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31.08.2026 | (rsn) – Das Team Decathlon – CMA CGM ging die erste Woche voller Selbstvertrauen an. Die französische Equipe erwies sich auch im Beisein von UAE – Emirates – XRG um Tadej Pogacar als eine der stärksten Mannschaften und übernahm nach dem Aus des Dominators erneut die Verantwortung. Schon in der Anfahrt zum Schlussanstieg der 9. Etappe des Alto de Aitana spannte Kapitän Felix Gall seine Männer vorne ein, der Abstand der Spitzengruppe zum Feld schmolz in der Folge von mehr als sechs Minuten rasant.
Am Ende verpuffte die Attacke: Der letzte Helfer Gregor Mühlberger scherte schon sieben Kilometer vor dem Ziel aus, Gall konnte seine Kontrahenten um Enric Mas (Movistar) im Roten Trikot, Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe), Oscar Onley (Netcompany – Ineos) nicht loswerden und musste im Finale sogar drei Fahrer ziehen lassen. Der Rückstand hielt sich in Grenzen, aber angesichts des Aufwands der Equipe war ein vierter Platz mit 18 Sekunden Rückstand auf Mas nicht genug. ___STEADY_PAYWALL___
“Wir haben es vielleicht ein bisschen zu sehr mit der Brechstange gewollt“, sagte Gall in einem Statement nach der Etappe. “Ich habe mich gut gefühlt, aber es wurde am Ende doch ein bisschen länger mit dem Gegenwind auf den letzten fünf Kilometern. Ich habe doch ein bisschen zu viel investiert mit den Attacken und musste mein eigenes Tempo fahren. Aber ich konnte den Schaden noch gut in Grenzen halten.“
Nicht wenige tippten Gall im Vorfeld auf Platz zwei – ähnlich wie beim Giro d’Italia, als er sich nur einem unerreichbaren Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) geschlagen geben musste. Nun ist der andere Unerreichbare nicht mehr dabei, das Machtvakuum konnte der Österreicher auf der 9. Etappe noch nicht füllen. “Alles ist möglich“, sagte er nach dem Aus Pogacars, welches sich “unwirklich“ im Peloton angefühlt habe.
“Auf dem Papier und von der Stärke her gibt es jetzt immer ein paar Kandidaten, die Etappen gewinnen oder Zeit gutmachen können“, sagte Gall am Ruhetag über die veränderte Konstellation. “Es ist daher schwieriger, ohne ihn Erster zu werden, als mit ihm Zweiter: Es ist viel taktischer und unvorhersehbarer geworden.“
Gregor Mühlberger (Decathlon - CMA CGM) haderte mit der Teamtaktik auf 9. Etappe.
Um wirklich “alles“ zu erreichen, muss das junge Team um Gall vielleicht noch in die neue Position hereinwachsen – Movistar um Mas zeigte, dass sie zwar Tempokontrolle im Sinne des Führungstrikots übernehmen würden, aber im Finale war der Gesamtführende dann schnell isoliert, die Spanier sind nicht auf einen klassischen “Bergzug“ eingestellt. Edelhelfer Mühlberger, selbst Neunter im Gesamtklassement, trauerte der eigenen Teamtaktik nach der 9. Etappe ein wenig nach: “Ich hätte sieben oder sechs Kilometer vor dem Ziel übernehmen sollen, aber ich war ein bisschen zu früh im Wind und konnte meinen Job nicht ordentlich machen“, sagte er. “Das war nicht perfekt, würde ich sagen.“
Nach einer Woche Vuelta hat Decathlon noch Zeit zum Lernen und sich einen besseren Plan für die kommenden Tage zu überlegen. Die Stärke scheinen sie dafür mitzubringen. Sie haben erfolgreich das Rennen sehr schwer gemacht – aber sie waren damit zu früh dran. Von der vermeintlichen Stärke in den Bergen her gebe es nun niemanden mehr, den Gall nicht schlagen kann, “aber das macht es nicht leichter“, sagte er. Seine Ziele will er daher nicht zu hoch hängen: “ „Wir haben ein extrem starkes Team, ich fühle mich fit. Das ist das Wichtigste. Jetzt den Sieg zu wollen, wäre ein bisschen zu viel.“
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