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03.07.2026 | (rsn) – Ganz Frankreich und ein Großteil der Radsportwelt ist gespannt, wie sich Paul Seixas (Decathlon - CMA CGM) ab Samstag bei bei seiner ersten Grand Tour schlagen wird. Das französische Wunderkind geht bei der Tour de France als einer der Podiumskandidaten an den Start, doch bei einem 19-Jährigen gibt es angesichts der Umstände natürlich auch viele Fragezeichen.
Das erste – das über seinen Zustand nach dem Sturz bei der Tour Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT) am 13. Juni - räumte Seixas bei der Top Riders Press Conference am Donnerstag gleich selbst ab. “Ich bin komplett genesen und gut in Form“, versicherte der Jungstar. Seixas kam nach einem Frühjahr, in dem er unter anderem den Flèche Wallonne (1.UWT) und die Baskenland-Rundfahrt (2.UWT) für sich entschied, nicht umhin, mit Blick auf die Frankreich-Rundfahrt auch das Wort “Sieg“ in den Mund zu nehmen, tat das aber mit ganz großer Vorsicht.
“Natürlich will man irgendwie immer doch gewinnen, aber die Tour wird eine ganz neue Erfahrung für mich", erzählte Seixas. "Normalerweise zielt man auf den Sieg, wenn man weiß, dass man es kann oder wenn man es schon einmal getan hat. Diese Erfahrung muss ich erst noch machen. Natürlich gibt es Möglichkeiten, wie ich dieses Rennen gewinnen kann, aber ich muss erst sehen, wie alles läuft, was ich leisten kann und welches Niveau ich habe. Und dann werden wir irgendwann sehen, was wir wann einen Erfolg nennen könnten“, fügte er an.
Das Ziel ist also nicht das Gelbe Trikot - auch wenn er es natürlich nicht verschmähen würde. Seixas startet mit dem Blick auf seine Zukunft als ein GC-Favorit. ”Die Priorität ist es, Erfahrungen als Klassementfahrer zu sammeln, den Rennverlauf abzuwarten und das bestmögliche Ergebnis anzustreben“, erklärte er. Damit machte Seixas klar, dass er nicht wie seine Landsleute Lenny Martinez (Bahrain Victorious) oder Jordan Jegat (TotalEnergies) auf Etappensiege oder das Bergtrikot fahren will.
“Ich weiß noch nicht, wo ich am Ende landen werde, aber ich werde sicherlich keine unnötigen Risiken eingehen – es sei denn, es geht um die Gesamtwertung; wobei man natürlich immer in eine unerwartete Situation geraten kann“, schloss er eine Flucht auf einer schweren Etappe dann aber doch nicht ganz aus.
Dass Seixas mit dem Status, den er bereits erreicht hat, in eine solche Situation geraten wird, ist unwahrscheinlich, an 21 Tagen kann aber viel passieren. Darüber ist sich auch Seixas klar, auch wenn er noch nie ein so langes Rennen bestritten hat. Sein persönlicher Rekord liegt bei acht Renntagen in Folge und datiert vom Critérium du Dauphiné 2025 (2.UWT), das er als Gesamtachter Beendet hatte.
“Am meisten bin ich wohl darauf gespannt, wie mein Körper nach zehn, zwölf oder fünfzehn Renntagen reagieren und sich erholen wird. Aber das sind Fragen, die man sich ganz logischerweise stellt – keine wirklichen Ängste“, sagte der Franzose.
Unter anderem um den ohnehin schon immensen Druck auf den französischen Hoffnungsträger nicht zu groß werden zu lassen, ist sein Team nicht ausschließlich auf ihn ausgerichtet. Seixas hat zwar mit Matthew Riccitello einen ausgezeichneten Leutnant an seiner Seite und auch Nicolas Prodhomme, Tiesj Benoot und Aurelien Paret-Peintre kommen gut die Berge hinauf. Auffallend jedoch ist, dass mit Olav Kooij ein zweiter Kapitän nominiert wurde.
Der Tourstart soll dem Niederländer bei dessen Wechsel im Winter von Visma – Lease a Bike zugesichert worden sein und ein Hauptgrund für den Transfer gewesen sein, doch nach langer Verletzung startete Kooij erst am 28. Mai in die Saison. Seitdem gelangen dem Sprinter an neun Renntagen schon drei Siege. Sollte in den ersten Tagen der Frankreich-Rundfahrt ein vierter folgen, würde das früh Druck von der Mannschaft – und somit von Seixas – nehmen.
Deshalb ist Kooij mit seinen Landsleuten Daan Hoole und Cees Bol auch noch relativ gut umringt, zumal der vielseitig einsetzbare Benoot sicher auch eine Rolle im Sprintzug spielen wird.“Ich finde die Zusammenarbeit mit Olav hervorragend“, freute sich Seixas. “Es ist toll, mit ihm zu fahren, und das gesamte Team hat bisher schon wunderbare Momente erlebt. In dieser Hinsicht läuft es also wirklich gut“, urteilte er.
Und von den PS der Decathlon-Sprintfraktion könnte Seixas am Samstag im Mannschaftszeitfahren außerdem gleich profitieren.
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