RSNplusAuch Jakob auf Platz 9 bei der WM

Deutschlands Jüngste glänzen in Montreal: 16-Jährige Bieberle WM-6.

Von Felix Mattis mit Peter Maurer aus Montreal

Foto zu dem Text "Deutschlands Jüngste glänzen in Montreal: 16-Jährige Bieberle WM-6."
Das deutsche Juniorinnen-Team - hier stellvertretend die 14-platzierte Leni Burger - fuhr ein starkes WM-Rennen in Montreal. | Foto: Cor Vos

25.09.2026  |  (rsn) – Die deutschen Juniorinnen haben im Straßenrennen bei den Weltmeisterschaften von Montreal in Kanada zwar keine Medaille gewonnen, mit ihrem Abschneiden aber trotzdem überzeugt.

Die Plätze sechs, neun und 14 standen für Edda Bieberle, Amandine Jakob und Leni Burger nach 80,4 schweren Kilometern zu Buche – alle drei kamen mit 42 Sekunden Rückstand auf die Spitze in der zweiten Gruppe ins Ziel. Klara Dworatzek, die vierte deutsche Starterin, war nach einem Sturz ausgeschieden.

Vor allem musste das Ergebnis gefallen, wenn man auf die Geburtsjahrgänge in der Ergebnisliste blickte: Bieberle und Jakob waren unter den Top 15 am Ende die einzigen aus dem jüngeren 2009er Jahrgang, der auch im kommenden Jahr in den französischen Alpen wieder bei der WM dabei sein darf. Bieberle war gar die fünftjüngste Fahrerin im Starterfeld überhaupt. ___STEADY_PAYWALL___

Und die 16-Jährige mit ihrem orangefarbenen Helm war auch diejenige Deutsche, die in den TV-Bildern am meisten zu sehen war. Immer wieder fuhr sie ganz vorne im Feld, setzte etwa zu Rennmitte auch dem Vorstoß der Französin Lise Revol nach, hinter der sie im Mai Zweite bei der Junior-Variante der Flandern-Rundfahrt geworden war, und schloss auch sonst einige Lücken.

Bieberle: "Dachte es wird noch härter"

Trotzdem steckte sie die Belastung offenbar gut weg – schließlich hatte sie aus der zehnköpfigen Verfolgergruppe heraus auf der ansteigenden Zielgerade noch den besten Punch und gewann den Sprint um Platz sechs.

“Es war schon hart, aber ich dachte eigentlich, es wird noch härter. Also die letzte Runde war natürlich superhart. Aber es war eben nur eine Runde, die superhart war – und ein bisschen noch die vorletzte", meinte Bieberle im Ziel zu radsport-news.com und gestand, dass sie den letztlich rennentscheidenden Vorstoß der späteren Weltmeisterin Alejandra Neira eingangs der Schlussrunde etwas verpennt habe:

"Ich habe die Attacke ein bisschen verpasst, weil ich mich in dem Moment umgedreht und nach Wasser geschaut habe. Das war ein bisschen doof", sagte sie. "Aber ich weiß nicht, ob ich da überhaupt hätte mitfahren können. Deswegen bin ich eigentlich sehr zufrieden."

Edda Bieberle (orangefarbener Helm) war im Rennverlauf oft weit vorne zu sehen. | Foto: Cor Vos

Jakob erzählte derweil, sie sei vom hohen Anfangstempo – das Rennen insgesamt wurde mit einem Siegerschnitt von 34,2 km/h bei über 1.600 Höhenmetern auf 80 Rennkilometern sehr schnell gefahren – zunächst etwas geschockt gewesen, habe sich dann aber immer besser gefühlt. Auf der Schlussrunde konnte auch sie dem Tempo von Neira, Matilde Rossignoli, Anja Grossmann und Co. zwar nicht mehr folgen. Doch immerhin schaffte sie es nach dem langen Anstieg zu Rundenbeginn nochmal in die zweite Gruppe.

"Es ist auf der Abfahrt wieder zusammengelaufen, weil die Gruppe vor mir, in der Edda war, ein bisschen rausgenommen hat", erzählte sie vom Geschehen hinter der Rennspitze, das in den TV-Bildern nicht zu verfolgen war. "So sind wir wieder rangekommen – aber leider nicht mehr ganz nach vorne."

"Am Ende muss man aufmerksam sein"

Kurzzeitig hatte es so ausgesehen, als könne sogar das klappen. Denn sieben Kilometer vor dem Ziel war das deutsche Trio in Sichtweite zu Maria Okrucinska und Mirthe Mons, die ihrerseits nur zehn Sekunden hinter der Spitze fuhren. Doch obwohl es vorne auf den finalen Kilometern beinahe zu Stehversuchen kam, so sehr beäugte man sich da, kam man von hinten nicht mehr heran. Zu müde waren die Beine aller nach dem harten Rennen.

"Am Ende war es brutal hart", meinte Jakob, während Bieberle etwas Selbstkritik übte: "Bei so einem Rennen darf man am Anfang nicht zu viel machen. Am Ende muss man aufmerksam sein", nahm die 16-Jährige als Lehre aus ihrem ersten WM-Straßenrennen mit. "Nicht wir als Team, aber ich persönlich hätte ein bisschen weiter hinten drinsitzen sollen. Aber das Problem ist halt: Entweder ist man mitten im Feld und dann passiert was, oder man verbraucht ein bisschen mehr Kraft, dafür bleibt man auf dem Fahrrad sitzen."

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