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30.06.2026 | (rsn) – Es wäre keine Premiere, angesichts der Umstände dennoch sensationell: Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) will bei der am 4. Juli beginnenden 113. Tour de France (2.UWT) 2026 früh ins Gelbe Trikot fahren. Das gelang ihm bisher zweimal, 2021 und 2025. Diesmal stellt sich den Plänen des Niederländers aber nicht nur fast die gesamte Weltelite in den Weg, sondern auch das Mannschaftszeitfahren beim Grand Départ in Barcelona.
“Prinzipiell sollten wir mit den Fahrern, die wir haben, ein gutes Zeitfahren bestreiten können“, befand van der Poel im Interview mit dem niederländischen Fernsehen NOS. “Es ist natürlich eine sehr spezielle Disziplin, aber es wäre großartig, wenn wir eine starke Leistung zeigen könnten. Hoffentlich gelingt uns eine Überraschung, auch wenn es schwierig wird. Wir haben jedenfalls viel Zeit investiert“, fügte er an.
Eine Überraschung wäre es definitiv, wenn der Cross-Rekordweltmeister die katalanische Metropole im Gelben Trikot verlassen würde. Das liegt nicht unbedingt an seinen Qualitäten im Kampf gegen die Uhr, denn bei der Tour de Suisse (2.UWT) trennte ihn weniger als eine Sekunde vom Tages- und späteren Gesamtsieger Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG).
Das Alpecin-Aufgebot mit van der Poel, Jasper Philipsen, Emiel Verstrynge, Jonas Rickaert, Neoprofi Tim Marsman, Ramses Debruyne, Edward Planckaert und Silvan Dillier ist zumindest auf dem Papier chancenlos gegen Pogacar und dessen Helfer Isaac Del Toro, Tim Wellens, Brandon McNulty, Adam Yates, Florian Vermeersch, Nils Politt und Felix Großschartner.
Ob UEA - Emirates - XRG überhaupt Top-Favorit für das Teamzeitfahren ist, sei dahingestellt, denn auch Netcompany – Ineos, Lidl - Trek und Red Bull – Bora – hansgrohe bringen starke Aufgebote an den Start. Der Alpecin-Plan benötigt zudem nicht zwingend einen Sieg zum Auftakt. “Wir wollen vorn dabei bleiben, damit wir in den darauffolgenden Tagen das Gelbe Trikot ins Visier nehmen können. Wir müssen allerdings realistisch bleiben. Es wird sehr schwer werden, aber wir werden es versuchen“, kündigte van der Poel an.
Die 2. Etappe von Tarragona zurück nach Barcelona über 169 Kilometer zum endend am Castell de Montjuïc (3.Kat.) am Hausberg der Stadt, dürfte ihm tatsächlich gut liegen. Der im Finale dreimal zu absolvierende, 1,6 Kilometer lange und 8,8 Prozent steile Hügel liegt im Rahmen seiner Möglichkeiten. Im Gegensatz zur traditionellen Schlussetappe der Katalonien-Rundfahrt (2.UWT) befindet sich der Zielstrich diesmal aber oben – und dann deuten eben doch alle Vorzeichen auf Pogacar.
Ein Etappensieg und die damit verbundenen Bonussekunden, die van der Poel wohl für das Gelbe Trikot benötigen würde, wären also etwas Außergewöhnliches. “Letztes Jahr lief es richtig gut, bis ich eine Lungenentzündung bekam. Hoffentlich kann ich dieses Jahr in ähnlicher Form an den Start gehen, um Etappensiege kämpfen und eine gute Show abliefern“, sagte der 31-Jährige, der zugab, sich noch nicht das gesamte Roadbook im Detail angesehen zu haben.
Vielleicht nannte er deswegen die 3. Etappe von Granollers nach Les Angles nicht. Die endet nämlich an einem 1,7 Kilometer langen und 6,7 Prozent steilen Anstieg – und der könnte van der Poel mehr entgegenkommen als Pogacar. Allerdings sind die rund 195 Kilometer bis dorthin mit einige Höhenmetern und dem ersten Berg der 1. Kategorie versehen. Für einen van der Poel in Topform sicher machbar. Am vierten Tag, an dem es von Carcassonne nach Foix geht, befindet sich das Ziel am Ende eienr Bergab-Passage. Dort bietet sich auch noch eine Möglichkeit, auch wenn das Profil stark nach einer erfolgreichen Flucht aussieht.
Insgesamt wird für den Alpecin-Star viel zusammenkommen müssen, wenn er im Juli sein elftes Gelbes Trikot bei einer Frankreich-Rundfahrt überstreifen will – aber unmöglich ist bei einem Mathieu van der Poel wenig.
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