Grossmann 0,07 Sek. an Bronze vorbei, Dworatzek 6.

Okrucinska fährt aus der Kwiatkowski-Akademie zu WM-Gold

Von Matthias Seng

Foto zu dem Text "Okrucinska fährt aus der Kwiatkowski-Akademie zu WM-Gold"
Maria Okruci?ska hat im WM-Zeitfahren der Juniorinnen die Goldmedaille gewonnen. | Foto: Cor Vos

22.09.2026  |  (rsn) – Nach dem siebten Platz in Kigali 2025 hat sich Maria Okrucinska bei der Straßen-Weltmeisterschaft von Montréal den Traum vom Titelgewinn im Zeitfahren der Juniorinnen erfüllt. Die 18 Jahre alte Polin absolvierte den 10,7 Kilometer langen Parcours in 15:17 Minuten und war zwölf Sekunden schneller als die Belgierin Yana Decruyenaere, für die es zum Silberrang reichte.

Um die Winzigkeit von sieben Hundertstelsekunden verpasste die Schweizer Zeitfahrmeisterin und Mountainbike-Weltmeisterin Anja Grossmann die Bronzemedaille, die sich in einem spannenden Fernduell stattdessen die nach ihr gestartete Britin Aalia Clay 22 Sekunden hinter Okrucinska sicherte.

Starke Vorstellungen lieferten auch die beiden deutschen Starterinnen ab. Hinter der Belgierin Laura Fivé (+0:35) wurde die 18-jährige Klara Dworatzek Sechste. Die erst 16 Jahre alte Edda Bieberle landete bei ihrem WM-Debüt genau eine Minute hinter der neuen Weltmeisterin auf dem zwölften Platz.

“Ich kann noch gar nicht recht glauben, was da passiert ist, aber ich denke, ich hatte heute richtig gute Beine, alles lief richtig gut, auch mit der Vorbereitung. Ich bin hier auch gut durch die Kurven gekommen und jetzt bin ich Weltmeisterin“, strahlte Okrucinska, die aus der von Ex-Weltmeister Michal Kwiatkowski gegründeten Radsport-Akademie CCC Copernicus in dessen und ihrer Heimat Torun stammt, im Ziel-Interview. 

"Ehrlich gesagt war es schon seit Saisonbeginn mein Hauptziel. Ich habe mich die ganze Saison hierauf vorbereitet. Dann bin ich hergekommen, habe einen richtig guten Recon gemacht und an der Startlinie habe ich gespürt: Heute ist mein Tag! Wenn alles gutgeht, kann ich es schaffen!", so die neue Weltmeisterin, die schon an der Zwischenzeit nach sechs Kilometern fünf Sekunden vor Decruyenaere und diesen Vorsprung bis ins Ziel mehr als verdoppelte.

Dagegen machte die so knapp vom Podium vorbei geschrammte Grossmann aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl. "Ich fühle mich natürlich wirklich schlecht! Aber ich habe nichts zu bereuen. Ich habe alles gegeben und gepusht, so hart ich konnte, von Beginn an. Ich kann also nicht sagen, dass ich nicht alles versucht habe – aber das ist auch schon das einzig Gute. Ich kam her, um zu gewinnen, um eine Medaille zu holen, und dann so knapp am Podium vorbeizufahren ist wirklich, wirklich hart. Ich denke, es war nicht der Kurs, der mir bestens gelegen hätte. Aber ich habe bis zum Schluss alles gegeben“, sagte die WM-Vierte im Ziel zu Eurosport nach der bitteren Niederlage im Kampf um die Medaillen

Das Streckenprofil des WM-Zeitfahrens der Juniorinnen | Foto: Veranstalter

Deutlich zufriedenere Fazits zogen die beiden Deutschen, vor allem natürlich die sechstplatzierte Dworatzek. "Ich habe mich von Anfang an recht gut gefühlt – gerade an den Anstiegen. Über den sechsten Platz bin ich superhappy. Besser hätte es nicht laufen können. Der Kurs kam mir aufgrund der vielen Kurven und Anstiege super entgegen und, ja, ich bin einfach zufrieden“, sagte sie im Ziel zu RSN.

"Es war auf jeden Fall superhart – super technisch, sehr unregelmäßig, viel Beschleunigen aus den Kurven, das muss man gut einschätzen können“, sagte Bieberle ebenfalls zu RSN, als sie noch nicht wusste, zu welchem Ergebnis es reichen würde. "Ob ich zufrieden bin, werde ich sehen, wenn das komplette Ergebnis da ist. Mit meiner persönlichen Leistung, bin ich aber schon relativ zufrieden. Ich hätte es vielleicht ein bisschen besser einteilen können“, fügte sie an.

Die zweite Schweizer Starterin Elia Marthe belegte den 38. Platz (+1:52), die Luxemburgerinnen June Nothum (+ 1:21) und Elena Lopes (+ 1:28) wurden 21. und 25., und unter den 57 Starterinnen war keine Österreicherin.

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