Fretin komplettiert Podium des GP de Wallonie

Sparfel schlägt den Französischen Meister an der Zitadelle

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Sparfel schlägt den Französischen Meister an der Zitadelle"
Aubin Sparfel (Decathlon - CMA CGM, re.) hat den 66. GP de Wallonie gewonnen. | Foto: Cor Vos

16.09.2026  |  (rsn) – Einen viel größeren Erfolg kann ein Devo-Fahrer kaum erzielen: Aubin Sparfel hat in Belgien den Grand Prix Wallonie (2.Pro) gewonnen. Das Toptalent von Decathlon – CMA CGM schob an der Zitadelle von Namur nach 197 Kilometern sein Rad kurz vor der Ziellinie noch am Französischen Meister Romain Grégoire (Groupama – FDJ United) vorbei. Der Belgier Milan Fretin (Cofidis) sprintete vor den beiden Franzosen Benoit Cosnefroy (UAE – Emirates – XRG) und Paul Lapeira (Decathlon – CMA CGM) auf Rang drei.

Sparfel gehört bei der U23-WM in Kanada zu den Topfavoriten in seiner Altersklasse. Der 20-jährige  Franzose kann sowohl klettern aus auch sprinten – seine Vielseitigkeit unterstrich er außerdem im Winter als Crosser, als er zwei U23-Weltcups und vier UCI-Rennen bei der Elite für sich entschied, bevor er bei der Cross-WM in Hulst U23-Silber gewann. 

Bei der Tour de l’Avenir (2.2U) sicherte Sparfel sich vor drei Wochen die 4. Etappe im Bergaufsprint. Auch beim Giro d’Italia Next Gen (2.2U), wo er Gesamtvierter wurde, war er auf einem Tagesabschnitt der Beste. Seinen bis dato größten Erfolg auf der Straße feierte Sparfel aber schon 2025, als er die Tour de Finistere (1.1) zu seinen Gunsten entschied.

“Ich bin sehr glücklich. Das ist hier eine besondere Ankunft, das weiß jeder. Es war schwer, aber die Mannschaft hat so perfekt gearbeitet, dass es trotzdem geklappt hat. Wir hatten eine zahlenmäßige Überlegenheit im Finale, Paul war vorn und ich war dahinter. Ich konnte bis zur letzten Kurve warten und dann zum Sieg sprinten“, sagte Sparfel im Ziel-Interview.

Die drei Deutschen konnten nicht in den Kampf um die SPitzenplätze eingreifen. Das beste Resultat erzielte Tim Torn Teutenberg (Lidl - Trek) auf Platz 31. Max Kanter (XDS - Astana) gab bei seinem ersten Einsatz seit der Tour de France auf. Devo-Fahrer Benedikt Benz erreichte für Lidl - Trek das Ziel 1:51 Minuten nach dem Sieger auf Position 55.

So lief der GP Wallonie:

Hartthijs de Vries (Unibet – Rose Rockets), Martijn Maas (Beat – Saxo), Yorben Lauryssen, Jonah Killy (beide Tarteletto – Isorex), Leandre Huck (Van Rysel – Roubaix) und Davide Bais (Polti – VisitMalta) bildeten die Gruppe des Tages. Während Lauryssen eingangs der letzten 80 Kilometer zurückfiel, lösten sich Carlos Verona (Lidl – Trek) und Mathis Le Berre (TotalEnergies) aus dem Peloton.

Mit noch 66 zu fahrenden Kilometern musste auch Lauryssens Teamkollege Killy die weiteren Ausreißer ziehen lassen. Im Feld griffen da Rui Oliveira ( UAE – Emriates - XRG), Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) und Simone Gualdi (Lotto – Intermarché). Dieses Trio schloss innerhalb von zehn Kilometern zu Verona und Le Berre auf und lag 45 Kilometer vor dem Ziel eine Minute hinter dem Spitzenquartett und 40 Sekunden vor dem Peloton.

Am 40-Kilometer-Schild schlossen die Verfolger dann zur Spitze des Rennens auf. Das führte dahinter zu Bewegung, denn die großen Mannschaften probierten jetzt mit Macht, den Rückstand zu verkleinern und wollten dabei auch eine Kantensituation forcieren. Das gelang allerdings nicht. Nach der Côte d'Ermeton, der drittletzten klassifizierten Steigung des Rennens 30 Kilometer vor dem Ziel, behaupteten sich lediglich sieben Fahrer vorn.

Das Streckenprofil des GP Wallonie | Foto: Veranstalter

Als das Septett 21 Kilometer vor dem Ziel beinahe eingeholt wurde, fasste sich Abrahamsen ein Herz, doch der Versuch des Norwegers kurz vor der Tienne aux Pierres 16 Kilometer vor dem Ziel vereitelt. Dort erhöhte Decathlon – CMA CGM das Tempo schlagartig. Das nutzte Tim Wellens (UAE – Emirates – XRG) zu einer Attacke, der drei Fahrer folgen konnte. Im Wind auf dem Plateau fiel die Gruppe nun doch auseinander. Wellens‘ Begleiter konnten den Belgier nicht halten, so dass der die letzten zehn Kilometer solo anging.

Mit noch 8,5 zu fahrenden Kilometern beendete das Feld den Versuch des Gesamtsiegers der Tour of Britain (2.Pro), Marco Haller (Tudor) probierte es wenig später als Nächster. Der Österreicher erreichte den Fuß der Zitadelle als Erster, musste dort kurz nach dem 3-Kilometer-Schild aber auch die Waffen strecken. Groupama – FDJ United brachte derweil Grégoire mit einer Tempoverschärfung in Stellung. Der Französische Meister attackierte, als sein Helfer rund zwei Kilometer vor dem Ziel ausscherte.

Jenno Berckmoes (Lotto – Intermarché) und Lapeira konnten der Attacke folgen. Dem Belgier ging es dann aber doch zu schnell. Das französische Duo erreichte die Kuppe fünf Sekunden vor den ersten vier Verfolgern um Wellens. Oben war nun in beiden Gruppen die Luft raus. Doch als weitere Fahrer zu den Verfolgern aufschlossen, machte Wellens wieder Tempo.

Nach der letzten Kurve wurde in beiden Gruppen zum Sprint angesetzt. Grégoire war dabei zu stark für seinen Begleiter. Dessen Teamkollege allerdings kam aus dem Hintergrund noch heran und jagte kurz vor der Ziellinie noch an seinem Landsmann vorbei

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