Alle Infos zu den 21 Etappen

Großes Vorschaupaket: Die Strecke des Giro d´Italia 2026

Von Paul Grosch

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Szene des Giro d´Italia 2025 | Foto: Cor Vos

07.05.2026  |  (rsn) – Nach den Klassikern ist vor den Rundfahrten. Zum 109. Mal steht der Giro d’Italia (8. Mai – 31. Mai / 2.UWT) auf dem Programm. Erstmals in ihrer Geschichte startet die erste Grand Tour des Jahres in Bulgarien. Mit 3.466 Kilometern ist die Italien-Rundfahrt zudem die längste der diesjährigen dreiwöchigen Landesrundfahrten. Insgesamt 48.700 Höhenmeter sind auf dem Weg von Nessebar nach Rom zu bewältigen.

Auf dem Programm stehen neben einem langen Einzelzeitfahren acht Flachetappen, sieben hügelige Teilstücke und fünf Hochgebirgsetappen. Insgesamt acht Tagesabschnitte enden bergauf, davon fünf mit einer klassischen Bergankunft. Die Cima Coppi am höchsten Punkt der Rundfahrt wird auf der 19. Etappe am Passo di Giau vergeben. Es ist die einzige Etappe, auf der es über 2000 Meter hoch hinausgeht, und das gleich zweimal.

Wegen des Auslandsstarts gibt es erneut drei Ruhetage. Der erste folgt nach der 3. Etappe und dient dem Transfer nach Italien. Neben dem dreitägigen Auftakt in Bulgarien wird in der dritten Woche ein Teilstück in der Schweiz ausgetragen. Die Königsetappe steht in der dritten Woche auf dem Programm. Aber schon in der ersten Woche sind Abstände im Gesamtklassement zu erwarten, etwa auf der 7. Etappe zum Blockhaus.

Auch Klassikerspezialisten und bergfesten Sprintern bietet der diesjährige Giro viele Möglichkeiten. Einige Etappen warten auf den letzten Kilometern mit Hindernissen wie Kopfsteinpflaster, technisch anspruchsvolle Kurven oder kurze Anstiege auf, die zu Attacken einladen. Im Unterschied zu den vergangenen Jahren gibt es diesmal aber keinen Tagesabschnitt mit Schotterpassagen.

RSN stellt alle 21 Etappen im Kurzporträt vor. Alle Streckenprofile finden Sie auf unserer Giro-Sonderseite.

Noch mehr Infos mit Streckenkarten und Profilen der wichtigsten Anstiege gibt es in unseren ausführlicheren Etappenvorschauen in Zusammenarbeit mit der ProCycling für RSNplus-Leser - per Klick auf die Überschriften zu jeder Etappe zu erreichen.

1. Etappe, 8. Mai: Nessebar – Burgas, 147 km

Sprintauftakt mit Meeresblick  

Die historische Hafenstadt Nessebar ist der Startort des Giro d’Italia 2026. Nach 70 Kilometern wird erstmals der Zielort Burgas erreicht. Von dort führt die Route weiter auf einen Rundkurs, den die Fahrer zweimal absolvieren. Hier werden zwei kleine Bergwertungen abgenommen. Anschließend geht es zurück nach Burgas, wo sich . zum ersten Mal seit 2013 wieder ein Sprinter das Maglia Rosa überstreifen dürfte. Nur der Wind könnte am Schwarzen Meer für Turbulenzen sorgen.

2. Etappe, 9. Mai: Burgas – Veliko Tarnovo, 221 km

Hügelig quer durch Bulgarien

Nach dem flachen ersten Tag an der Küste entlang führt die zweitlängsten Etappe der 109. Giro-Ausgabe von Burgas ins hügelige Landesinnere. Die letzte Bergwertung liegt elf Kilometer vor dem Ziel und bietet so auch den Klassementfahrern Chancen auf Attacken. Auf den letzten drei Kilometern müssen zwei Kopfsteinpflasterpassagen mit Steigungen bis zu neun Prozent bewältigt werden. Geht das Rosa Trikot an einen Ausreißer oder gewinnt gar ein Klassementfahrer?

3. Etappe, 10. Mai: Plovdiv – Sofia, 175 km

Sprintentscheidung in der Hauptstadt

Zum Abschluss der Bulgarien-Trilogie sollten von Plovdiv nach Sofia noch einmal die Sprinter zum Zug kommen. Der neun Kilometer lange Borovec-Pass ist das einzige Hindernis des Tages. Die Bergwertung liegt jedoch schon 70 Kilometer vor dem Ziel. Die letzten zehn Kilometer in der bulgarischen Hauptstadt führen flach und schnurgerade ins Ziel, ein weiterer Nachteil für Ausreißer.

