RSN-Rangliste 2009, Platz 15: Tyler Farrar (Garmin-Slipstream)

Bei der Vuelta den Frust besiegt

Von Christoph Adamietz

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Tyler Farrar (Garmin-Slipstream)

Foto: ROTH

21.12.2009  |  (rsn) – Im Jahr 2009 schaffte Tyler Farrar (Garmin-Slipstream) den großen Durchbruch. Der 25-jährige US-Amerikaner holte insgesamt elf Saisonsiege, darunter war ein Etappensieg bei der Vuelta und der Triumph bei den Vattenfall Cyclassics.

„Ich bin mit meiner Saison sehr zufrieden. Ich hatte ein gutes Jahr, mein mit Abstand bestes bisher“, sagte Farrar zu cyclingnews.com.

Frühen Grund zum Jubeln hatte der Sprinter im März, als er auf 3. Etappe der Fernfahrt Tirreno-Adriatico seinen ersten Saisonsieg feierte und dabei keinen Geringeren als Mark Cavendish (Columbia) hinter sich lassen konnte. Auf der Schlussetappe schlug der Brite allerdings zurück, so dass für Farrar nur Rang zwei blieb. „Cavendish ist stark. Aber ich habe gesehen, dass ich ihn schlagen kann“, sagte der schnelle US-Boy zu Velonews.

Da er nach einem Sturz bei Mailand – San Remo auf zahlreiche Frühjahrsklassiker verzichten musste, war der Giro d`Italia Farrars erster Saisonhöhepunkt. Als letztes Vorbereitungsrennen bestritt der Garmin-Profi die Tour de Romandie, wo ihm ein zweiter Etappenplatz gelang. Beim Giro fuhr Farrar sehr konstant und konnte drei Mal auf`s Podium sprinten. Ein Sieg gelang dem ihm gegen Cavendish und Alessandro Petacchi (LPR) aber nicht. „Das war ein gutes Rennen von mir. Ich war so oft in den Top-Fünf, dass es übertrieben wäre, wenn ich von einer Enttäuschung sprechen würde. Aber natürlich hätte ich mir einen Sieg gewünscht“, so Farrar nach seiner Grand-Tour-Premiere zu pezcyclingnews.

Dafür war er im Juni bei der Delta Tour Zeeland (Kat. 2.1) nicht zu stoppen: Ein Etappensieg, zwei zweite Plätze sowie der Gesamtsieg zeigten dem Nordamerikaner, dass die Form für die Tour de France stimmte. Zwar war auch in Frankreich bei den Sprintankünften gegen Cavendish kein Kraut gewachsen. Farrar zeigte aber ähnlich konstante Leistungen wie beim Giro und wurde mit drei Podiumsplätzen belohnt. „Es war meine erste Frankreich-Rundfahrt. Ich wusste nicht, was mich zu erwarten hatte. Ich bin aber mit meinem Abschneiden zufrieden. Ich konnte zwar keine Etappe gewinnen, war aber nahe dran“, so der Tour-Debütant zu Velonews.

Nach einer kurzen Rennpause kehrte Farrar Mitte August bei den Vattenfall Cyclassics zurück ins Renngeschehen und holte sich beim Hamburger ProTour-Rennen seinen vierten Saisonsieg. „Das ist der größte Sieg meiner Karriere“, freute sich Farrar im Gespräch mit pezcyclingnews. Die Saisonsiege fünf, sechs und sieben legte er bei der anschließenden Eneco-Tour nach.

Mit breiter Brust trat Farrar Ende August schließlich auch noch zur Vuelta a Espana an. Bei der dritten großen Landesrundfahrt gelang ihm schließlich, was ihm beim Giro und der Tour noch verwehrt geblieben war. Nach den Etappenrängen zwei bis fünf gewann der Garmin-Kapitän die 11. Etappe und feierte seinen ersten Etappenerfolg bei einer großen Rundfahrt. „Dieser Sieg hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben“, kommentierte Farrar gegenüber Velocity Nation seinen Coup. „Ich war aber schon auch etwas frustriert, dass es lange nicht geklappt hat und ich so oft nur Zweiter oder Dritter wurde.“

Nach einer unauffälligen Straßen-WM kehrte Farrar beim Circuit Franco Belge (Kat. 2.1) mit zwei Etappensiegen und dem Gesamterfolg zurück in die Erfolgsspur. Der Saisonausklang missriet dem ehemaligen Cofidis-Fahrer allerdings, als er sich bei Paris-Tours mit Rang 46 zufriedengeben musste. Im Finale wurde Farrar durch einen Sturz aufgehalten. "Damit war das Rennen für mich gelaufen“, lautete sein Kommentar.

Tyler Farrar geht in seine dritte Saison bei Garmin-Slipstream. Obwohl er schon jetzt zu den schnellsten Sprintern im Feld zählt, scheint seine Entwicklung noch nicht abgeschlossen. Das sind keine guten Nachrichten für die Sprinterkonkurrenten. Zumindest gegen das Columbia-Duo Cavendish/Greipel wird es der US-Amerikaner aber auch in der kommenden Saison sehr schwer haben.

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