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04.08.2026 | (rsn) – Marlens Reussers Zeitfahrplan von Dijon ging knapp, letztlich aber perfekt auf. Die Schweizer Weltmeisterin in dieser Disziplin entschied das 21 Kilometer lange Einzelzeitfahren der 5. Tour de France Femmes (2.UWT) zwischen Gevrey-Chambertin und Dijon mit vier Sekunden Vorsprung auf die Niederländerin Lieke Nooijen (Visma – Lease a Bike) und stürmte damit auch ins Gelbe Trikot.
Zufrieden war auch Demi Vollering (FDJ United – Suez), die als Gesamtdritte zwar nicht an Reussers Zeit herankam, sich aber auf den zweiten gesamtrang verbesserte. In die Top Ten vor rückte Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM – We Femmes), auch wenn die Giro-Zweite im Zeitfahren mehr als eineinhalb Minuten auf Reusser einbüßte.
In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonistinnen zum Rennen zu sagen hatten.
Marlen Reusser (Movistar / Siegerin / Ziel-Interview): “Ich bin super superhappy. Das war heute unser Plan, den wir schon lange hatten. Das ist die erste Tour de France, die ich als Jahresziel für mich sah. Ich habe mich darauf vorbereitet und bin als Leaderin hier. Ich wusste, dass sie am Schweizer Nationalfeiertag in der Schweiz beginnen würde und dass es am vierten Tag ein Zeitfahren geben würde. Wir haben immer gesagt, dass es unser ‘Projekt Dijon‘ werden würde: Gelb wie der Senf. Man weiß vorher nicht unbedingt, dass es klappen wird, aber weil es jetzt doch geklappt hat, bin ich superhappy.“
Demi Vollering (FDJ United – Suez / Dritte / RSN): “Ich bin sehr zufrieden mit dem Zeitfahren. Das war heute eine Strecke für die Spezialistinnen, für die Fahrerinnen mit der großen Power. Ich habe mich mental darauf vorbereitet, dass ich möglicherweise etwas Zeit auf Fahrerinnen wie Marlen (Reusser) verliere. Dass ich letztendlich so nah dran war, macht mich sehr glücklich. Vollgas vom Anfang bis zum Ende. Mehr war es nicht.“
Kasia Niewiadoma-Phinney (Canyon – SRAM – We Femmes / 13. / Eurosport): “Es ist witzig: Mir wird überall erzählt, dass ich gut war, aber ich habe noch gar kein Resultat gesehen. Ich habe meinen Flow gefunden. Ich habe enorm viel Zeit damit verbracht, an meinen Zeitfahrfähigkeiten zu arbeiten. So wie jeder weiß, war das nicht meine Spezialdisziplin. Wenn man an etwas glaubt, hart daran arbeitet, ist alles möglich. Das Ziel für heute war, die Verluste auf Fahrerinnen wie Demi (Vollering), Anna van der Breggen, Marlen Reusser und Paolo Longo Borghini in Grenzen zu halten. Es ist natürlich schön, im Klassement vor Pauline (Ferrand-Prévot) zum Ventoux oder den schwereren Etappen zu kommen. Ich glaube, morgen beginnt die Rundfahrt erst wirklich.“
Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM – We Femmes / Gesamtneunte / ARD): ”Das Zeitfahren ist superhart gewesen. Der Berg hat mir sehr gut gefallen, aber mit Rückenwind und bergab ist es für mich schwierig, ein gutes Pacing hinzubekommen. Wir hatten starken Rückenwind. Dadurch ist es extrem schnell geworden und ich bin mit dem Treten kaum hinterher gekommen. Das macht es für Fahrer wie mich schwierig.“
Rolf Aldag (Sportlicher Leiter Canyon – SRAM – We Femmes / ARD): “Wir müssen das alles noch ein bisschen analysieren. Ich war hinter Kasia (Niewiadoma–Phinney) und sie ist extrem gut gefahren. Wir wissen, dass wir auf Marlen Reusser im Zeitfahren Zeit verlieren. So wie es aussieht, ist es knapp über eine Minute. Das ist mehr als akzeptabel. Das ist eine Superklasseleistung.“
Steven Delcourt (Teamchef FDJ United – Suez / Eurosport): “Wir sind da, wo wir sein wollen. Wir hätten natürlich gern das Zeitfahren gewonnen, aber Marlen war sehr beeindruckend. Wir wussten, dass sie gerade auf solch einer Strecke sehr stark sein würde. Demi ist aber auch sehr gut in Form. Das ist gut für die 5. Etappe von morgen, das wird ein toller Kampf.“
Paula Blasi (UAE – Team L’Imad / Weißes Trikot / Eurosport): “Das Weiße Trikot ist immer schon zu tragen, aber wir haben große Ambitionen und Gelb kommt immer vor Weiß, aber wenn wir Beides erreichen können, werden wir es probieren.“
Franziska Koch (FDJ United – Suez / / RSN): “Die ersten beiden Tage kam ich mit der Hitze nicht klar, gestern ist dann der Schalter wieder umgelegt worden und ich habe mich wieder normal gefühlt, aber im Hinblick auf die nächsten Etappen hat das Team die Entscheidung getroffen, dass wir heute einen kleinen Ruhetag einlegen. Deshalb konnte ich das Meistertrikot etwas länger genießen, weil ich nicht so schnell unterwegs war. Es war auch mit dem Anstieg eine sehr schnelle Runde, aber oben am Anstieg war das Ziel, weil es in der Abfahrt so schnell runterging. Da konnte man noch ein bisschen mittreten. Aber da, wo es richtig steil in die Abfahrt ging, da konnte man sich nur noch am Lenker festkrallen und hoffen.“
Liane Lippert (Movistar / RSN): “Für mich war es heiße Luft. Vielleicht ist das bei den Favoritinnen anders, aber bei mir ist auch deutlich, dass ich keine komischen Proportionen hatte. Wegen der Aerodynamik gibt es so viele Sachen, die nicht erlaubt sein sollten. Ich weiß es nicht. Ich bin keine Zeitfahr-Expertin und auch keine Aero-Expertin.“