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22.09.2026 | (rsn) – Italien hat erstmals in der Mixed Staffel WM-Gold gewonnen. Mattia Cattaneo, Filippo Ganna, Matteo Sobrero, Vittoria Guazzini, Elisa Longo Borghini und Monica Trinca Colonel holten am dritten Tag der UCI Straßen-Weltmeisterschaften auf dem 40,6 Kilometer langen Kurs von Montréal den Titel mit acht Sekunden Vorsprung vor Frankreich (Bruno Armirail, Remi Cavagna, Jordan Labrosse, Juliette Berthet, Marion Borras, Cedrine Kerbaol), das bereits 2025 die Silbermedaille geholt hatte.
Mit 20 Sekunden Rückstand sicherte sich die Schweiz (Stefan Bissegger, Stefan Küng, Mauro Schmid, Jasmin Liechti, Marlen Reusser, Noemi Rüegg) wie im vergangenen Jahr die Bronzemedaille, nachdem das Männer-Trio schon früh Stefan Küng wegen eines Defekts verloren hatte.
Das deutsche Sextett (Nikias Arndt, Jasha Sütterlin, Max Walscheid, Ricarda Bauernfeind, Franziska Koch, Antonia Niedermaier) verpasste wie im vergangenen Jahr in Kigali das Podium und musste sich erneut mit Rang fünf (+0:48) zufrieden geben. Acht Sekunden vor den Deutschen landeten die entthronten Titelverteidiger aus Australien auf dem vierten Platz.
"Wir haben ein gutes Zeitfahren absolviert. Leider hatte Ricarda technische Probleme. Deswegen waren wir eigentlich fast den ganzen Kurs zu zweit. Das war schwer, aber wir haben das Beste draus gemacht", kommentierte Niedermaier gegenüber Eurosport das Ergebnis des deutschen Teams. Schon kurz nach der "Staffelübergabe" hatte Bauernfeind wegen eines Defekts den Anschluss verloren, so dass die WM-Dritte Koch und Niedermaier nur noch zu zweit unterwegs waren.
“Es gibt viele Schlaglöcher, vor allem im ersten Teil. Das hat einfach dazu geführt, dass mir die Kette runtergesprungen ist. Ich habe versucht, sie auf der Abfahrt nochmal drauf zu bekommen, aber das hat nicht so funktioniert“, nannte die 26-jährige Bauernfeind im Ziel RSN den Grund dafür, dass sie so früh reißen lassen musste.
Während German Cycling zum zweiten Mal in Folge leer ausging, konnte das italienische Team nach zweimal Bronze und einmal Silber bei der 7. Ausgabe einer Mixed Staffel erstmals Gold bejubeln. “Wir haben sehr gelitten und haben in diesem Rennen in den letzten Jahren alles gegeben und wurden nie mit dem Regenbogentrikot belohnt. Es ist das erste für uns im Mixed Relay. Es ist eine besondere Ehre, dieses Trikot zu bekommen“, sagte Ganna, der sich nach Silber im Einzelzeitfahren nun über das bereits zweite Edelmetall bei dieser WM freuen konnte, gegenüber Eurosport. Der 30-jährige hatte das Männerteam bereits zur Bestzeit nach der Hälfte der Distanz geführt, ehe die Frauen den Vorsprung souverän verteidigten.
“Ich bin sehr glücklich. Es ist eine große Ehre, mit diesem Team zu fahren. Wir haben dieses Regenbogentrikot schon so lange gejagt. Ich persönlich mag diese Disziplin sehr. Ich bin total begeistert in diesem Moment“, kommentierte Longo Borghini gegenüber Eurosport den Sieg, den ihre Teamkollegin Trinca Colonel “mein ganzes Leben in Erinnerung behalten“ wird. “Ich bin so glücklich, denn es ist meine erste Medaille. Ich bin sehr stolz auf mich und meine Teamkollegen“, sagte die 27-Jährige, die gemeinsam mit Longo Borghini das Ziel erreichte, nachdem Guazzini kurz zuvor reißen lassen musste. “Wir haben heute alles gegeben und die Frauen waren unfassbar stark“, sagte sie im Ziel lachend mit einem Blick auf den zweimaligen Zeitfahrweltmeister Ganna. “Die Männer waren auch sehr stark“, fügte Guazzini an.
