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25.09.2026 | (rsn) – Die Enttäuschung war den drei bestplatzierten deutschen Fahrern im U23-Straßenrennen der Männer bei den Weltmeisterschaften von Montreal anzumerken. Moritz Mauss, Paul Fietzke und Max Bock kamen auf den Plätzen 21, 40 und 42 ins Ziel und damit blieb die deutsche Mannschaft hinter den eigenen Erwartungen zurück. Sogar von einem Podium war zuvor die Rede. Doch nach dem Rennen machte sich das Trio weder selbst noch gegenseitig Vorwürfe.
“Ich glaube nicht, dass wir uns was vorwerfen können. Wir haben es probiert“, sagte ein entkräfteter Paul Fietzke gegenüber RSN. "Ich bin in meinem Leben noch nie so tief gegangen. Mir geht es jetzt nach dem Rennen wirklich nicht gut. An die letzte Runde kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern."
Moritz Mauss, der beste Deutsche auf Rang 21, analysierte hingegen etwas nüchtern: "Ich habe mit meinen Teamkollegen noch nicht gesprochen. Aber ich denke, dass es eine Riesenenttäuschung ist." ___STEADY_PAYWALL___
Der UAE-Fahrer zeigte sich selbstkritisch. "Wir sind weit unter unseren Möglichkeiten geblieben", meinte der 19-Jährige. "Wir waren jetzt nicht die ganz großen Favoriten, aber wir hatten eine gute Mannschaft hier." Diese Mannschaft wollte laut Fietzke "einen auf das Podium bringen". Der Plan dafür schien bereits im Vorhinein klar: Nicht alle Deutschen zählten zu den besten Kletterern im Feld.
“Das Podium erreicht man nicht mit hinten sitzen. Also mussten wir früh etwas probieren und das haben wir auch gemacht“, erklärte Fietzke. Auch Bocks Tenor hörte sich ähnlich an. “Ich habe versucht, ab Rennmitte in die Gruppen zu gehen“, erklärte der zweite Mann der Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies. “Dann kann man sich einen Vorsprung erarbeiten, bevor die Favoriten von hinten kommen. Aber als ich vorne war, ist keiner mehr gefahren und es ist alles wieder zusammengekommen.“
Viel dabei, aber letztlich nicht so richtig im Fokus waren die deutschen Fahrer im U23-Straßenrennen der WM von Montreal – hier rechts Louis Leidert und links Moritz Mauss. | Foto: Cor Vos
Etwa 60 Kilometer vor dem Ziel fand sich Bock in einer sechsköpfigen Verfolgergruppe hinter der Spitze und damit nur etwa 20 Sekunden hinter dem späteren Weltmeister Ashlin Barry (USA) wieder. Vier Runden vor Schluss attackierte der Amerikaner dann, während Bock und Co. von einer größeren Gruppe aufgesammelt wurden. Zu der gehörten neben Fietzke auch die Top-Favoriten um Héctor Álvarez (Spanien), Aubin Sparfel (Frankreich), Niels Driesen und Matisse Van Kerckhove (beide Belgien). Diese Gruppe war aber wohl etwas zu groß und arbeitete nicht wirklich gut zusammen.
Weitere Vorstöße von Fietzke wurden anschließend konsequent unterbunden. “Ich habe oft versucht, auf dem Flachstück vor dem Anstieg wegzufahren“, erklärte er. “Ich habe gemerkt, dass der Anstieg 150 Meter zu lang für mich war. Deswegen habe ich es davor probiert.“ Als Álvarez und Co. schließlich attackierten, hatten die deutschen Fahrer dann keine Antwort mehr. "Irgendwann hatte ich nicht mehr die Beine, um folgen zu können“, berichtete Bock. Auch Mauss verpasste den Sprung nach ganz vorne.
Das Podium der U23-Männer: Weltmeister Ashlin Barry aus den USA mit dem Spanier Hector Alvarez (links) und Jesper Stiansen (rechts) aus Norwegen. | Foto: Cor Vos
“Das Rennen war trotzdem die ganze Zeit offen. Wenn ich am Ende noch einmal nach vorne gefahren wäre, hätte ich vielleicht um die Top Ten sprinten können“, sagte der Düsseldorfer, dem am Ende elf Sekunden auf eine einstellige Platzierung fehlten.
"Den Kick dazu habe ich und den hat auch Paul. Den hat es am letzten Berg ein bisschen aufgestellt.“ Mauss versuchte es auch mit einer ersten genaueren Analyse: “Vielleicht hatte der Kurs zu wenig Flachstücke für unsere Fahrerprofile und der Anstieg war etwas zu punchy. Wäre der 300, 400 Meter kürzer gewesen, hätten wir ganz vorne mitmischen können. Vielleicht ist es auch die Tagesform, dieses halbe Prozent, das am Ende gefehlt hat.“
Trotz der größtenteils breiten Straßen sei die Positionierung auch in Montréal wichtig – wenn auch nicht unbedingt nur wegen möglicher Blockaden. “Das spielt hier eine große Rolle“, erzählte Mauss. “Ich bin am Anfang in guter Position gefahren und habe mich dann am langen Anstieg etwas durchsacken lassen. So ging es echt gut.“ Im Gegensatz zu Fietzke sah er genau dort den einzigen wirklichen Fehler. “Wir hätten vielleicht als Team noch mehr um die Positionen fahren müssen, um es allen leichter zu machen. Das können wir uns auch vorwerfen, dass wir das nicht getan haben.“
Fietzke fasste zusammen: “Am Ende haben ein bisschen die Beine und das Glück gefehlt.“ Beides hatte sicherlich Weltmeister Barry, der vorher nicht zu den Topfavoriten gezählt hatte und auch nicht als bester Kletterer galt. Doch der US-Amerikaner profitierte davon, ab der zweiten Runde in der Ausreißergruppe zu fahren. “Für mich gab es keinen Favoriten. Ich habe vorhergesagt, dass 30, 40 Fahrer gewinnen können. Der Kurs ist so vielseitig und taktisch. Man muss einfach Glück mit den Gruppen haben", meinte er nach dem Rennen.
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