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25.09.2026 | (rsn) – Nach seinem Sieg beim Zeitfahren am Dienstag holte sich Benjamín Noval auch beim Straßenrennen das Regenbogentrikot und ist somit der erste Doppel-Weltmeister in der Juniorenklasse seit Remco Evenepoel im Jahr 2018.
Der Spanier siegte in Montréal solo, nachdem er zunächst aus dem Hauptfeld heraus attackierte und zu den Ausreißern aufschließen konnte. Auch aus dieser Spitzengruppe war Noval der klar Stärkste und wurde somit seiner Favoritenrolle gerecht. Auf dem zweiten Rang landete 42 Sekunden dahinter der Franzose Simon Defrance. Dahinter musste sich der Deutsche Owen Kings im Sprint einer vierköpfigen Verfolgergruppe um Bronze nur dem Schweden Elias Wändel geschlagen geben und verpasste somit 2:12 Minuten hinter Noval als Vierter nur knapp die Bronzemedaille.
Benjamín Noval (Spanien / Weltmeister / Flash-Interview): “Ich möchte mich zuerst bei meinen Teamkollegen bedanken. Sie haben von Anfang eine unglaubliche Arbeit verrichtet. Raúl (López), Aitor (Martínez) und Luca (Martinez) haben das Rennen von Anfang an gut kontrolliert. Ich habe mich gut gefühlt. Irgendwann habe ich dann gespürt, dass das Rennen richtig losgeht. Dann habe ich mich dazu entschieden, loszufahren. Natürlich ging der Plan voll auf. Wir haben das zu viert perfekt gemacht. Wir wussten von Anfang an, was wir machen mussten. Wir hatten auch die Beine dazu. Ja, ich weiß, wer der letzte Doppelweltmeister war. Nämlich Remco. Aber schauen wir erst mal Schritt für Schritt. Wir genießen das heute auch. Es waren zwei unglaubliche Tage. Man weiß nicht, wann so etwas noch einmal vorkommt.“
Owen Kings (Deutschland / 4. Platz / RSN): “Es war wirklich ein sehr chaotisches Rennen. Aber ich denke, ich habe es ganz gut gemacht. Ich habe mich frühzeitig in eine Gruppe begeben. Auf so einem Kurs habe ich mir bei Paul Fietzke etwas abgeschaut. Es ist einfach ein Riesenvorteil, wenn man vorne in der Gruppe ist. Da rollt es viel besser. Es ist ein bisschen ärgerlich, jetzt Vierter zu werden. Aber ich bin sehr zufrieden damit. Der Noval ist einfach superstark. Das wusste ich auch. Als er von hinten kam, ging es einfach darum, so lange wie möglich zu überleben. Es war auch die Taktik, die Gruppe zu besetzen. Ich habe mir auch den Computer abgeklebt, damit ich keine Wattzahlen sehe. Marcel Franz, unser Trainer, hat mir auch gesagt, dass ich einfach fahren und auf meinen Instinkt hören soll. Das hat ganz gut geklappt.“
Michael Hettegger (Österreich / 5. Platz / RSN): "Es war ein richtig schweres Rennen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es so früh schon losgeht, sondern mich eher auf die letzten zwei, drei Runden eingestellt. Dadurch, dass der Noval so früh zu attackieren angefangen hat, dachte jeder, er sei nervös. Aber das war er nicht, er war einfach nur so schnell! Es ist komplett krank, wie er heute gefahren ist. Die letzten zwei Runden habe ich mir gedacht, jetzt muss ich was machen mit meinen Haxn – denn ich habe wirklich gute Beine heute gehabt. Und, ja, es ist der fünfte Platz geworden. Ich wollte, wenn es irgendwie geht, allein zur Linie kommen – oder maximal zu zweit. Aber die Beine waren auf der Schlussrunde dann tot. Als Wändel attackiert hat, habe ich schon richtige Krämpfe gehabt. Dann habe ich es noch mal probiert, aber es hat leider nichts geklappt. Jetzt schauen wir, wie es bei der EM geht…"
Sander Willems (Belgien / 9. Platz / Eurosport): “Bas (Vanden Eynde) und Yasu (Vervoort) sollten in die Ausreißergruppe. Aber Bas hatte einen schlechten Tag. Deswegen bin ich in die Gruppe. Vic (De Smet) sollte dann mit den Favoriten zu uns nach vorne auffahren. Aber er hatte keinen guten Tag. Also war ich da und habe bis zum Ende mein Bestes versucht. Ich war aber komplett leer am Ende. Ich wusste, dass Noval mich abhängen würde. Ich habe es versucht, aber habe direkt gespürt, dass er zu schnell war. Dann habe ich versucht, an der Gruppe dranzubleiben. Es war sehr hart und ich habe viel gelitten. Aber es war ein gutes Rennen von mir. Ich bin ziemlich glücklich für mich persönlich – für das Team natürlich nicht ganz. Aber vielleicht wird es beim nächsten Mal besser.“
Michael Ortner (Österreich / 18. Platz / RSN): “Am Start habe ich mich nicht so gut gefühlt. Es war da auch gleich ziemlich schnell. Dann gab es die ein oder andere etwas langsamere Runde, da konnte ich mich relativ gut fangen. Es war heute ein Ausscheidungsrennen. Zum Ende ist mir dann langsam immer besser gegangen. Die Wattzahlen sind zwar nicht besser geworden (lacht), aber ich habe im Vergleich zu den anderen vielleicht weniger abgebaut. Das hat mir dann geholfen. Ich glaube, bei der entscheidenden Attacke von Noval sind Hetti (Hettegger) und ich etwas weit hinten gewesen. Danach ist jeder Hügel so schnell gefahren worden, dass man auch auf den Flachstücken nicht viel zufahren konnte. Man musste bergauf immer alles geben, weil es so viele Attacken und ein hohes Tempo gab. Deswegen ist der 5. Platz von Michi eine gute Leistung.“
Santiago Wrolich (Österreich / 32. Platz / RSN):
“Es war auf jeden Fall ein sehr schwerer Tag. Es war von Anfang an superschnell. Auf den ersten acht Runden habe ich mich gut gefühlt. Am Ende ist mir leider die Kraft ausgegangen. Aber ich glaube, wir können froh sein, dass Michi (Hettegger) unter die ersten zehn gefahren ist. Es war nicht leicht, weil das ganze Rennen über immer wieder einige Favoriten rausgefahren sind. Da hat man halt auch nicht gewusst, ob man da hinterherfahren soll oder ob es einfach so wieder zusammenkommt. Aber ich glaube, wir haben das am Ende ganz gut gemacht. Es hat vor allem auf den ersten acht Runden Spaß gemacht. Am Ende war es viel Leiden. Aber ich bin froh, dass ich diese Erfahrung gemacht habe.“
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