1. Ruhetag und Transfer nach Italien, 11. Mai

4. Etappe, 12. Mai: Catanzaro – Cosenza, 138 km

Technisches Finale im “Athen Kalabriens“

Nach dem frühen ersten Ruhetag geht es in Kalabrien vom Absatz des italienischen Stiefels entlang der Tyrrhenischen Küste nach Norden in die historische Altstadt von Cosenza. Das Profil des"Italien-Auftakts" ähnelt dem der letzten Bulgarien-Etappe. Der Anstieg im Mittelteil ist jedoch deutlich anspruchsvoller, erst die letzten 20 Kilometer sind flach. Das Finale ist technisch anspruchsvoll., die letzten 500 Meter weisen zudem eine Steigung von knapp vier Prozent auf. Der Sieg dürfte an einen bergstarken Sprinter oder Klassikerfahrer gehen. 

5. Etappe, 13. Mai: Praia a Mare – Potenza, 203 km

Bergtest durch den südlichen Apennin

Weiter geht es nach Norden ins Landesinnere. Die lange Mittelgebirgsetappe hat mehr als 4000 Höhenmeter in ihrem Programm, eine Ausreißergruppe wird schwer zu kontrollieren sein. Nach einem hügeligen Beginn steht etwa 50 Kilometer vor dem Ziel der erste richtige Test für die Klassementfahrer an. Der 6,5 Kilometer lange Anstieg mit über neun Prozent führt in ein Skigebiet. Über ein welliges Plateau geht es bergab in Richtung Potenza, wo fünf technisch anspruchsvolle Kilometer mit mehreren steilen Rampen das Finale bilden. Bestes Terrain für entschlossene Ausreißer!

6. Etappe, 14. Mai: Paestum – Napoli, 142 km

Wieder ein explosiver Sprint am Vesuv? 

Zum fünften Mal in Folge ist Neapel Ziel einer Giro-Etappe. In den letzten Jahren gab es mit einer Ausnahme einen Massensprint um den Sieg. Von Paestum aus geht es überwiegend flach entlang des Tyrrhenischen Meeres in die Stadt am Vesuv. Das Profil spricht für die Sprinter, doch zwei enge Rechtskurven führen 400 Meter ansteigend ins Ziel. Der Straßenbelag ist gepflastert und uneben. Kann sich hier ein Klassikerspezialist absetzen?

7. Etappe, 15. Mai: Formia – Blockhaus, 244 km

Blockbuster-Bergankunft am Blockhaus 

Die erste Bergankunft des Giro d’Italia 2026 erwartet die Fahrer am Blockhaus in den Abruzzen. Nach über 4500 Höhenmetern steht eine erste Rangordnung im Kampf um das Rosa Trikot fest. Der Schlussanstieg ist fast 14 Kilometer lang mit mehr als acht Prozent Steigung. Können die Teams der Klassementfahrer die Ausreißergruppe über diese Distanz kontrollieren? Und müssen sich einige Favoriten im Kampf um das Maglia Rosa frühzeitig verabschieden?

8. Etappe, 16. Mai: Chieti – Fermo, 156 km

Finale mit Punch 

Nach der ersten Bergankunft wird auch dieser Tag für das Gesamtklassement wichtig. Flachen 96 Kilometern folgen an der Adria mehrere kurze Anstiege. Die ersten drei kategorisierten Bergwertungen sind eher moderat, nur ein Bonussprint an einer steilen Rampe stellt eine Herausforderung dar. Der Zielanstieg ist unregelmäßig und enthält steile Abschnitte. Auf dem technisch anspruchsvollen Terrain sind wieder die Klassiker- und Klassementfahrer gefragt.

9. Etappe, 17. Mai: Cervia – Corno alle Scale, 184 km

In Stufen nach oben

Auch vor dem zweiten Ruhetag gibt es keine Verschnaufpause im Kampf um das Maglia Rosa. Von der Adria geht es lange flach nach Westen in Richtung Apennin. Corno alle Scale ist zum zweiten Mal nach 2004 Giro-Zielort. Rund 20 Kilometer vor dem Ziel beginnt der Anstieg zum Skigebiet auf knapp 1500 Metern Höhe. Er ist in zwei kategorisierte Anstiege unterteilt. Die Straße steigt unregelmäßig, die letzten drei Kilometer haben mehr als zehn Prozent Steigung. Müssen hier Klassementfahrer für die Anstrengungen der vergangenen Tage bezahlen?

