RSNplusNiederländer überrascht nicht nur die Konkurrenz

U23-Weltmeister Gal: “Daran hatte ich nicht gedacht“

Von Peter Maurer aus Montreal

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Ryan Gal strahlt im Regenbogentrikot. | Foto: Cor Vos

22.09.2026  |  (rsn) – Nachdem sich sowohl in den beiden Eliteklassen als auch bei den U23-Frauen im Zeitfahren der Straßen-Weltmeisterschaften von Montreal die großen Favoritinnen und der große Favorit durchsetzten, sorgte der Niederländer Ryan Gal für die erste echte Überraschung.

Den Meister seines Landes in dieser Altersklasse und Disziplin hatte wohl kaum jemand auf dem Zettel für das Regenbogentrikot, in welches er nach 31,3 Kilometern, die er mit einem Schnitt von über 50 km/h absolvierte, schlüpfte.

Sieben Sekunden betrug Gals Vorsprung auf den Italiener Nicolas Milesi, elf auf den Spanier Hector Alvarez, die dem neuen Weltmeister ihren Respekt zollten. "Ich habe alles versucht um das Trikot und Gold zu gewinnen. Ich bin natürlich enttäuscht, aber er war stärker", so der Silbermedaillengewinner, der auch überrascht war von der starken Leistung des Niederländers: "Ich hätte ihn nicht als Sieger erwartet, aber er selbst wohl auch nicht." ___STEADY_PAYWALL___

Im Ziel gemerkt: "Das war richtig gut!"

Kurz bevor das letzte Drittel der Starter ins Rennen ging, machte sich Gal auf seinen Weg, behielt im ersten Teil die Ruhe und beschleunigte dann immer mehr, je näher es dem Ziel ging. Während ihn bei der ersten Zwischenzeit noch vier Fahrer unterbieten konnten, war es am zweiten Messpunkt nur mehr Milesi, der drei Sekunden vor ihm lag. Nach 25,6 Kilometern übernahm Gal die Spitze und gab sie nicht mehr ab.

"Es ist wirklich eine Überraschung. Daran habe ich nicht gedacht, als ich wachgeworden bin", erzählte der frischgebackene Weltmeister, der erst nach der Zieldurchfahrt seine starke Fahrt so richtig realisierte: "Dort habe ich den Abstand gesehen, den ich auf den Zweiten hatte. Da habe ich gemerkt: Das war richtig gut!"

Auf dem Weg zum U23-WM-Titel in Montreal: Ryan Gal. | Foto: Cor Vos

Er hätte vor allem in der zweiten Hälfte des Rennens noch richtig Punch in seinen Beinen gespürt und machte eben genau dort den knappen Unterschied zu den Titelaspiranten. Profitiert hatte der Niederländer natürlich auch von den Defektproblemen des Australiers Cameron Rogers, der schlussendlich auf Rang 39, 3:24 Minuten hinter Gal das Ziel erreichte, diese Zeit aber locker bei seinen Reparaturversuchen verloren hatte.

WM-Ausflug bereits vorbei – nächste Station Alpecin?

"Es war wirklich ein schöner Sieg", bemerkte der Mann aus Zevenaar, der nur unweit der deutsch-niederländischen Grenze aufgewachsen ist. In die WM-Woche startete er leicht erkrankt. "Von Tag zu Tag wurde es aber besser", erinnerte er sich. Obwohl Gal sich auf einem Kurs mit noch mehr Höhenmetern noch wohler gefühlt hätte, endet mit dem Titel seine WM-Woche jedoch bereits. Da die Niederlande nicht in der Mixed Staffel am Start stehen und er auch für das extrem schwere Straßenrennen der U23 nicht vorgesehen ist, tritt der frischgebackene Weltmeister nun die Heimreise an.

In dem jungen Niederländer dürfte aber nicht nur ein guter Zeitfahrer stecken, auch für Rundfahrten könnte er als zukünftiges Talent gelten. Denn in diesem Jahr gewann er eine Etappe der bergigen Aosta-Rundfahrt, mit einem 13 Kilometer langen Solo aus einer Fluchtgruppe heraus, hinauf nach Breuil-Cervinia, am Fuße des Matterhorns.

Ryan Gal im Trikot seines Metec-Teams. | Foto: Cor Vos

Im Feld der vielen Development-Teamfahrer stach er dabei als Mitglied des traditionsreichen, niederländischen Kontinental-Rennstalls Metec – Solarwatt heraus, zu welchem er im Winter vom Nachwuchs von Picnic - PostNL gewechselt war. Schon im nächsten Jahr wartet aber wieder ein größeres Team, dessen Namen Gal jedoch noch nicht verraten wollte. "Ich habe einen Vertrag, aber vielleicht werden wir diesen noch nachverhandeln", ließ er abschließend wissen. Gerüchteweise soll sich der 21-Jährige auf dem Weg in Richtung Development-Team von Alpecin – Premier Tech befinden.

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