Spanien (+1:10) kam auf Rang sechs vor Norwegen (+1:49), Polen (+1:49), Canada (+2:07) und Estland (+3:25), das die Top Ten komplettierte.
Bei frischen neun Grad wurde in Montréal das gemischte Team-Zeitfahren gestartet. Gemeldet hatten 15 Nationen, die in drei Blöcken zu je fünf Teams und mit 3-Minuten-Abständen auf die Strecke geschickt wurden. Zunächst absolvierten die Männer ihr Rennen, ehe nach 20,3 Kilometern die Frauen übernahmen.
Die an dritter Position gestartete estnische Staffel setzte die erste Richtmarke, die einige Zeit Bestand hatte, ehe dann zunächst Polen und dann die ebenfalls im zweiten Block ins Rennen gegangenen Teams aus Norwegen und Spanien deutlich schneller unterwegs waren. Zunächst erzielten die Skandinavier eine neue Bestzeit, ehe die beiden Spanierinnen Mireia Benito und Paula Blasi diese um deutliche 38 Sekunden unterboten und vorerst die Führung übernahmen.
Nach der zwischenzeitlich besten ersten Zeit verlor das deutsche Männertrio, das die dritte Startwelle eröffnet hatte, den erfahrenen Nikias Arndt. Vom Pech verfolgt war wieder das Schweizer Team, das früh auf Stefan Küng nach einem Lenkerbruch und damit verbundenen Radwechsel verzichten musste. Kurz darauf versteuerte sich dann auch noch Mauro Schmid, was weitere Sekunden kostete.
Das Streckenprofil der WM-Mixed Staffel | Foto: Veranstalter
Walscheid und Sütterlin waren an der zweiten Zwischenzeit minimal schneller als die Spanier, wogegen die Schweizer deutlich Zeit verloren hatten. Nach eher verhaltenem Beginn drehte das italienische Trio um Ganna dann mächtig auf. Kurz darauf schickten Sütterlin und Walscheid ihre drei Teamkolleginnen Bauernfeind, Koch und Niedermaier mit nur drei Sekunden Rückstand auf Spanien ins Rennen.
Ganna und Sobrero waren bei der Übergabe 25 Sekunden schneller als die Iberer, wogegen Bissegger und Schmid 35 Sekunden Rückstand auf die Italiener aufwiesen. Nur elf Sekunden langsamer waren Armirail und Cavagna, fast gleichauf mit den Italienern lagen zur Halbzeit des Rennens die beiden Australier Michael Matthews und Cameron Rogers.
Nach wenigen Kilometern ereilte das Defektpech auch die deutschen Frauen, als Ricarda Bauernfeind vom Rad steigen und Koch und Niedermaier ziehen lassen musste. Die fielen an der nächsten Zwischenzeit auf Rang sechs zurück, wogegen sich die Schweizerinnen auf Platz vier verbesserten. Zu Platz drei, den die Französinnen hier belegten, fehlten allerdings 18 Sekunden.
An der vorletzten Zeitnahme lagen die zwei Australierinnen Mackenzie Coupland und Felicity Wilson-Haffenden auf Rang drei nur noch sechs Sekunden vor Reusser und Rüegg, die ihre Aufholjagd erfolgreich fortsetzten. Im Ziel unterboten derweil Koch und Niedermaier die Bestmarke des spanischen Teams um deutliche 22 Sekunden. Kurz darauf verbesserten Longo Borghini und Trinca Colonel die Zeit der Deutschen um 48 Sekunden.
Zeitfahr-Weltmeisterin Reusser und Rüegg waren im Ziel letztlich 20 Sekunden langsamer als Italien, dessen Bestzeit auch nicht mehr von Frankreich und Australien gefährdet werden konnte. Berthe und Kerbaol behaupteten acht Sekunden hinter Italien den Silberrang vor der Schweiz, die sich souverän die Bronzemedaille vor den zum Ende hin schwächer werdenden Australierinnen holte. Damit sorgten Reusser, Rüegg und Liechti doch noch für das versöhnliche Ende eines so unglücklich begonnen Rennens.
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