2. Ruhetag, 18. Mai

10. Etappe, 19. Mai: Viareggio – Massa, 42 km (Einzelzeitfahren)

Rund um die Uhr an der Riviera

Auch nach dem zweiten Ruhetag müssen die Fahrer wieder ans Limit gehen. Das einzige Zeitfahren der Italien-Rundfahrt ist mit 42 Kilometern für heutige Verhältnisse sehr lang. Vom Start führt die Strecke acht Kilometer Richtung Süden, immer an der Küste entlang. Nach einer Wende geht es geradeaus bis Massa entlang der italienischen Riviera. Auf den letzten fünf Kilometern gibt es einige Kurven und einen weiteren Wendepunkt. Eine Strecke für echte Zeitfahrspezialisten mit großem Motor.

11. Etappe, 20. Mai: Porcari – Chiavari, 195 km

Endlich Verschnaufpause für die Klassementfahrer

Nach vier harten Tagen in Folge für die Klassementfahrer dürften diesmal die Ausreißer um den Sieg kämpfen, auch wegen der Länge der Etappe. Wieder geht es an die Küste des Ligurischen Meeres. Drei kategorisierte Anstiege mit teils steilen Abschnitten stehen an. Ein weiterer Tag für Puncheure oder Fahrer, die im Gesamtklassement keine Rolle mehr spielen.

12. Etappe, 21. Mai: Imperia – Novi Ligure, 175 km

Sanremo-Mailand – oder so ähnlich

Nach fünf schweren Tagen könnten die Sprinter in Novi Ligure trotz mehr als 2000 Höhenmeter wieder eine Chance bekommen. In Imperia beginnt mit der Cipressa jedes Jahr die heiße Phase von Mailand-Sanremo. Die Strecke der "Primavera“ wird beim Giro jedoch in die umgekehrte Richtung gefahren. An der italienischen Riviera gibt es zwei längere, aber nicht steile Bergwertungen auf dem Weg ins Landesinnere. Die letzten rund 40 Kilometer verlaufen flach. Reicht das für  Ausreißer oder kommt es zum Massensprint?

13. Etappe, 22. Mai: Alessandria – Verbania, 189 km

Solo zum See?

Auch auf der 13. Etappe ist ein Massensprint nicht ausgemacht. Die Strecke führt überwiegend flach nach Norden über die Po-Ebene zum Lago Maggiore. 25 Kilometer vor dem Ziel stehen zwei Bergwertungen an. Die erste ist relativ leicht, der zweite Anstieg weist mehrere Kilometer mit über zehn Prozent Steigung auf. Der Bonussprint könnte zudem für Attacken sorgen. Von oben sind es noch 14 Kilometer bis ins Ziel, die letzten fünf davon flach. Kann sich eine Gruppe von Puncheuren ins Ziel retten?

14. Etappe, 23. Mai: Aosta – Pila, 133 km

Achterbahn in den Alpen

Gleich die erste Hochgebirgsetappe in den Alpen hat es in sich. Über relativ kurze Distanz sind mehr als 4.300 Höhenmeter zu überwinden. Die Etappe sollte für die Teams der Klassementfahrer gut kontrollierbar sein. Vom Start im Aostatal folgt früh direkt die erste von drei Bergwertungen der 1. Kategorie. Praktisch den ganzen Tag über geht es bergauf oder bergab. Alle Steigungen verlaufen die alpentypisch relativ gleichmäßig. Größere Abstände im Gesamtklassement sind nicht zu erwarten.

15. Etappe, 24. Mai: Voghera – Milano, 157 km

Fast Fashion in der lombardischen Metropole

Die letzte klassische Sprintetappe dieses Giro führt wieder durch die Po-Ebene und bewegt sich ein weiteres Mal auf den Spuren von Mailand-Sanremo. Das Profil kommt ohne Bergwertungen aus und weist nur etwa 200 Höhenmeter auf. Das Ziel in Mailand wird erstmals rund 65 Kilometer vor Schluss erreicht. Danach folgt ein schneller 16 Kilometer langer Rundkurs, der viermal gefahren wird. Die letzte von wenigen Kurven kommt zwei Kilometer vor dem Ziel. Ein Massensprint mit hohen Endgeschwindigkeiten ist zu erwarten.

