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02.07.2026 | (rsn) – Seit 1903 wird die Tour de France ausgetragen, Unterbrechungen gab es nur aufgrund der beiden Weltkriege, so dass 2026 die 113. Ausgabe des größten Radrennens der Welt auf dem Programm steht.
Jacques Anquetil (1957 und 1961–1964), Eddy Merckx (1969–1972 und 1974), Bernard Hinault (1978/1979, 1981/1982 und 1985) sowie Miguel Indurain (1991–1995) halten den Rekord mit jeweils fünf Gesamtsiegen. 1997 war Jan Ullrich in Paris der bisher einzige deutsche Gewinner des Gelbes Trikots.
Das wurde 1919 vom damaligen Tourchef Henri Degranges eingeführt, so sollte der Gesamtführende vom Publikum besser erkannt werden. Die Farbe Gelb wählte er, weil seine Sportzeitung L’Auto, das Vorgängerblatt der L’Equipe, in gelber Farbe gedruckt wurde. Seitdem haben es 15 Deutsche getragen, mit jeweils 18 Tagen liegen hier Ullrich und Rudi Altig gemeinsam vorn.
Von dieser Bilanz wird Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XTR) kaum beeindruckt sein. Bei seinen bisherigen sechs Teilnahmen trat der Slowene 49 Mal als Gesamtführender im Gelben Trikot an. Pogacar könnte bei seiner siebten Teilnahme nach bisher vier Gesamtsiegen und zwei zweiten Plätzen der sechste Fahrer werden, der in den Club der fünfmaligen Sieger eintritt.
Neben Pogacar und Egan Bernal (Netcompany – Ineos) ist Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) der einzige Fahrer im diesjährigen Feld, der bereits einen Toursieg in seinem Palmares hat. Der 29-jährige Däne tritt wie Pogacar zum sechsten Mal bei der Frankreich-Rundfahrt an und war 2022 und 2023 Gesamtsieger vor Pogacar.
2021, 2024 und 2025 wurde er hinter seinem großen Rivalen jeweils Zweiter. Im Gegensatz zu Pogacar hat Vingegard neben einem Gesamtsieg beim Giro d’Italia auch schon einen der Vuelta a Espana feiern können. Der 29-Jährige jagt bei der Grance Boucle also seinen fünften Gesamterfolg bei einer Grand Tour - genau wie Pogacar..
Einen solchen können neben den genannten Fahren im Starterfeld der Tour noch Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike), Richard Carapaz (EF Education – EasyPost), Jai Hindley (Red Bull – Bora – hansgrohe) und dessen Teamkollege Remco Evenepoel vorweisen. Der 26-jährige Belgier stand 2024 als Dritter auf dem Tourdpodium und konnte bei seinen zwei Teilnahmen jeweils eine Etappe bei der Tour für sich entscheiden. Der Belgier reist dieses Jahr ohne Vorbereitungsrennen an.
Anders ging sein Teamkollege Florian Lipowitz vor. Der Tourdritte von 2025 reist mit drei Siegen bei der Slowenien-Rundfahrt im Gepäck und voller Selbstvertrauen an und auch diesmal wieder aufs Podium. Das Weiße Trikot wird der 25-Jährige im Gegensatz zur letzten Saison nicht mehr gewinnen können, weil er bereits den Stichtag überschritten hat.
Den Kampf um den besten Nachwuchsfahrer könnte Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) für sich entscheiden. Bei seiner ersten Grand Tour überhaupt hofft die gesamte Grande Nation auf den gerade mal 19-Jährigen. Der Franzose hat im Verlauf der Saison zwar durchaus Wunderdinge gezeigt, war mehrmals noch als letzter am Überflieger Pogacar dran und gewann zudem unter anderem die Baskenland-Rundfahrt (2.UWT) und den Wallonischen Pfeil (1.UWT). Doch über drei Wochen wird sich zeigen müssen, ob Seixas jetzt schon über die nötige Ausdauer verfügt.
Die haben seine beiden Konkurrenten im Kampf um das Weiße Trikot schon bewiesen. Der inzwischen 22-jährige Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) hat beim Giro 2025 den Gesamtsieg auf der letzten Bergetappe noch leichtfertig verspielt. Der Mexikaner wurde Zweiter und steht jetzt vor seiner Tour-Premiere.
Bis zum letzten Jahr war Juan Ayuso sein Teamkollege, doch im Winter wechselte der Spanier nach teaminternen Querelen zu Lidl – Trek. Ayuso wurde 2022 im Alter von 20 Jahre bereits Dritter der Vuelta, kämpft seitdem aber oft mit Verletzungen und konnte die damals erwartete Entwicklung nicht ganz fortsetzen. Bei der Tour ist der Spanier zum zweiten Mal dabei, 2025 gewann er bei seinem Debüt als Ausreißer eine Etappe.
Die RSN-Redakteure haben unabhängig voneinander nach dem traditionellen Modell Sterne vergeben; das heißt, es gibt einen Fünfsterne-Favoriten, zwei mit vier Sternen, drei mit drei, vier mit zwei und fünf mit einem Stern.
Die Summe der Sterne geteilt durch die Anzahl der Redakteure ergibt eine Rangliste, an deren Spitze unangefochten Titelverteidiger Pogacar thront. Ebenso überlegen sichert sich Vingegaard vier Sterne. Im Kampf um das Podium liegt Seixas vor Lipowitz, Del Toro sowie den punktgleichen Ayuso und Evenepoel. Dahinter klafft eine Lücke.
