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02.10.2026 | (rsn) – Vor der WM war Mara Winter auf der Straße mit nur 13 Renntagen in zwei Jahren ein fast unbeschriebenes Blatt. Nun hat sich die Vierte der Welttitelkämpfe bei der Europameisterschaft in Slowenien den Titel bei der U23 gesichert. Nach 88 Kilometer mit Start und Ziel in Sencur nach Ljubljana war sie im Sprint eines Quartetts schneller als die Niederländerin Nienke Vinke, Die frischgebackene Weltmeisterin Viktoria Chladonova (Slowakei) komplettierte das Podium, das mit Megan Arens eine zweite Niederländerin mit vier Sekunden Rückstand verpasste. Den Spurt der sechs Verfolgerinnen entschied Justyna Czapla 24 Sekunden hinter der Siegerin für sich.
Die stand wenig später zum Ziel-Interview bereit. “Ich kann es gar nicht glauben. Ich glaube, ich träume und kann es noch nicht fassen. Ich habe das nie erwartet und habe nicht mal gewagt, vom Titel zu träumen“, freute sie sich. “Der Berg war sehr steil und auch danach gab es noch ein paar Kicker. Gerade der letzte Teil des Anstieges ist enorm steil“, blickte kurz auf die Strecke zurück.
Czapla war im Gespräch mit RSN etwas enttäuscht über die verpasste Medaillenchance. “Echt schade! Wir haben die Gruppe die ganze Zeit gesehen, wir waren nicht so weit weg. Wir hätten es eigentlich geschafft, wenn alle in der Gruppe mitgearbeitet hätten", so die Canyon-Fahrerin. Am Berg hatte es nicht ganz gereicht, um dem Tepo der Beste zu folgen. “Ich habe alles versucht, um da mitzufahren. Aber es ging halt leider nicht. Wir sind bei uns in der Gruppe schon eine relativ harte Pace gefahren und ich hatte überlegt, ob ich da noch rausattackier. Aber ich war schon ziemlich am Limit."
Die entscheidende Attacke ritten Winter und Arens in der vorletzten Runde während eines lang anhaltenden Bildausfalls, in dem auch die Gruppe um Czapla entstand. Deren Teamkollegin Clara Jäger war eine Position hinter der besten Luxemburgerin Liv Wenzel als 20. die nächste Deutsche im Ergebnis. Österreicherinnen waren nicht dabei.
Nach einer eher ruhig gefahrenen Auftaktrunde machten die Niederländerinnen ernst und dezimierten mit ihrer Tempoarbeit nach 28 Kilometern im ersten Anstieg erheblich. Lediglich rund 20 Fahrerinnen bildeten ungefähr zwei Kilometer später die Gruppe der Favoritinnen. In der Abfahrt setzte sich Gaia Segato ab, während das Feld wieder anwuchs. Die Solistin fuhr bis zu 30 Sekunden heraus und rief damit die Spanierinnen auf den Plan. Die führten das 41-köpfige Peloton zehn Sekunden nach der Spitzenreiterin über die Ziellinie. Jäger, Joelle Messemer und Czapla waren für Deutschland vorn dabei.
Während Segato bergauf eingeholt wurde und das Feld auf 14 Fahrerinnen zusammengeschrumpfte, brach die Live-Übertragung zusammen. Mit noch 24 zu fahrenden Kilometern gab es erneut Live-Bilder, die zeigten, dass Megan Arens und Mara Winter sich 57 Sekunden vor der Schwedin Stina Kagevi und weiteren 11 vor rund einem Dutzend Verfolgerinnen mit Czapla befand.
Das Streckenprofil des viermal zu befahrenden EM-Rundkurses. | Foto: Veranstalter
Dort klappte die Zusammenarbeit nicht, sodass die Gruppe erneut anwuchs. Auch Jäger kehrte ein weiteres Mal zurück. Mit vereinten Kräften wurde in der Schlussrunde Kagevi vor Beginn der Steigung zurückgeholt. Bergauf setzte Winter ihre niederländische Begleiterin unter Druck, doch das Tempo lag weniger hoch als das von Vinke und Chladonova, die sich aus der Verfolgergruppe gelöst hatten.
Als die beiden Duos 14,2 Kilometer vor dem Ziel zu einem Quartett verschmolzen, probierte es Vinke mit einer Attacke, der allerdings alle Kontrahentinnen folgen konnten. Die Kuppe und somit die letzten elf Kilometer erreichten die Vier 25 Sekunden vor den ersten Verfolgerinnen, ein Sextett, zu dem auch Czapla gehörte. Deren Rückstand war am 5-Kilometer-Banner auf 16 Sekunden gesunken.
Während vorn alle zusammenarbeiteten, hielten sich dahinter die Niederländerin Rosita Reijnhout und die Spanierin Paula Ostiz vornehm zurück. So wurde der Abstand zwar etwas kleiner, doch am Teufelslappen betrug er noch immer zehn Sekunden. Winter ging als Erste in die letzte Kurve 350 Meter dem Ziel und begann anschließend direkt mit ihrem Sprint. Das erschien zunächst viel zu früh, doch die erst aufkommende Chladonova musste kurz danach doch passen. Vinke wartete länger, der Niederländerin fehlte am Ende aber eine halbe Radlänge auf die Schweizerin.
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