Johannes Fröhlinger: Tour de Suisse-Tagebuch

Mit 100 Sachen den Arlberg hinunter

Von Johannes Fröhlinger

19.06.2007  |  Die heutige Etappe war wieder richtig schwer. Gleich zu Beginn hat unser Team komplett gepennt. Auf einer Abfahrt bildete sich eine 50 Fahrer starke Gruppe – und wir hatten keinen dabei. Wir haben dann spekuliert, dass andere Teams, die vorne ebenfalls nicht vertreten waren, uns wieder heranführen. Da die Gruppe vorne auch nicht wirklich harmoniert hat, kam es auch wieder zum Zusammenschluss. Da hatten wir richtig Glück. Das hätte echt blöd ausgesehen, wenn die Gruppe durchgekommen wäre und das Team Gerolsteiner gefehlt hätte.

Ich persönlich merke, wie es bei mir von Tag zu Tag besser läuft. Heute am Arlbergpass habe ich mich sehr gut gefühlt und hatte keine Probleme mit der ersten Gruppe mitzuhalten, obwohl das Tempo richtig hoch war. Die Abfahrt vom Arlbergpass hinunter war echt brutal. Wir hatten da über längere Zeit knapp 100 Sachen drauf. Ich selbst bin ja nicht der wagemutige Abfahrer, da ich so viel nachdenke. Im Rennen muss man da aber durch.

Am Schlussanstieg habe ich dann, wie gestern, nach getaner Arbeit wieder rausgenommen und bin mit Koppi (David Kopp) den Berg halbwegs locker hochgefahren. Es würde für mich nichts bringen, wenn ich versuchen würde, den Anstieg eine Minute schneller zu fahren. Die Rundfahrt ist schließlich noch lang und ich möchte am Sonntag in Bern ankommen. Da darf man seine Kräfte nicht verpulvern.

Direkt nach dem Rennen habe ich mich recht gut gefühlt. Die Hitze während der Etappe heute hat mir nichts ausgemacht. Ich fahre gerne, wenn es richtig heiß ist. In unserem Hotel steht die Luft aber förmlich und das schlägt sich dann etwas auf den Kreislauf nieder. Ich hoffe, dass ich bei der Hitze gut schlafen kann.

Für meine Teamkollegen Beat Zberg und (Stefan Schumacher lief es heute nicht wirklich gut. Beat musste heute endgültig die Gesamtwertung zu den Akten legen. Schumi wollte heute am Berg wieder etwas versuchen, aber er fühlte sich nicht gut und verlor viel Zeit. Man kann nur offen, dass es nur ein schlechter Tag bei ihm war und dass sich jetzt keine Erkältung ankündigt.

Da wir jetzt in der Gesamtwertung komplett raus sind, werden wir uns auf Etappensiege konzentrieren. Morgen bietet sich da schon die erste Gelegenheit.

Johannes Fröhlinger (Gerolsteiner) bestreitet seine erste Profi-Saison. Der 22-jährige gebürtige Gerolsteiner wird bei der Tour de Suisse Tagebuch für Radsport aktiv führen und von seinen Erlebnissen auf und neben der Strecke berichten.

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