***** 5,0 Tadej Pogacar
**** 4,0 Jonas Vingegaard
*** 3,4 Paul Seixas
*** 3,1 Florian Lipowitz
*** 2,6 Juan Ayuso
*** 2,5 Isaac Del Toro, Remco Evenepoel
* 1,3 Kevin Vauquelin
* 1,1 Richard Carapaz
* 0,8 Thymen Arensman, Mattias Skjelmose, Lenny Martinez, Ben O'Connor
1903 Maurice Garin (FRA)
1904 Henri Cornet (FRA)
1905 Louis Trousselier (FRA)
1906 René Pottier (FRA)
1907 Lucien Petit-Breton (FRA)
1908 Lucien Petit-Breton (FRA)
1909 François Faber (LUX)
1910 Octave Lapize (FRA)
1911 Gustave Garrigou (FRA)
1912 Odile Defraye (BEL)
1913 Philippe Thys (BEL)
1914 Philippe Thys (BEL)
1915 — keine Austragung
1916 — keine Austragung
1917 — keine Austragung
1918 — keine Austragung
1919 Firmin Lambot (BEL)
1920 Philippe Thys (BEL)
1921 Leon Scieur (BEL)
1922 Firmin Lambot (BEL)
1923 Henri Pelissier (FRA)
1924 Ottavio Bottecchia (ITA)
1925 Ottavio Bottecchia (ITA)
1926 Lucien Buysse (BEL)
1927 Nicolas Frantz (LUX)
1928 Nicolas Frantz (LUX)
1929 Maurice De Waele (BEL)
1930 André Leducq (FRA)
1931 Antonin Magne (FRA)
1932 André Leducq (FRA)
1933 Georges Speicher (FRA)
1934 Antonin Magne (FRA)
1935 Romain Maes (BEL)
1936 Sylvere Maes (BEL)
1937 Roger Lapébie (FRA)
1938 Gino Bartali (ITA)
1939 Sylvere Maes (BEL)
1940 — keine Austragung
1941 — keine Austragung
1942 — keine Austragung
1943 — keine Austragung
1944 — keine Austragung
1945 — keine Austragung
1946 — keine Austragung
1947 Jean Robic (FRA)
1948 Gino Bartali (ITA)
1949 Fausto Coppi (ITA)
1950 Ferdinand Kübler (SUI)
1951 Hugo Koblet (SUI)
1952 Fausto Coppi (ITA)
1953 Louison Bobet (FRA)
1954 Louison Bobet (FRA)
1955 Louison Bobet (FRA)
1956 Roger Walkowiak (FRA)
1957 Jacques Anquetil (FRA)
1958 Charly Gaul (LUX)
1959 Federico Bahamontes (ESP)
1960 Gastone Nencini (ITA)
1961 Jacques Anquetil (FRA)
1962 Jacques Anquetil (FRA)
1963 Jacques Anquetil (FRA)
1964 Jacques Anquetil (FRA)
1965 Felice Gimondi (ITA)
1966 Lucien Aimar (FRA)
1967 Roger Pingeon (FRA)
1968 Jan Janssen (NED)
1969 Eddy Merckx (BEL)
1970 Eddy Merckx (BEL)
1971 Eddy Merckx (BEL)
1972 Eddy Merckx (BEL)
1973 Luis Ocana (ESP)
1974 Eddy Merckx (BEL)
1975 Bernard Thévenet (FRA)
1976 Lucien Van Impe (BEL)
1977 Bernard Thévenet (FRA)
1978 Bernard Hinault (FRA)
1979 Bernard Hinault (FRA)
1980 Joop Zoetemelk (NED)
1981 Bernard Hinault (FRA)
1982 Bernard Hinault (FRA)
1983 Laurent Fignon (FRA)
1984 Laurent Fignon (FRA)
1985 Bernard Hinault (FRA)
1986 Greg LeMond (USA)
1987 Stephen Roche (IRL)
1988 Pedro Delgado (ESP)
1989 Greg LeMond (USA)
1990 Greg LeMond (USA)
1991 Miguel Indurain (ESP)
1992 Miguel Indurain (ESP)
1993 Miguel Indurain (ESP)
1994 Miguel Indurain (ESP)
1995 Miguel Indurain (ESP)
1996 Bjarne Riis (DEN)
1997 Jan Ullrich (GER)
1998 Marco Pantani (ITA)
1999 — Titel aberkannt
2000 — Titel aberkannt
2001 — Titel aberkannt
2002 — Titel aberkannt
2003 — Titel aberkannt
2004 — Titel aberkannt
2005 — Titel aberkannt
2006 Oscar Pereiro (ESP)
2007 Alberto Contador (ESP)
2008 Carlos Sastre (ESP)
2009 Alberto Contador (ESP)
2010 Andy Schleck (LUX)
2011 Cadel Evans (AUS)
2012 Bradley Wiggins (GBR)
2013 Chris Froome (GBR)
2014 Vincenzo Nibali (ITA)
2015 Chris Froome (GBR)
2016 Chris Froome (GBR)
2017 Chris Froome (GBR)
2018 Geraint Thomas (GBR)
2019 Egan Bernal (COL)
2020 Tadej Pogacar (SLO)
2021 Tadej Pogacar (SLO)
2022 Jonas Vingegaard (DEN)
2023 Jonas Vingegaard (DEN)
2024 Tadej Pogacar (SLO)
2025 Tadej Pogacar (SLO)