3. Ruhetag, 25. Mai

16. Etappe, 26. Mai: Bellinzona – Carí, 113 km

Kurzes Intermezzo auf neutralem Boden

Die kürzeste Etappe des Giro d’Italia 2026 wird komplett in der Schweiz ausgetragen. Nach etwa 25 flachen Kilometern folgt ein 22 Kilometer langer Rundkurs mit zwei kurzen, steilen Anstiegen, der zweimal zu fahren ist. Danach geht es ins Gotthardtal, wo in Faido ein 12 Kilometer lange Schlussanstieg mit fast acht Prozent Steigung wartet. Der letzte Kilometer ist sehr steil mit Rampen bis zu 13 Prozent. Mit fast 3000 Höhenmetern auf nur 113 Kilometern ist eine schnelle und explosive Etappe zu erwarten. Wie groß ist der Hunger der Klassementfahrer auf den Etappensieg?

17. Etappe, 27. Mai: Cassano d’Adda – Andalo, 202 km

Letzte Chance für kletterstarke Klassikerspezialisten

Die letzte von vielen Etappen mit Klassikerprofil ist wie für einen Ausreißercoup gemacht. Auf 202 Kilometern sind knapp 3300 Höhenmeter zu bewältigen. Die Strecke steigt konstant leicht an und weist zur Mitte zwei Anstiege der 3. Kategorie auf. Im Finale folgen eine unregelmäßige Bergwertung, eine Abfahrt und ein Anstieg. Die letzten 1,5 Kilometer verlaufen jedoch flach. Wer hat in der letzten Woche noch Reserven für die kräftezehrenden letzten 30 Kilometer?

18. Etappe, 28. Mai: Fai della Paganella – Pievi di Soligo, 171 km

Mauer für Mutige

In der ersten Woche hätten viele Teams diese Etappe noch für einen Massensprint kontrolliert. Am viertletzten Tag eines kräftezehrenden Giro dürften auf dem welligen Profil jedoch erneut die Klassikerfahrer zum Zug kommen. Zum dritten Mal in Folge ist die Muro di Ca’ del Poggio Teil des Giro. In den Vorjahren vor dem berühmten Monte Grappa befahren, dürfte diesmal an der 1,1 Kilometer langen Mauer mit über 12 Prozent Steigung die vielleicht entscheidende Attacke erfolgen. Gibt es in Venetien eine erfolgreiche Solofahrt?

19. Etappe, 29. Mai: Feltre – Alleghe, 151 km

Fünfmal hoch hinaus

Die durch die Dolomiten führende diesjährige Königsetappe zählt zu den schwersten Hochgebirgsetappen der letzten Jahre. Auf den letzten 100 Kilometern sind fast 5.000 Höhenmeter zu bewältigen. Sechs kategorisierte Anstiege, alle mit längeren Passagen mit mehr als zehn Prozent Steigung, laden zu frühen Angriffen ein. Es gibt praktisch keine flachen Abschnitte. Am Passo Giau wird die Cima Coppi vergeben. Hier und am Passo Falzarego geht es über 2000 Meter hoch hinaus. Auch große Rückstände im Gesamtklassement können hier noch aufholt werden.

20. Etappe, 30. Mai: Gemona del Friuli – Piancavallo, 200 km

Gleich zwei letzte Chancen

Nach der Monster-Etappe durch die Dolomiten dürfte es auf der vorletzten Etappe zunächst ruhiger zugehen. Nur ein Anstieg der 3. Kategorie durchbricht das flache Terrain. Ab Aviano geht es zweimal zum beliebten Touristenort Piancavallo hinauf. Die Etappe bietet taktisch einige Möglichkeiten, um das Gesamtklassement noch einmal zu beeinflussen. Geht es am Tag vor Rom noch um das Maglia Rosa?

21. Etappe, 31. Mai: Roma – Roma, 131 km

Eine finale Runde in der Arena

Die italienische Hauptstadt ist zum vierten Mal in Folge Austragungsort der letzten Giro-Etappe. Nach einem kurzen Abstecher zur Küste in Ostia darf nach der ersten Überquerung der Ziellinie attackiert werden. Es folgen acht Runden vorbei an berühmten Monumenten und Plätzen. Am Circus Maximus wird die 109. Italien-Rundfahrt voraussichtlich in einem Sprint enden. Welcher Sprinter hat das Hochgebirge heil überstanden und geht es sogar noch um das Punktetrikot?

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