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31.07.2026 | (rsn ) – Die Voraussetzungen für die sechs deutschen Starterinnen bei der 5. Tour de France Femmes (2.WWT) könnten unterschiedlicher nicht sein. Zwei stehen am Start ihrer ersten Tour, zwei Fahrerinnen nehmen zum fünften Mal teil. Zu den Top-Favoritinnen auf das Gelbe Trikot gehört aber keine von ihnen.
Im bisherigen Saisonverlauf wussten vor allem Franziska Koch (FDJ United – Suez) als Siegerin von Paris – Roubaix (1.WWT) und Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM) als Zweite des Giro d’Italia (2.WWT) zu beeindrucken. Beide sind als Edelhelferinnen für ihre jeweiligen Leaderinnen eingeplant. Die Chancen auf einen deutschen Etappensieg stehen trotzdem nicht schlecht.
Wir stellen die deutschen Tourstarterinnen vor:
Wie ihre Teamkollegin Antonia Niedermaier wird Tour-Debütantin Klöser vor allem als Helferin für Kasia Niewiadoma in Lausanne starten. Die Gravelspezialistin fährt seit dem vergangenen Jahr auch öfter Straßenrennen. Erst mit 24 Jahren kam die Quereinsteigerin zum Radsport.
Im vergangenen Jahr bestritt Klöser mit der Tour de Suisse ihr erstes großes Etappenrennen. In dieser Saison steht sie nun bei der Frankreich-Rundfahrt am Start. Bereits auf der 1. Etappe könnten die Fähigkeiten der Klassikerspezialistin für ihr Team wichtig sein. Ambitionen als Ausreißerin hat Klöser jedoch auch – und das gleich zweimal, wie sie gegenüber RSN verriet.
Die Klassikerspezialistin fährt die beste Saison ihrer Karriere. Bei den Kopfsteinpflasterrennen schaffte Koch es fast immer unter die Top Ten. Die Krönung erfolgte dann im Velodrome in Roubaix, wo sie im Sprint das Visma-Duo Marianne Vos und Pauline Ferrand-Prévot abkochte. Im Mai trug sie für zwei Tage das Rote Führungstrikot. Bei den Deutschen Meisterschaften gelang ihr die Titelverteidigung im Straßenrennen; zudem wird sie auch im Zeitfahren der Tour de France Femmes im nationalen Meistertrikot fahren.
Bei ihrer vierten Tour-Teilnahme stellt die 26-Jährige ihre eigenen Ambitionen hinten an – auch wenn Koch vor allem der Auftakt mit dem “punchy“ Finale in Lausanne liegen könnte. Ihre Aufgabe ist es jedoch, Demi Vollering zu deren zweitem Gelben Trikot zu verhelfen. Koch arbeitet dabei im starken FDJ-Team als eine von mehreren Edelhelferinne der Vorjahreszweiten. Vor allem die ersten Etappen sollten Koch liegen. Gleiches gilt für das Zeitfahren am vierten Tag. Bei der Deutschen Meisterschaft zeigte sie bereits, dass ihr ein welliges Profil entgegenkommt.
Die Friedrichshafenerin ist eine von zwei deutschen Starterinnen, die seit der ersten Ausgabe der Tour de France Femmes im Jahr 2022 immer dabei waren. Auch diesmal wird die 28-Jährige vor allem als Helferin von Marlen Reusser in Aktion treten. Die Schweizerin zählt zu den Mitfavoritinnen auf das Gelbe Trikot. Lippert selbst zeigte zuletzt eine aufsteigende Form.
Bei den Frühjahrsklassikern hingegen konnte sie nicht an ihre Podiumsplatzierungen aus dem Vorjahr anknüpfen können. Bei der Vuelta a España (2.WWT) fuhr sie dann dreimal unter die Top Ten. Im Straßenrennen der Deutschen Meisterschaft musste sie nur sich der überragenden Koch geschlagen geben. Im Klassikerfinale der 1. Etappe in Lausanne wird Lippert eine wichtige Helferrolle für Reusser einnehmen. Falls sie die Freiheiten erhalten sollte, dürften ihr die folgenden Tagesabschnitte Chancen bieten. Beim Giro d’Italia (2.WWT) gewann Lippert bereits drei Etappen, in diesem Jahr könnte ein zweiter Tagessieg bei der Tour folgen.
Wie auch Lippert, so stand auch Ludwig bei allen bisherigen Ausgaben der Tour de France Femmes am Start. Die Ambitionen des Zweitdivisionärs Cofidis sind deutlich niedriger anzusetzen als etwa die von Movistar. Die beste Chance auf ein gutes Tagesergebnis könnte die Dänische Meisterin Amalie Dideriksen haben. Im Gesamtklassement wird Cofidis keine große Rolle spielen.
Stattdessen werden Ludwig & Co. sich in den Gruppen des Tages versuchen. Im Zeitfahren hingegen dürfte sie auf eigene Rechnung fahren. Im Gespräch mit RSN freute die 26-Jährige sich am meisten auf die Etappen nach dem Zeitfahren, besonders die zum Mont Ventoux.
Die Giro-Zweite geht als Edelhelferin an den Start der Tour de France Femmes. Im Canyon-Team ist Kasia Niewiadoma erste Kandidatin für das Gesamtklassement. Die Polin gewann die Tour 2024 und wurde im Vorjahr Dritte. Im Gespräch mit RSN betonte Niedermaier, dass das Hauptziel von Canyon – SRAM erneut das Podium mit Niewiadoma sei.
Vor der Frankreich-Rundfahrt fühlt sich die 23-Jährige sogar noch stärker als beim Giro. Mit ihrer Kletterstärke könnte Niedermaier zur Trumpfkarte werden. Ihre Qualität im Zeitfahren bewies sie zuletzt bei der Deutschen Meisterschaft, wo sie hinter Koch Zweite wurde. Der Zeitfahrkurs auf der 4. Etappe dürfte auch ihr entgegenkommen – vermutlich sogar mehr als ihrer Kapitänin. Taktisch wäre das Team dann für die Bergetappen, vor allem am Mont Ventoux, gut aufgestellt. Ein Platz unter den Top Ten im Gesamtklassement scheint für Niedermaier möglich.
Auch Riedmann startet mit einem ProTeam bei der Tour de France Femmes. Bei Lotto – Intermarché Ladies gilt sie als eine der größten Hoffnungen auf ein gutes Ergebnis. Seit ihrer letzten Tour-Teilnahme vor zwei Jahren hat sich die 23-Jährige ständig weiterentwickelt. Ihre gute Form zeigte sie zuletzt bei ProSeries-Rennen in Polen und Portugal. Beim Straßenrennen der Deutschen Meisterschaft war sie als Sechste die beste Fahrerin hinter der Spitzengruppe.
Die Klassikerspezialistin wird von ihrem Team die Freiheiten bekommen, sich in den Ausreißergruppen einiger hügeligen Etappen zu versuchen, wie sie im Gespräch mit RSN verriet. Mit einem siebten Platz auf der Schlussetappe der Tour de Pologne (2.Pro) bewies sie auch ihre Endschnelligkeit.