“Wir sind ein bisschen der Underdog“

Zemke und Behrens führen Nationalmannschaft bei der Avenir an

Von Kevin Kempf

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Jermaine Zemke (Rembe - rad-net) | Foto: Cor Vos

20.08.2026  |  (rsn) - Bei der wichtigsten Nachwuchsrundfahrt der Saison, der Tour de l’Avenir (2.2U), tritt Jermaine Zemke (Rembe – rad-net) vom 20. bis zum 26. August für die Deutsche Nationalmannschaft in die Pedale. Außerdem hat sich der 20-Jährige bereit erklärt, für RSN jeweils nach den sieben Etappen und auch vor der Rundfahrt seine Eindrücke und Gedanken zu schildern.

Im Kampf den Gesamtsieg wird die Nationalmannschaft auf den 938 Kilometern zwischen Caen la Mer und Ceresole Reale - Lago Serrù kein Wörtchen mitreden können. Die Favoriten findet man in den Development Teams: Lorenzo Finn (Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies), Henrique Bravo (Soudal – Quick-Step Devo) und Mateo Ramirez (UAE – Emirates – Gen Z) starten mit den größten Chancen, auch Niels Driesen (Lotto – Groupe Wanty), Matteo Vanhuffel (Development Picnic – PostNL) und Remi Arsac (Decathlon – CMA CGM Development) präsentierten sich die Saison über durchgehend stark im Hochgebirge.

Die Männer mit dem Adler in der Brust habe da andere Prioritäten. “Mit den sechs Rennfahrern hier am Start haben wir ein gutes Team. Wir sind breit gefächert, aber unser Fokus sollte auf jeden Fall auf den ersten vier Etappen liegen“, erklärte Zemke am Vorabend der Rundfahrt. Die deutschen Farben vertreten in Frankreich der Bundesliga-Gesamtführende und amtierende U23-Crossmeister Eike Behrens (Lotto – Kern-Haus – Outlet Montabaur), dessen Teamkollege und der Dritte der Bundesliga, Fausto Penna, Tim Gloßner (Benotti – Berthold) sowie eine Rembe-Phalanx bestehend aus dem letztjährigen U23-Meister Mauro Brenner, Paul-Felix Petry und eben Zemke.

Während die letzten drei Teilstücke Bergankünfte bereithalten, sind die ersten vier Etappen leicht bis mittelschwer. “Wir erwarten aufgrund der Windverhältnisse vor allem ein sehr hektisches und unkontrolliertes Rennen. Möglicherweise wird es auch Regen geben“, blickte Zemke voraus. Gerade für den Auftakt am Donnerstag machen er und sein Team sich Hoffnungen auf einen Coup. “Weil noch keiner im Gelben Trikot ist, könnte es sein, dass sich die Devo-Teams die Arbeit gegenseitig in die Schuhe schieben. Somit könnte es morgen auch gut passieren, dass eine Gruppe durchkommt. Dementsprechend wollen wir da unbedingt vertreten sein.“

Von den ersten vier Etappen ist die von Caen la Mer nach Argentan auf dem Papier die schwerste. “Es geht dann auch auf einen Schluss-Rundkurs. Da haben wir uns auf mich und Eike Behrens festgelegt und glauben, dass wir da die besten Chancen haben, im Finale etwas rauszuholen“, so Zemke. Auf dem zweieinhalbmal zu absolvierende Rundkurs warten die 1,0 Kilometer lange und 6,9% steile Cote de Crennes (4.Kat.) und ein etwas leichterer, nicht klassifizierter Hügel an dessen Fuß der Zielstrich gezogen ist.

Bissige Underdogs

Ein Profil wie gemalt für Zemke, der seit seinem Etappensieg bei der Tour of Rwanda (2.1) immer wieder bewiesen hat, dass er Hügel gut übersteht und im Sprint brandgefährlich ist. Auch Behrens hat der internationalen Konkurrenz schon das Fürchten gelehrt, als er bei der Mur de Huy Classc (1.2U) allen bergauf das Hinterrad zeigte.

Und so formulierte Zemke ein deutliches Ziel: “Das sollte hier sein, einen Etappensieg mit nach Hause zu bringen“, stellte er klar. Und das muss schnell passieren. “Die letzten drei Tage geht es nur noch in den Himmel und da gibt es nur fünf oder zehn Rennfahrer im ganzen Feld, die da eine Etappe gewinnen können. Deshalb ballt sich das sehr auf den ersten Tagen. Da könnte uns aber entgegenkommen, dass wir ein bisschen der Underdog sind. Niemand hat uns direkt auf dem Schirm. Das wollen wir ausspielen und uns da unsere Chance holen. Und ich hoffe, dass das so gelingt.“

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