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29.06.2026 | (rsn) – Ein schwerer Kurs in Bad Liebenstein und drückende Hitze machten die Straßenrennen der Deutschen Meisterschaften zu einem echten Ausscheidungsfahren. Bei den Männern überzeugten Jermaine Zemke (Rembe - rad-net) und Silas Koech (Lotto - Kern-Haus - Outlet Montabaur) gegen die WorldTour-Profis, während bei den Frauen Clara Jäger für das LKT Team in die Top Ten fuhr.
Auch international gab es Grund zum Jubeln für die deutschen Kontinental-Rennställe. Kristians Belohvosciks (Bike Aid) lieferte in Lettland einen packenden Kampf und sicherte sich nach dem Sieg im Zeitfahren die Silbermedaille auf der Straße. In der Schweiz glänzte Luca Jenni (Run & Race - Solarpur) mit einem überragenden sechsten Platz im Eliterennen.
Einen internationalen Achtungserfolg feierte Bike Aid bei den Lettischen Meisterschaften. Kristians Belohvošciks sicherte sich nach seinem Titelgewinn im Zeitfahren den zweiten Platz im Straßenrennen. Lediglich dem neuen Meister Martins Pluto musste er sich um eine Sekunde beugen musste. "Er wurde mega knapp geschlagen, nachdem er alleine gegen alle arbeiten musste", erklärte Teamchef Matthias Schnapka stolz.
Bei den Deutschen Meisterschaften der Männer unterstrich Oliver Mattheis als 13. seine ausgezeichnete Form. "Er ist ein starkes Rennen gefahren und hat sich am Berg mit den besten Deutschen duellieren können", fügte Schnapka hinzu. Zudem wusste die Nachwuchsstruktur zu überzeugen: Maxim Roor (Devo-Team) befand sich in der ersten Spitzengruppe, und Elijah Witzack hielt sich im Finale lange an der Seite der Profis auf.
Kristians Belohvošciks (Bike Aid) präsentierte stolz seine Medaille nach einem harten Kampf im
lettischen Straßenrennen. | Foto: Maris Vancevics
Jermaine Zemke sicherte sich in Bad Liebenstein den inoffiziellen Titel des stärksten Kontinental-Fahrers. Der Rembe-Fahreri beendete das selektive Rennen auf dem hervorragenden neunten Platz, 4:10 Minuten hinter Felix Engelhardt (Jayco - AlUla), der sich vor Lennart Jasch (Tudor) und Red-Bull-Profi Nico Denz den Titel sicherte. Sein Teamkollege Mauro Brenner trug als Vierzehnter zu einem rundum gelungenen Mannschaftsergebnis bei.
Im Frauenrennen am Samstag zeigte das Rembe-Team ebenfals eine beeindruckende Geschlossenheit. Beim souveränen Sieg von Franziska Koch (FDJ United - Suez), die vor Liane Lippert (Movistar) und Justyna Czapla (Canyon - SRAM) triumphierte, fuhren Karoline Goldschmidt (9.), Laura Süßemilch (10.) und Lisa Klein (11.) dicht hintereinander über den Zielstrich und setzten damit ein dickes Ausrufezeichen.
Die Hitze und das schwere Profil sorgten dafür, dass von über 150 Startern des Männerrennens letztlich nur 25 das Ziel erreichten. Silas Koech behauptete sich für Lotto - Kern-Haus - Outlet Montabaur im stark dezimierten Feld und sprintete hinter Max Walscheid (Lidl - Trek) und Jonas Rutsch (Lotto - Intermarché) auf einen beachtlichen 12. Platz.
"Silas zeigte eine konstante Leistung und fuhr das gesamte Rennen im sogenannten Hauptfeld", lobte der Sportliche Leiter Hartmut Täumler. Auch Fausto Valentin Penna bewies Kämpferqualitäten: Er verlor zwischenzeitlich den Anschluss, kämpfte sich aber in der letzten Runde zurück und belegte Rang 20. "Koech und Penna überzeugten durch großen Kampfgeist und starke Willenskraft", bilanzierte Heumler.
Ein überaus couragiertes Rennen lieferte Patrick Reißig vom Team Benotti - Berthold ab, der am Ende den 19. Platz belegte. "Das war ein richtig gutes Rennen von Patrick", freute sich der Sportliche Leiter Lars Wackernagel.
Das Feld formierte sich laut Wackernagel auf dem kräftezehrenden Kurs jede Runde neu. "Es war eigentlich das ganze Rennen über richtig Alarm. Patrick hat sich fantastisch durchgebissen und kann sehr stolz auf seine Leistung sein. Es war aufgrund der Bedingungen grenzwertig", fasste er die physischen Strapazen zusammen.
Patrick Reißig (Benotti - Berthold) lieferte auf dem schweren Kurs eine absolute Energieleistung ab.
| Foto: Team Benotti - Berthold
Für Run & Race - Solarpur überzeugte Luca Jenni bei den Schweizer Meisterschaften mit einem herausragenden sechsten Platz. Hinter Jan Christen (UAE Team Emirates), der als Solist siegte, kam Jenni mit 1:13 Minuten Rückstand ins Ziel. "Es war eines meiner besten Rennen. Es ist einfach schön, wenn an einem Tag vieles zusammenpasst", erklärte der Eidgenosse, der sich im extrem schnellen Rennen nach einigen Rückschlägen mehrmals zurückkämpfte.
In Deutschland fuhr Bastian Dietl sehr offensiv und befand sich zwischenzeitlich in einer prominent besetzten Ausreißergruppe gemeinsam mit Rutsch, Nils Politt (UAE - Emirates - XRG), Tim Torn Teutenberg (Lidl - Trek), Maximilian Schachmann (Soudal - Quick-Step), Miguel Heidemann (Rembe - Rad-net) und Jonas Rapp FNIX - SCOM - Hengxiang).
Dabei fiel er durch einen Defekt zurück, konnte sich jedoch wieder in die Spitze vorkämpfen. Später musste er die Ausreißer dann aber endgültig ziehen lassen: "Irgendwann konnten wir KT-Fahrer dem hohen Tempo der WorldTour-Profis am Berg nicht mehr folgen", erklärte Dietl gegenüber RSN. Schließlich rettete er sich nach einem harten Tag als 24. ins Ziel.
Im Frauenrennen am Samstag zeigte die erst 19-jährige Clara Jäger vom LKT-Team ihre Kletterqualitäten. Sie hielt sich in den entscheidenden Phasen weit vorne auf und sicherte sich einen bärenstarken sechsten Platz, 1:41 Minuten hinter Koch. Ihre Teamkollegin Leni Bauer folgte auf Rang 16.
Für das Team Wheel Divas überquerte Corinna Lechner nach dem starken Zeitfahren den Zielstrich beim Straßenrennen als 15. Inka Tulowitzki beendete den schweren Tag auf dem 17. Platz.
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