde, die sieben Mal zu bewältigen ist, sind es 550 - und das bei annähernd 40 Grad im Schatten! Doch, wie schwer ist der Parcorus wirklich? Das wollte RSN genau wissen. Deshalb sind wir sie abgefahren!

 Von der Startlinie weg steigt die Strecke etwa einen Kilometer lang stetig an, durchsetzt mit einigen steileren Rampen. Nach einer kurzen Abfahrt nach Bairoda beginnt der Anstieg zum historischen Bergbaugebiet Kochenfeld. Immer wieder geht es hier kurvenreich über rund 1,5 Kilometer nach oben. Das Steigungsmittel beträgt etwas über sechs Prozent. Kurz vor der Kuppe wartet noch eine Rampe mit zweistelligen Steigungsprozenten. Justyna Czapla bewies im Frauenrennen, dass dort Attacken erfolgreich sein können. ___STEADY_PAYWALL___

Auf der folgenden Abfahrt hinab nach Brotterode-Trusetal ist in der letzten engeren Rechtskurve in die Ortschaft Vorsicht geboten. Eine etwa drei bis vier Zentimeter breite und fünf Meter lange Rille führt in einer leichten Rechtsbiegung über die Straße. Sie ist zwar durch grünes Spray auf dem Asphalt gekennzeichnet. Aber aus dem geschlossenen Feld heraus ist sie schwer zu erkennen. Die Fahrer werden sich diese gefährliche Stelle bestimmt gemerkt haben.

Das Profil der DM-Strecke von Bad Liebenstein. | Foto: Veranstalter

Ab dem Pappenheimplatz im Zentrum der Stadt biegt die Strecke nach links ab. Dort geht es zu einzigen Bergwertung hinauf. Auf knapp elf Kilometern beträgt die Steigung nun im Schnitt 3,6 Prozent, auf den ersten fünf davon sind es zwischen vier und sechs Prozent. Der Kurs führt am Trusetaler Wasserfall und dem Zwergen-Park Trusetal vorbei. In diesem Bereich spenden die Bäume viel Schatten.

In Brotterode flacht der Anstieg kurzzeitig etwas ab, um ab der Ortsausfahrt direkt wieder steiler zu werden. Nach einer kleinen Zwischenabfahrt wartet eine kurze, aber steile Rampe, die sich für Attacken eignen sollte. Einige hundert Meter später ist die Bergwertung erreicht. Im Männerrennen werden dort in der zweiten, vierten und sechsten Runde jeweils an die ersten vier Fahrer Punkte vergeben.

Es folgt ein welliger Abschnitt über den höchsten Punkt der Strecke knapp unter der 700-Meter-Marke, der nach 17 Kilometern erreicht wird. Hier sind auch Attacken möglich, sollten aber in einem überraschenden Moment erfolgen.

Die Karte der DM-Strecke von Bad Liebenstein | Foto: Veranstalter

Die Abfahrt beginnt eher flach. Sobald die L1027 abbiegt, geht es steiler bergab und es warten einige scharfe Kurven. Kurz vor Steinbach folgt noch ein etwas flacherer Abschnitt. Dort ist nochmal Vorsicht geboten. Die am Streckenrand stehenden Bäume sind nicht durch Leitplanken gesichert, so wie auf den Kilometern davor.

Kurz danach ist Bad Liebenstein wieder erreicht. Von der Hauptstraße biegt die Strecke nach links auf eine Nebenstraße ab. Auf dem letzten Kilometer ist der Straßenbelag im Bergabteil etwas schlechter. Eine Linkskurve an einem Kreisel führt auf die letzte Gerade, die noch einmal leicht bergauf ins Ziel führt.

Schon allein wegen der vielen Höhenmeter ist der DM-Kurs so schwer wie seit vielen Jahren nicht - auch wenn Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM) nach dem Frauenrennen sagte: "Mir war die Strecke zu flach. Ich hätte auch die (wegen eines Unfalls im U17-Rennen gestrichene) Runde mehr noch gehabt.“

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