Kritik an BDR und Holczer

Schumacher will Lizenz und verklagt die AFLD

27.11.2008  |  (rsn) – Stefan Schumacher hat sich nach seinen positiven Dopingproben bei Nachuntersuchungen zur Tour de France erstmals zu Wort gemeldet. Der Nürtinger kündigte am Donnerstag auf seiner Homepage an, beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR) eine Lizenz für 2009 zu beantragen und gegen die Französische Anti-Doping-Agentur AFLD eine Strafanzeige wegen Verleumdung zu stellen. Die AFLD war bei der Tour für die Dopingkontrollen zuständig.

Er habe nach den positiven Tests einen Fragenkatalog an die AFLD geschickt und warte bis heute auf „konkrete Antworten“, so Schumacher, der die Vorgehensweise bei den Nachuntersuchungen für nicht korrekt hält und grundsätzliche Zweifel am Nachweisverfahren äußerte. Er sei während der Tour insgesamt 14 Mal getestet worden, immer mit negativem Ergebnis. Zudem weise sein Blutprofil laut Biologischem Pass des Weltverbandes UCI keinerlei Auffälligkeiten auf.

Gegen ihn läge bis heute bei den „relevanten Verbänden nichts vor“, schreibt der ehemalige Gerolsteiner-Fahrer. „Weder beim Weltverband UCI, noch bei meinem Heimatverband, dem Bund Deutscher Radfahrer. Und da ich ja nicht ewig warten kann, bis Vorwürfe geklärt werden, die ich nicht zu verantworten habe, schaue ich jetzt wieder nach vorne.“

Schumacher kritisierte außerdem seinen ehemaligen Teamchef Hans-Michael Holczer –„Er hetzte mir gleich die Staatsanwaltschaft auf den Hals, Hausdurchsuchung inklusive“ – und das Verhalten des BDR: „Der BDR muss mir ja gar nicht blind glauben, dass ich unschuldig bin“, so der WM-Dritte von 2007. „Aber ich hätte schon erwartet, dass man mit mir spricht, bevor man mich auch dort vorverurteilt. Und ich hätte vor allem erwartet, dass sich der BDR aktiv um Aufklärung bemüht.“

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