Interview

Jaksche: Ich habe mir einiges vorgenommen!

Von Matthias Seng

29.04.2006  |  Jörg Jaksche präsentiert sich bei der Tour de Romandie nach überstandener Grippe in bestechender Form und liegt vor der heutigen Etappe (ab 14 Uhr im Radsport aktiv LIVE-Ticker) auf dem dritten Platz der Gesamtwertung. Der 29jährige Franke in Diensten des spanischen Liberty-Seguros Teams stellte sich nach der gestrigen Etappe unseren Fragen.

Gestern Vierter, vorgestern Zweiter, Dritter der Gesamtwertung. Sind Sie nach überstandener Grippe von Ihrer Leistung selber überrascht?

Jaksche: Wenn ich jetzt nein sage, klingt es ein vielleicht arrogant. Aber ich habe mich gut vorbereitet und mir für diese Rundfahrt hier auch einiges vorgenommen. Die Grippe hatte auch ihr Gutes, weil ich dadurch nur wenig Rennen in letzter Zeit bestreiten konnte und deshalb hier frisch an den Start gegangen bin. Alles in allem freue ich mich, dass es so gut läuft und es zeigt mir, dass ich bisher alles richtig gemacht habe.

Das war gestern der Tag ihres Teams Liberty Seguros. Mit welcher Taktik gehen sie in die heutige schwere Etappe?

Jaksche: Wir wissen, dass wir eine gute Ausgangsposition haben, Alberto Contador hat die Etappe gewonnen und ist Gesamtführender –das heißt, dass wir morgen sein Gelbes Trikot verteidigen müssen. Das wird schwer genug werden, weil die Etappe kurz, dafür aber mit zwei Bergen der 1. Kategorie umso heftiger sein wird und wir mit vielen Angriffen rechnen müssen.

Wen siehen Sie als ihre schärfsten Konkurrenten auf der heutigen Etappe?

Jaksche: Wer gestern nicht vorne dabei war, wird es wohl heute auch nicht sein.

Nicht vorne dabei ist auch Jan Ullrich. Ärgert es Sie, wenn Ihre eigene gute Leistung angesichts der Berichterstattung über Ullrichs erstes Rennen in manchen Meldungen nur unter ferner liefen auftaucht?

Jaksche: Ach, das kümmert mich nicht weiter. Ich fahre ja nicht für’s Ego oder um ins Fernsehen zu kommen, sondern weil es mein Beruf ist und ich einfach einen guten Job machen möchte. Das soll aber nicht heißen, dass ich mich nicht über Ulle freue, wenn er hier gut durchkommt. Er ist nach wie vor die Lichtgestalt des deutschen Radsports und ohne ihn würde es uns anderen deutschen Radsportlern längst nicht so gut gehen.

Sie sind als hervorragender Zeitfahrer bekannt und die Tour de Romandie endet am Sonntag mit einem anspruchsvollen Zeitfahren. Was rechnen Sie sich noch für die Gesamtwertung aus?

Jaksche: Also zunächst einmal ist Alberto Contador auch ein sehr guter Zeitfahrer. Aber ich schaue noch nicht auf’s Gesamtklassement, sondern nur von Tag zu Tag. Über das Zeitfahren mache ich mir heute keine Gedanken.

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